Kupfer(II)-Sulfat, auch als Kupfersulfat, blaues Vitriol oder Blaustein bekannt, ist eine chemische Verbindung. Seine chemische Formel lautet CuSO4. Es enthält Kupfer in seiner Oxidationsstufe +2 und das Sulfationen. In der Praxis begegnet man dem Salz meist als das intensive blaue Pentahydrat CuSO4·5H2O, ein kristalliner Feststoff, der in Wasser gut löslich ist und durch seine Farbe leicht erkennbar ist. Kupfer(II)-sulfat wirkt fungizid und wird deshalb zur Bekämpfung bestimmter Pilze eingesetzt; außerdem findet es vielseitige Anwendung in Labor, Industrie und Unterricht.
Physikalische und chemische Eigenschaften
- Aussehen: CuSO4·5H2O bildet blaue Kristalle. Das anhydrische Salz (ohne Kristallwasser) ist weiß bis grau-weiß.
- Geruch: geruchlos.
- Löslichkeit: gut in Wasser löslich; die Löslichkeit steigt mit der Temperatur. In organischen Lösungsmitteln kaum löslich.
- Kristallwasser: Das Pentahydrat enthält fünf Wassermoleküle pro Formelunit. Beim Erhitzen verliert es nach und nach Wasser und wird farblos (anhydrisch).
- Reaktivität: Kupfer(II)-Ionen bilden leicht Komplexe (z. B. mit Ammoniak entsteht das tiefblaue [Cu(NH3)4]2+). Metallische Reduktionsmittel (z. B. Eisen) können Cu2+ zu elementarem Kupfer reduzieren.
Herstellung
Kupfer(II)-Sulfat lässt sich durch Reaktion von Kupfer oder Kupferoxiden mit Schwefelsäure herstellen oder durch Lösen von Kupfermetall in verdünnter Schwefelsäure unter Oxidation. Industriell wird es außerdem als Nebenprodukt bei anderen Kupferprozessen gewonnen.
Verwendung
- Landwirtschaft: Als Fungizid und Bestandteil von Produkten wie der Bordeaux-Mischung zum Schutz von Obstbäumen, Reben und Weinbergen.
- Wasserwirtschaft: Als Algizid und zur Bekämpfung von Bewuchs (z. B. in Bewässerungsanlagen), allerdings unter strengen Auflagen wegen Umwelttoxizität.
- Labor und Bildung: Häufig bei Schul- und Demonstrationsexperimenten (Kristallzüchtung, Redoxreaktionen, Koordinationschemie).
- Technik und Industrie: Als Ausgangsstoff für Kupferverbindungen, in Galvanik, Gerberei, Pigmentherstellung und als Katalysator oder Reagenz in der chemischen Analytik.
- Haushalt/Gewerbe: Früher eingesetzt als Holzschutzmittel und als Elektronenleitpaste; wegen Toxizität und Umweltproblemen sind viele Anwendungen heute eingeschränkt.
Sicherheit und Umwelt
Gefährlichkeitsprofil: Kupfer(II)-Sulfat ist giftig für Wasserorganismen und kann bei Mensch und Tier gesundheitliche Schäden verursachen. Beim Umgang sind Schutzmaßnahmen notwendig:
- Kontakt mit Haut und Augen vermeiden – bei Berührung gründlich mit Wasser spülen.
- Beim Einatmen oder Verschlucken sofort ärztliche Hilfe suchen.
- Arbeitsplatzschutz: Handschuhe, Schutzbrille und geeignete Schutzkleidung tragen; Staubentwicklung vermeiden.
Umwelt: Kupferionen reichern sich in Böden und Gewässern an und sind schädlich für Wasserpflanzen, Fische und Mikroorganismen. Der Einsatz in Gewässern und die Ausbringung in der Landwirtschaft sind gesetzlich reguliert.
Lagerung und Entsorgung
- Trocken, kühl und gut verschlossen lagern, getrennt von starken Reduktionsmitteln und organischen Stoffen.
- Behälter gegen Feuchtigkeit schützen, da das Salz hydratisiert bzw. del- oder rehydriert werden kann.
- Entsorgung als schadstoffhaltiger Abfall über zugelassene Sammelstellen; nicht in Abwasser oder öffentliche Gewässer gelangen lassen.
Erste Hilfe
- Bei Hautkontakt: Mit viel Wasser und Seife abspülen. Bei Reizung ärztlichen Rat einholen.
- Bei Augenkontakt: Mindestens 15 Minuten mit fließendem Wasser spülen und Arzt kontaktieren.
- Bei Verschlucken: Kein Erbrechen herbeiführen; sofort ärztliche Hilfe aufsuchen oder Giftnotruf kontaktieren.
- Bei Einatmen: Betroffene an die frische Luft bringen und bei Atembeschwerden ärztliche Hilfe holen.
Bemerkenswerte Reaktionen und Nachweise
- Mit unedleren Metallen (z. B. Eisen) läuft eine Redoxreaktion ab, bei der kupferiges Metall abgeschieden wird: Fe + CuSO4 → FeSO4 + Cu.
- Mit Ammoniak entsteht ein charakteristisches tiefblaues Komplexion, das oft in Schülerexperimenten gezeigt wird.
- In der analytischen Chemie dient Kupfer(II)-Sulfat als Bestandteil verschiedener Reagenzien (z. B. Fehling- oder Tollens-Analoga bzw. andere Nachweisreaktionen).
Zusammengefasst ist Kupfer(II)-Sulfat ein vielseitiges, gut untersuchtes Kupfersalz mit charakteristischer blauer Farbe (als Pentahydrat), das in Landwirtschaft, Industrie und Lehre breite Anwendung findet. Wegen seiner Toxizität gegenüber Menschen und Umwelt ist ein umsichtiger und gesetzeskonformer Umgang erforderlich.


