Faust oder Faustus ist eine Figur aus deutschen Sagenerzählungen. Sein Name kommt von einem lateinischen Wort, das "Glück" bedeutet. Die Legende handelt von einem Mann namens Faust. Faust will Wissen haben. Er trifft den Teufel. Der Teufel sagt Faust, dass er alles haben kann, was er will. Als Gegenleistung, so sagt der Teufel, muss Faust ihm seine Seele geben. Faust stimmt dem zu, und der Teufel lässt Faust eine wunderbare Zeit haben, aber am Ende muss Faust in die Hölle kommen.
Die Geschichte von Faust wurde in ganz Europa berühmt. Viele Schriftsteller aus verschiedenen Ländern schrieben ihre eigenen Versionen der Faust-Geschichte, z.B. Christopher Marlowe, Goethe, Mikhail Bulgakov, Thomas Mann. Viele Komponisten schrieben Musik über Faust, z.B. Hector Berlioz, Franz Liszt, Charles Gounod und Ferrucio Busoni.
Das Adjektiv "faustisch" wird verwendet, um eine Person zu beschreiben, die sich etwas so sehr wünscht, dass es sie in Schwierigkeiten bringt.
In den frühen Versionen der Faust-Geschichte: in Balladen, Dramen und Puppenspielen ist Faust immer verdammt (was bedeutet, dass er in die Hölle kommen muss). Das liegt daran, dass er menschliches Wissen dem Wissen Gottes vorzieht. Das hielt man damals für sehr schlecht.
Einige der Stücke und des komischen Puppentheaters aus der Zeit um das 16. Jahrhundert bilden ihre eigenen Versionen der Geschichte. Sie zeigen Faust oft als eine Figur des vulgären Spaßes. Die Geschichte wurde in England populär, als Christopher Marlowe ein Stück mit dem Titel The Tragical History of Doctor Faustus schrieb. Aber in Goethes Version der Geschichte zwei Jahrhunderte später wird Faust als ein gut gebildeter Mann beschrieben, der mehr will als nur "Fleisch und Trinken".

