Die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens (Deutsch: Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, kurz DGB) ist eine der drei föderalen Gemeinschaften in Belgien. Sie ist der Hauptteil der so genannten Ostkantone (deutsch: Ost-Kantone) Belgiens. Sie hat eine Fläche von 854 km2 (329,7 Quadratmeilen) und eine Bevölkerung von über 73.000 Einwohnern, von denen fast 100% deutschsprachig sind (traditionell Ripuarian-speaking).
Ihre Hauptstadt ist Eupen; sie ist Teil der Provinz Lüttich und grenzt an die Niederlande, Deutschland und Luxemburg.
Das Gebiet war unter dem Namen Eupen-Malmedy bekannt und wird heute als Ostkantone bezeichnet. Es besteht aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft und den Gemeinden Malmedy und Waimes (Weismes), die zur Französischsprachigen Gemeinschaft Belgiens gehören.
Die Ostkantone gehörten bis 1920 zur Rheinprovinz Preußens in Deutschland, wurden aber nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und dem anschließenden Versailler Vertrag von Belgien annektiert. So wurden sie auch als cantons rédimés, "erlöste Kantone", bekannt. Der Friedensvertrag von Versailles forderte die "Befragung" der lokalen Bevölkerung über ihren politischen Status.
Dies war keine geheime Abstimmung, und jeder, der nicht Belgier werden wollte, musste seinen vollständigen Namen und seine Adresse registrieren lassen. Viele Einheimische fürchteten Repressalien oder sogar die Ausweisung nach der Einberufung.
Mitte der 1920er Jahre schien das Königreich Belgien die Region an Deutschland zurückverkaufen zu wollen. Die französische Regierung forderte die Belgier auf, die deutsch-belgischen Gespräche über das Geschäft einzustellen.
Im Jahr 1940 wurden die neuen Kantone im ZweitenWeltkrieg von Deutschland zurückerobert. Sie waren erst seit 20 Jahren in Belgien, so dass die Mehrheit der Menschen in den Ostkantonen sich immer noch als Deutsche betrachtete. Nach der Niederlage Deutschlands 1945 wurden die Kantone erneut von Belgien übernommen.
Anfang der 1960er Jahre war Belgien in vier Sprachgebiete aufgeteilt: das niederländischsprachige flämische Gebiet, das französischsprachige Gebiet, die zweisprachige Hauptstadt Brüssel und das deutschsprachige Gebiet der Ostkantone. Im Jahr 1973 wurden drei Gemeinschaften und drei Regionen gegründet und mit einer internen Autonomie ausgestattet. Das gesetzgebende Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der Rat der Deutschsprachigen Gemeinschaft, wurde gegründet. Heute verfügt die Deutschsprachige Gemeinschaft über eine gewisse Selbstverwaltung, vor allem in sprachlicher und kultureller Hinsicht, gehört aber immer noch zur französischsprachigen Wallonie.
Es gibt Menschen, die wollen, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft eine eigene Region ist. Einer von ihnen ist der amtierende Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz.



