Hera – Göttin der Ehe und Königin des Olymp (griechische Mythologie)

Hera – Göttin der Ehe und Königin des Olymp: Mythos, Symbole (Pfau, Granatapfel), Familie und Macht der griechischen Göttin kompakt und spannend erklärt.

Autor: Leandro Alegsa

In der griechischen Mythologie war Hera die Göttin der Ehe, der Familie, des Lebens und des Schutzes für Frauen. Sie ist mit Zeus verheiratet und gehört zu den zwölf Olympioniken. Hera wurde in der antiken Literatur und Kunst auch mit dem Himmel und dem Sternenhimmel in Verbindung gebracht; die alten Griechen hielten sie für eine der schönsten Göttinnen, fast ebenbürtig mit Aphrodite.

Ihre besonderen Zeichen sind der Pfau, der Granatapfel und die Kuh. Zu ihren Insignien zählen außerdem die Krone und der Schleier, oft sieht man sie mit einem Zepter oder Diadem als Königin der Götter.

Hera ist eine Tochter von Kronos und Rhea. Zu ihren Geschwistern zählen Zeus (den sie auch heiratete), Hestia, Demeter, Hades und Poseidon. Zu ihren Kindern gehören Hebe, Ares und Hephaestus; in manchen Überlieferungen gelten auch Ileithyia (die Geburtshilfe) und andere als ihre Nachkommen. Athene und Hermes zählen zu ihren Stiefkindern, da beide Kinder von Zeus mit anderen Partnerinnen sind.

Als Königin der Götter regiert Hera den Götterhimmel: man sagt, weil sie über denOlymp herrscht, besitzt sie Rang und hohes Ansehen unter den Olympiern. In manchen Mythen herrschte sie schon lange vor ihrer Heirat mit Zeus über den Himmel und die Erde. Hera wird als Hüterin von Ehe, Familie und Fruchtbarkeit gesehen und in einigen Quellen sogar mit den Jahreszeiten und dem Wetter in Verbindung gebracht. Der Name "Hera" wurde im antiken Umfeld oft als "Herrin" gedeutet; in volkstümlichen Deutungen taucht auch die Übersetzung "schöne Dame" auf.

Mythen und typische Erzählungen

In den Mythen tritt Hera häufig als mächtige, aber auch eifersüchtige Ehefrau auf: Sie verfolgt die Liebesaffären von Zeus, bestraft dessen Geliebte und oft auch deren Kinder. Bekannte Erzählungen sind etwa die Geschichte von Io, die Hera in eine Kuh verwandelte und von dem vieläugigen Argus bewachen ließ, bis Hermes Argus tötete. Hera spielte außerdem eine aktive Rolle in den großen Epen: Im Trojanischen Krieg stand sie auf Seiten der Griechen, weil Paris Aphrodite den Sieg zugesprochen hatte; sie unterstützt die griechischen Helden und wirkt aktiv gegen die Gegner.

Besonders bekannt ist ihr Konflikt mit dem Halbgott Herakles (Heracles): Hera verfolgte ihn sein Leben lang, worauf viele seiner Aufgaben (die sogenannten Herakles-Aufgaben) und Leiden zurückgeführt werden.

Kult und Verehrung

Hera war eine bedeutende Kultgottheit mit zahlreichen Heiligtümern und Festen. Wichtige Kultorte lagen in Argos, Samos, Mykene und auf dem Heraion von Samos; auch an anderen Orten wie dem Perachora-Heiligtum wurde sie verehrt. Zu ihren Festen gehörten die Heraia, die teilweise mit Frauen- und Fruchtbarkeitsritualen verbunden waren. Als Beschützerin der Ehe galt sie als zentrale Figur bei Heirats- und Familienritualen.

In der römischen Religion wurde Hera mit Juno gleichgesetzt, die ähnliche Aufgaben als Beschützerin von Ehe und Staat übernahm.

Darstellung, Symbole und Nachwirkung

In der Kunst erscheint Hera oft als majestätische, sitzende Frau mit Krone (Diadem) und Zepter; der Pfau ist als ihr wichtigstes Tiermotiv weit verbreitet — die "Augen" in den Pfauenfedern wurden mit dem vieläugigen Argus verknüpft. Der Granatapfel ist ein Zeichen für Fruchtbarkeit und Leben, die Kuh symbolisiert ihre weibliche, nährende Macht.

Hera gilt insgesamt als starke, würdige und manchmal strenge Göttin: sie steht für den Schutz von Ehe und Familie, aber auch für die Konsequenzen ehelicher Untreue. In Literatur, Bildender Kunst und moderner Rezeption bleibt sie eine der prägnantesten Gestalten der griechischen Götterwelt.

Eine Hera-Statue im Vatikan.Zoom
Eine Hera-Statue im Vatikan.

Mythen über die Eifersucht der Hera

Dionysos

Dionysos ist ein Sohn des Zeus durch eine menschliche Frau. Hera versuchte, ihn zu töten, als er ein Baby mit den Titanen war. Die Titanen wollten Dionysos dazu bringen, zu ihm zu kommen, indem sie ihm Spielzeug zeigten, und ihn dann fressen. Zeus verscheuchte die Titanen mit seinen Donnerschlägen, aber die Titanen hatten bereits alles außer Dionysos' Herz gefressen. Zeus benutzte das Herz, um wieder Dionysos herzustellen. Er tat dies, indem er das Herz in den Schoß von Semele legte. Dionysos wurde dann ein zweites Mal geboren.

Echo

Echo ist eine Nymphe in der griechischen Mythologie. Sie hatte einst die Aufgabe, Hera davon abzulenken, dass Zeus Beziehungen zu anderen Frauen hatte. Sie tat dies, indem sie Hera wegführte und ihr schmeichelte. Als Hera das herausfand, war sie sehr wütend auf Echo. Sie belegte sie mit einem Fluch, der bedeutete, dass sie die Worte anderer Menschen erst sprechen konnte, nachdem sie sie gehört hatte. Dieser Geschichte verdanken wir die Bedeutung hinter dem Wort Echo.

Io

Io ist eine Geliebte von Zeus. Hera hätte Io und Zeus fast zusammen erwischt, aber Zeus versteckte Io, indem er sie in eine Kuh verwandelte. Hera ließ sich nicht täuschen und sagte, dass Zeus ihr die Kuh schenken müsse. Sobald Io zu Hera gehörte, wurde sie von Argus betreut. Es war die Aufgabe von Argus, dafür zu sorgen, dass Io und Zeus nie zusammen waren. Zeus befahl Hermes, Argus zu töten, damit Io frei sein würde. Hermes tat dies, indem er Argus tötete, nachdem er in den Schlaf gewiegt worden war. Daraufhin schickte Hera eine Bremse, um Io zu stechen, während sie auf der Erde herumlief.

Lamia

Lamia ist eine Königin von Libyen, in die Zeus verliebt war. Hera war eifersüchtig auf Lamia und verwandelte sie in ein Monster. Als sie ein Ungeheuer war, tötete Lamia dann ihre Kinder. Eine andere Version dieser Geschichte besagt, dass Hera Lamias Kinder tötete und dann so traurig war, dass sie sich in ein Monster verwandelte. Hera hat Lamia auch mit einem Fluch belegt. Der Fluch bestand darin, dass Lamia ihre Augen nicht schließen konnte. Hera wählte diesen Fluch, weil sie wollte, dass Lamia immer an das Bild ihrer toten Kinder denkt. Zeus gab Lamia dann die Gabe, ihr die Augen herausnehmen zu können, damit sie sich ausruhen konnte. Danach konnte sie sie wieder hineinstecken.

Leto

Als Hera herausfand, dass Leto von Zeus schwanger mit Zwillingen war, war sie wütend. Sie verbot Leto, auf jedem Festland oder jeder Insel, die bekannt war, Zwillinge zu gebären. Leto fand eine schwimmende Insel namens Dellos. Es war weder ein Festland noch eine richtige Insel, so dass Leto dort gebären durfte. Zuerst wurde Artemis geboren, die dann Leto half, Apollon zu gebären. Dellos wurde später mit vier Säulen niedergehalten, damit es nicht mehr herumschwebte. Es soll von Schwänen umgeben gewesen sein und wurde später ein heiliger Ort für Apollon.

Verwandte Seiten

  • Uni - Etruskische Mythologie-Version der Hera.
  • Juno - Version der Hera aus der römischen Mythologie.

Zeus - Hera - Poseidon - Hades - Hestia - Demeter - Aphrodite - Athene - Apollon - Artemis - Ares - Hephaistos - Hermes - Dionysos

Fragen und Antworten

F: Mit wem ist Hera verheiratet?


A: Hera ist mit Zeus verheiratet.

F: Welche Symbole werden mit Hera in Verbindung gebracht?


A: Die Symbole, die mit Hera assoziiert werden, sind der Pfau, der Granatapfel, die Kuh, die Krone und der Schleier.

F: Wer sind die Eltern von Hera?


A: Die Eltern von Hera sind Kronos und Rhea.

F: Wer sind einige von Heras Geschwistern?


A: Einige ihrer Geschwister sind Zeus (den sie auch geheiratet hat), Hestia, Demeter, Hades und Poseidon.

F: Was bedeutet 'Hera' in der griechischen Mythologie?


A: In der griechischen Mythologie bedeutet 'Hera' 'schöne Frau'.

F: Was ist eine ihrer Aufgaben als Göttin?


A: Als Göttin hat Hera unter anderem die Aufgabe, über den Olymp zu herrschen, wo alle Götter und Göttinnen leben.

F: Welches Tier wird mit ihr assoziiert? A: Das Tier, das mit Hera assoziiert wird, ist die Krähe.


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