Anthrazit (Anthrazitkohle) ist eine besonders dichte, glänzende Form der Steinkohle, die als die am stärksten metamorphosierte Kohlenart gilt. Im geologischen Kontext bezeichnet man diesen hohen Umwandlungsgrad als Folge intensiven Drucks und Temperaturs, ein Prozess, der in der Fachliteratur häufig mit dem Begriff Metamorphose erläutert wird. Für naturwissenschaftliche Einordnungen und weiterführende Studien verweisen Lehrbücher und Artikel auf allgemein anerkannte wissenschaftliche Beschreibungen.

Eigenschaften

Anthrazit zeichnet sich durch einen hohen Anteil an festem Kohlenstoff, geringen Anteil an Flüchtigen (volatile matter) sowie durch einen niedrigen Schwefelgehalt aus. Diese Eigenschaften führen zu einem besonders hohen Heizwert und vergleichsweise niedrigem Ausstoß bestimmter Schadstoffe pro freigesetzter Wärmeeinheit, wie häufig berichtet wird (Emissionen und Heizwert). Optisch ist Anthrazit hart, spröde und besitzt einen metallisch-glänzenden Bruch.

Vorkommen und Produktion

Anthrazit kommt in begrenzten Lagerstätten weltweit vor. Zu den wichtigsten Produzenten zählen unter anderem:

Berichte aus dem Jahr 2010 schätzten die weltweite Anthrazitproduktion auf etwa 670 Millionen Tonnen; Angaben können je nach Quelle variieren und sind zeitabhängig.

Anwendungen und Bedeutung

Dank seines hohen Heizwerts und seines geringen Gehalts an flüchtigen Bestandteilen wird Anthrazit traditionell als Heiz- und Kraftstoff in speziellen Öfen und industriellen Kesseln eingesetzt. Weitere Einsatzfelder sind die Wasser- und Abwasserfiltration (als Filtermedium), die Herstellung von Aktivkohle sowie spezielle metallurgische Anwendungen, bei denen kohlenstoffreiche, raucharme Brennstoffe gefragt sind. Trotz vergleichsweise sauberer Verbrennung entsteht bei der Verbrennung von Anthrazit dennoch CO2; ökologische Bewertungen stellen deshalb Nutzen und Klimawirkung gegeneinander.

Geschichte, Gewinnung und aktuelle Lage

Die Bergbaugeschichte des Anthrazits reicht in einigen Regionen bis in das 18. und 19. Jahrhundert zurück, wo er in Stuben und später industriell gefördert wurde. Wegen seiner begrenzten Lagerstätten sind viele traditionelle Felder heute erschöpft oder ökonomisch weniger bedeutend. Die Gewinnung erfolgt sowohl im Tagebau als auch untertage, abhängig von Lagerstättentiefe und geologischer Struktur. Ökonomische, technische und ökologische Faktoren bestimmen die Bedeutung von Anthrazit in regionalen Energiesystemen.

Wesentliche Unterscheidungsmerkmale

Im Vergleich zu niedrigeren Kohlegraden (Braunkohle, Steinkohle/bituminöse Kohle) ist Anthrazit der hochwertigste Kohlenstoffträger mit dem geringsten Anteil flüchtiger Bestandteile. Für Anwender sind Glanz, Härte, hoher Heizwert und geringe Rauchentwicklung charakteristisch. Gleichzeitig ist Anthrazit wegen seiner Knappheit oft teurer und heute in vielen Ländern weniger verbreitet als früher.