Dohle (Eurasische Dohle) — Merkmale, Lebensweise und Verbreitung
Die Dohle (Coloeus/Corvus monedula) ist ein kleiner Rabenvogel mit grauem Nacken, hellem Auge und ausgeprägtem Sozialverhalten. Verbreitet in Europa und Teilen Asiens, teils ziehend, anpassungsfähig an Siedlungsräume.
Die Dohle ist ein kleiner bis mittelgroßer Vertreter der Rabenvögel und fällt besonders durch ihren hellgrauen Nacken und die meist helle Iris auf. Wissenschaftlich wird sie entweder zur Gattung Coloeus oder zur Gattung Corvus gestellt; beide Bezeichnungen sind gebräuchlich. Äußerlich wirkt die Dohle kompakt, ihr Gefieder ist insgesamt dunkel mit einem kontrastreichen, helleren Halsbereich.
Bildergalerie
10 BilderMerkmale und Erkennung
Typische Bestimmungsmerkmale der Dohle sind die Länge von etwa 34–39 cm, der graue Hinterkopf und das oft glasig wirkende Auge. Jungvögel sind matter gefärbt und besitzen dunklere Augen. Der Schnabel ist relativ kurz und schlank im Vergleich zu größeren Krähenarten.
Stimme und Verhalten
Dohlen sind stimmgewaltig und nutzen eine Palette einfacher Rufe zur Verständigung innerhalb der Gruppe. Sie sind sehr sozial organisiert, bilden Paarbindungen und oft koloniale Brutplätze. Innerhalb der Gruppen zeigen sie komplexes Sozialverhalten, das von gegenseitiger Pflege bis zu kooperativen Interaktionen reicht.
Ernährung
Als Allesfresser nutzen Dohlen ein breites Nahrungsspektrum: Insekten, Würmer, kleine Wirbeltiere, Samen, Früchte, Aas sowie menschliche Abfälle. In Agrarlandschaften suchen sie auf Äckern nach Beute, in Städten durchstöbern sie Müllplätze und Futterstellen.
Fortpflanzung
Dohlen nisten häufig in Kolonien und nutzen natürliche Höhlen, Felsnischen, aber auch Gebäudemauern und Dachstühle. Das Gelege umfasst in der Regel mehrere Eier; die Brutdauer beträgt rund zweieinhalb Wochen. Die Jungvögel bleiben mehrere Wochen im Nestverband, bevor sie flügge werden und in die soziale Gruppe integriert werden.
Verbreitung und Lebensraum
Die Art ist weit über Europa sowie in Teile von West- und Zentralasien verbreitet. In milden Regionen bleiben Dohlen das ganze Jahr über; nördliche und östliche Populationen ziehen im Winter in wärmere Gebiete. Geeignete Lebensräume sind offene Landschaften, Kulturland, Klippenbreaks und zunehmend urbane Bereiche, wo Nisthöhlen an Gebäuden genutzt werden. Weitere Informationen zur Verbreitung und zum Zugverhalten finden Sie hier: Vogelzug und Verbreitung.
Beziehung zum Menschen und Ökologie
Als Kulturfolger haben Dohlen vielerorts von menschlichen Siedlungen profitiert. Sie nutzen Kirchtürme, Schornsteine und Dachstühle als Nistplätze und kommen deshalb häufig in unmittelbare Nähe des Menschen. Ihr opportunistisches Fressverhalten kann zu Konflikten führen, dennoch sind sie ökologisch nützlich, weil sie Aas beseitigen und Schadinsekten regulieren. Hinweise zur Bestimmung und weiteren Einordnung gibt es unter Bestimmungshilfe und zur Familienzugehörigkeit unter Krähenfamilie (Corvidae).
Taxonomie, Schutzstatus und Forschung
Taxonomisch existieren regionale Varianten und Unterarten, die sich in Färbung und Stimmen leicht unterscheiden können. Insgesamt gilt die Dohle als anpassungsfähig und nicht unmittelbar gefährdet; lokale Bestände können jedoch durch Lebensraumverlust oder Vergiftung beeinträchtigt werden. Dohlen sind auch wegen ihrer Lernfähigkeit und sozialen Intelligenz Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.
Zusammenfassend ist die Dohle ein charakteristischer, sozialer Rabenvogel, dessen Nähe zu menschlichen Siedlungen und flexibel nutzbare Lebensweise zu seiner weiten Verbreitung beigetragen haben.
Verhalten
Dohlen sind Allesfresser und opportunistisch. Sie fressen eine Vielzahl von Pflanzenmaterial und wirbellosen Tieren sowie Nahrungsabfälle aus städtischen Gebieten. Dohlen sind monogam und bauen einfache Nester aus Stöcken in Hohlräumen von Bäumen, Klippen oder Gebäuden. Etwa fünf hellblaue oder blaugrüne Eier mit braunen Sprenkeln werden vom Weibchen gelegt und bebrütet. Die Jungen flüchten in vier bis fünf Wochen.
In seinem Buch King Solomon's Ring beschrieb und analysierte Konrad Lorenz die komplexen sozialen Interaktionen in einer Dohlenherde, die um sein Haus in Altenberg, Österreich, lebte. Er beringte sie zur Identifizierung und sperrte sie im Winter in Käfige, um ihre jährliche Wanderung zu verhindern.
Lorenz fand heraus, dass die Vögel eine Hierarchie haben, wobei Vögel mit höheren Rängen die Vögel mit niedrigeren Rängen dominieren. Paargebundene Vögel haben den gleichen Rang. Junge Männchen legen ihren individuellen Status fest, bevor sie sich mit Weibchen paaren. Unverpaarte Weibchen sind die niedrigsten Mitglieder in der Pickreihenfolge und haben als letzte Zugang zu Nahrung und Schutz. Lorenz bemerkte einen Fall, in dem ein Männchen, das während der Dominanzkämpfe und Paarungsbindungen abwesend war, in den Bestand zurückkehrte, zum dominanten Männchen wurde und eines von zwei unverpaarten Weibchen zur Paarung wählte. Dieses Weibchen nahm sofort eine dominante Position in der sozialen Hierarchie ein und demonstrierte dies, indem es andere pickte. Laut Lorenz war der wichtigste Faktor im Sozialverhalten das unmittelbare und intuitive Erfassen der neuen Hierarchie durch jeden Vogel im Bestand.
Verwandte Seiten
- RSPB Dohle Seite
Fragen und Antworten
F: Was ist eine Dohle?
A: Eine Dohle ist ein großer Vogel, der zur Familie der Krähen (Corvidae) gehört.
F: Welche Farbe hat eine Dohle?
A: Eine Dohle ist schwarz, der Hinterkopf ist grau.
F: Wo ist die Dohle verbreitet?
A: Die Dohle ist in ganz Europa und in weiten Teilen Asiens verbreitet.
F: Zieht die Dohle im Winter?
A: Ja, die nördlichen und östlichen Dohlenpopulationen ziehen im Winter nach Süden.
F: Wie lang ist die Dohle?
A: Die Dohle ist etwa 34-39 Zentimeter lang (13-15 Zoll).
F: Wo kann man die Dohle finden?
A: Die Dohle ist in Ackerland, offenen Wäldern, an Küstenklippen und in städtischen Gebieten zu finden.
F: Wie lebt die Dohle?
A: Die Dohle ist gesellig und lautstark und lebt in kleinen Gruppen mit einer komplexen Sozialstruktur.
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Autor
AlegsaOnline.com Dohle (Eurasische Dohle) — Merkmale, Lebensweise und Verbreitung Leandro Alegsa
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