Die Junkers Ju 87 oder Ju 87 war ein deutscher leichter Bomber des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde als Sturzbomber eingesetzt. Seine Besatzung war ein Pilot mit einem Navigator/Funker hinter ihm. Er bediente auch das hintere Maschinengewehr. Die Ju 87 konnte 500 kg Bomben abwerfen. Einige Ju-87 wurden als Angriffsflugzeuge gegen Panzer modifiziert. Mehr als 6500 wurden hergestellt.

Es ist allgemein bekannt als Stuka, eine Abkürzung von Sturzkampfflugzeug, deutsch für Sturzkampfflugzeug.

Entwicklung und Einsatzkonzept

Die Ju 87 entstand in den 1930er-Jahren bei der Firma Junkers als spezialisiertes Präzisionswaffensystem für Sturzangriffe. Das Einsatzkonzept basierte auf dem gezielten Anfliegen eines Ziels in steilem Sturzflug, um mit hoher Treffergenauigkeit schwere Bomben abzuwerfen. Im frühen Kriegsverlauf zeigte sich die Ju 87 als sehr wirkungsvoll bei Bodenangriffen, Einschüchterung und als Unterstützung für Bodentruppen.

Konstruktion und technische Merkmale

Typische Merkmale der Ju 87 waren die zweisitzige Besatzung (Pilot und Bordfunker/Schütze), das markante, nach unten geknickte Tragflächenprofil (bei frühen Versionen) und das sichtbar feste Fahrwerk mit Verkleidungen (Spats). Die Maschine verfügte über spezielle Bremsklappen bzw. Sturzflugbremsen, die das Sturzflugverfahren ermöglichten und damit die Treffsicherheit erhöhten. Weiterhin war bei vielen Versionen die Jericho-Trompete, eine Sirene an den Fahrwerksbeinen, angebracht, die beim Sturzflug eingesetzt wurde und psychologischen Effekt auf die Bodenbevölkerung und Gegner hatte.

Bewaffnung und Varianten

Die Bewaffnung variierte je nach Version. Standardmäßig trug die Ju 87 Bord- und Heckmaschinengewehre zur Selbstverteidigung sowie Bomben im Rumpf- und Außenlastbereich. Die gängige Kampflast lag häufig bei rund 500 kg, spätere Varianten konnten jedoch unterschiedliche Lasten und Kombinationen tragen.

Im Laufe des Krieges entstanden mehrere Varianten:

  • Frühe Typen – spezialisiert auf Sturzangriffe und Nahunterstützung.
  • G‑Versionen – als Panzerjäger umgerüstet, z. B. mit 37‑mm‑Kanonen unter den Tragflächen, um gepanzerte Fahrzeuge anzugreifen.
  • Diverses – Varianten mit verbesserter Motorleistung, Avionik und verstärkter Panzerung für den Einsatz an verschiedenen Fronten.

Einsatzgeschichte

Die Ju 87 war in den frühen Kriegsjahren (Polenfeldzug, Westfeldzug, Balkanfeldzug) wegen ihrer Präzision und der psychologischen Wirkung sehr erfolgreich. In diesen Phasen profitierten die Stukas von Luftüberlegenheit und der Nähe zu den Einsatzzielen. Während der Schlacht um England aber zeigte sich eine zentrale Schwäche: die Langsamkeit und mangelnde Wendigkeit machten die Ju 87 sehr verwundbar gegenüber feindlichen Jagdflugzeugen. Als die Alliierten Lufthoheit errangen, musste der Einsatz der Ju 87 zurückgefahren und auf rückwärtige Gebiete oder Nacht-/Tarnungsaufgaben beschränkt werden.

Neben den Einsatzräumen in Westeuropa kam die Ju 87 im Mittelmeerraum, in Nordafrika und an der Ostfront zum Einsatz. Ab 1943 wurde sie zunehmend durch flexiblere und schneller einsatzfähige Flugzeugtypen ergänzt oder ersetzt; einige Maschinen wurden weiterhin in Spezialrollen (z. B. als Panzerjäger oder für Bodenangriffe in Gebieten ohne starke feindliche Luftabwehr) verwendet.

Stärken, Schwächen und Nachwirkung

Stärken der Ju 87 lagen in der hervorragenden Genauigkeit bei Sturzangriffen, ihrer Fähigkeit zur direkten Unterstützung von Bodentruppen und dem psychologischen Effekt auf Soldaten und Zivilbevölkerung. Schwächen waren die geringe Geschwindigkeit, eingeschränkte Manövrierfähigkeit und Verwundbarkeit gegenüber Jagdflugzeugen, sobald keine Luftüberlegenheit bestand.

Die Ju 87 bleibt ein ikonisches Symbol des frühen Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg: technisch markant und effektiv in bestimmten Rollen, zugleich aber ein Beispiel dafür, wie sich Luftkampf und Taktik mit der Weiterentwicklung der Luftverteidigung veränderten. Ihr Einsatz lehrte, dass spezialisierte Angriffsflugzeuge stark von der Luftlage abhängig sind — eine Lehre, die in der weiteren Entwicklung von Luftstreitkräften berücksichtigt wurde.