Die Kontrollnummer der Library of Congress (häufig abgekürzt LCCN) ist eine eindeutige Kennzeichnung, die die Library of Congress einem bibliographischen Datensatz zuweist. Sie dient der Identifikation von Katalogeinträgen in der Sammlung der Bibliothek und wird international von Bibliothekaren zur Nachverfolgung und Verknüpfung von Bestands- und Metadatensätzen genutzt.
Geschichte
Das System entstand 1898 und wurde ursprünglich als „Library of Congress Card Number“ eingeführt. Anlass war die Produktion von gedruckten Katalogkarten, die die Bibliothek für die eigene Nutzung herstellte und auch an andere Bibliotheken verkaufte. Die Nummern erleichterten die Verwaltung und den Austausch dieser Kartensätze.
Aufbau und Schreibweise
Eine LCCN besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen:
- Jahresangabe: Früher zwei Ziffern (z. B. 98 für 1898 oder 01 für 1901), seit 2001 in der Regel vierstellig (z. B. 2001).
- Serielle Nummer: Eine fortlaufende Zahl, meist als sechsstellige Zahl mit vorangestellten Nullen geschrieben.
Die Schreibweise variiert in der Praxis. Häufige Darstellungsformen sind mit oder ohne Trennzeichen (z. B. 2001-000123 oder 2001000123). Die serielle Komponente wird üblicherweise so formatiert, dass sie sechs Stellen hat (z. B. 000123).
Verwendung in Bibliotheken
- Die LCCN identifiziert bibliographische Datensätze und erleichtert dadurch die Nachnutzbarkeit von Katalogdaten zwischen Bibliotheken.
- Sie ist Teil zahlreicher Metadatenschemata und erscheint in bibliographischen Formaten wie MARC (häufig im Feld 010).
- Die LCCN ist kein Klassifikationszeichen: Sie gibt keine inhaltliche Systematik wie die Library of Congress Classification wieder, sondern dient nur der Identifikation von Datensätzen.
Einschränkungen und Besonderheiten
- Eine LCCN bezieht sich auf einen bibliographischen Datensatz und nicht zwingend auf jede einzelne physische Ausgabe; unterschiedliche Auflagen desselben Titels können dieselbe oder unterschiedliche LCCN erhalten, je nach Katalogisierungspraxis.
- Negative oder irreführende Annahmen über Eindeutigkeit sollten vermieden werden: die LCCN ist ein Hilfsmittel zur Identifikation, aber nicht immer eine weltweit eindeutige Werkskennung wie z. B. eine DOI.
- Änderungen in der Formatkonvention (z. B. Übergang zur vierstelligen Jahresangabe) führen zu Varianten in der Darstellung historischer und moderner Nummern.
Beispiele für Schreibweisen
- Historisch kurzjahr + serielle Zahl: 85001234 (wobei 85 das Jahr repräsentiert)
- Mit vierstelligem Jahr (seit 2001): 2001-000123
- Ohne Trennzeichen: 2001000123
Abgrenzung zu anderen Kennungen
- ISBN: Internationale Standardbuchnummer zur Identifikation von Buchausgaben — deckt andere Aspekte ab als die LCCN.
- Library of Congress Classification (LCC): Ein inhaltliches Klassifikationssystem, das Werke thematisch ordnet; die LCCN ist hiervon zu unterscheiden, da sie lediglich eine Identifikationsnummer darstellt.
Weitere Informationen zur Institution, die die Nummern vergibt, finden sich bei der Library of Congress.