Megabats werden auch als Altwelt-Fruchtfledermäuse bezeichnet. Sie sind die Unterordnung Megachiroptera, Familie Pteropodidae der Ordnung Chiroptera (Fledermäuse). Historisch wurden sie als von den anderen Fledertiergruppen deutlich verschieden angesehen; neuere molekulare Untersuchungen führen jedoch zu verfeinerten Klassifikationen innerhalb der Fledertiere.

Diese Flughunde kommen vor allem in dichten Wäldern und offenen Landschaften in Afrika, Asien, Australien und auf Inseln im Pazifik vor; in weiten Teilen von Europa fehlen sie. Weltweit gibt es heute je nach Zählung etwa 150–200 Arten in der Familie Pteropodidae. Fruchtfledermäuse werden im Deutschen oft auch als Flughunde bezeichnet. Viele Arten leben in großen Kolonien, die manchmal als „Lager“ bezeichnet werden. Diese meist dämmerungs- und nachtaktiven Tiere ruhen tagsüber häufig kopfüber hängend an Zweigen oder in Höhlen.

Wesentliche Merkmale

  • Größe und Aussehen: Die Körpergröße variiert stark – von kleinen Arten mit einer Körperlänge um 6–10 cm bis zu den großen Flughunden (z. B. Pteropus-Arten) mit Spannweiten bis zu etwa 1,5–1,7 m.
  • Sehen und Riechen: Im Gegensatz zu vielen Kleinfledermäusen verlassen sich Fruchtfledermäuse überwiegend auf gutes Sehvermögen und Geruchssinn zur Nahrungssuche.
  • Schädel und Gebiss: Der Schnauzenbereich ist oft verlängert; die Zähne sind auf Frucht- oder Nektaraufnahme spezialisiert (weiche Backenzähne, reduzierte Eckzähne im Vergleich zu räuberischen Säugetieren).
  • Flug und Flügel: Lange, schmale Flügel erlauben ausdauernden Flug und das Auffinden verteilter Nahrungsquellen.
  • Echoortung: Die meisten Megabats nutzen keine laryngeale Echoortung wie Kleinfledermäuse. Eine Ausnahme bildet die Gattung Rousettus, die durch Zungenschnalzlaute einfache Echoortung betreibt.

Arten und Vielfalt

Die Familie Pteropodidae umfasst zahlreiche Gattungen, darunter die bekannten Flughunde der Gattung Pteropus („Flying Foxes“). Viele Arten sind spezialisiert auf bestimmte Nahrungstypen (Früchte, Blütennektar, Pollen) und Lebensräume (Wälder, Savannen, Mangroven, Inselwälder). Die Artenvielfalt ist in tropischen Regionen besonders hoch.

Lebensweise und Ernährung

  • Ernährung: Die meisten Arten sind frugivor (fruchtfressend) oder nectarivor (nektarfressend). Sie spielen eine große Rolle bei Bestäubung und Samenverbreitung von Bäumen und Sträuchern.
  • Aktivität: Viele Arten sind dämmerungs- und nachtaktiv, einige fliegen auch tagsüber, besonders wenn Nahrung reichlich vorhanden ist.
  • Ruhestätten: Fruchtfledermäuse ruhen in Baumkronen, an Felswänden oder in Höhlen. Manche Arten bilden dichte Kolonien mit Tausenden oder sogar Hunderttausenden Tieren.

Fortpflanzung

Die Reproduktionszyklen variieren zwischen den Arten. Häufig bringt ein Weibchen pro Jahr ein einzelnes Jungtier zur Welt, das am Muttertier emporklettert und später mitfliegt. Die Jungen werden über mehrere Wochen bis Monate gesäugt und verbleiben oft in sozialen Gruppen.

Ökologische Bedeutung

  • Bestäubung: Nektarfressende Flughunde bestäuben viele tropische Pflanzen (z. B. Bäume der Gattungen Artocarpus, Eucalyptus oder Palmen).
  • Samenverbreitung: Fruchtfressende Arten verteilen Pflanzensamen über große Distanzen und fördern dadurch die Regeneration von Wäldern.
  • Ökosystemdienstleistungen: Durch Bestäubung und Samenverbreitung tragen sie erheblich zur Vielfalt und Stabilität tropischer Ökosysteme bei.

Gefährdungen & Schutz

  • Bedrohungen: Verlust und Fragmentierung von Lebensräumen, Jagd als Nahrungsquelle, Kollisionen mit Landwirtschaft und menschlichen Siedlungen sowie extreme Klimaereignisse (z. B. Hitzewellen, die in Australien Massensterben von Flughunden verursachten).
  • Seuchen- und Gesundheitsaspekte: Einige Flughunde können als Reservoirs für Viren fungieren (z. B. Hendra- und Nipah-Viren). Der Umgang mit Wildtieren sollte deshalb stets vorsichtig und unter Beachtung von Hygieneregeln erfolgen. Gleichzeitig ist wichtig: pauschale Verfolgung oder Tötung kein sinnvoller Schutzmechanismus und schadet Ökosystemen.
  • Schutzmaßnahmen: Schutz von Lebensräumen, Einrichtung und Pflege von Schutzgebieten, Aufklärung lokaler Gemeinden sowie wissenschaftliche Forschung sind entscheidend, um bedrohte Arten zu erhalten.

Verbreitung – kurz zusammengefasst

Fruchtfledermäuse sind typisch für tropische und subtropische Regionen Afrikas, Asiens, Australiens und der pazifischen Inseln. In großen Teilen Europas und in Amerika fehlen sie natürlicherweise; dort dominieren andere Fledermausgruppen.

Durch ihre ökologische Rolle als Bestäuber und Samenverbreiter sind Megabats für die Gesundheit vieler tropischer Landschaften unverzichtbar. Gleichzeitig sind viele Arten gefährdet und benötigen gezielte Schutzmaßnahmen.