Das Experiment von Miller und Urey (oder Urey-Miller-Experiment) war ein Experiment, bei dem aus anorganischen Verbindungen durch Anwendung einer Energieform organische Verbindungen gemacht wurden.

Die Idee bestand darin, hypothetische Bedingungen zu simulieren, von denen man annahm, dass sie auf der frühen Erde (Hadean oder früharchäisch) vorhanden waren. Es war ein Test der chemischen Ursprünge des Lebens. Konkret prüfte das Experiment die Hypothese von Alexander Oparin und J.B.S. Haldane, dass die Bedingungen auf der primitiven Erde chemische Reaktionen begünstigten, die organische Verbindungen aus anorganischen Vorläufern synthetisierten. Es gilt als das klassische Experiment über den Ursprung des Lebens und wurde 1952 durchgeführt und 1953 von Stanley Miller und Harold Urey an der Universität von Chicago veröffentlicht.

Nach Millers Tod im Jahr 2007 untersuchten Wissenschaftler versiegelte Fläschchen, die von den ursprünglichen Experimenten erhalten geblieben waren. Sie konnten zeigen, dass in Millers ursprünglichen Experimenten weit über 20 verschiedene Aminosäuren produziert wurden. Das sind wesentlich mehr als die ursprünglich von Miller berichteten und mehr als die 20, die natürlicherweise im Leben vorkommen.