Die Fortpflanzung in Paramecium wird seit vielen Jahren erforscht. Paramecium hat zwei Kerne (einen großen Makronucleus und einen einzigen kompakten Mikronucleus). Sie können ohne den Makronucleus nicht überleben und sich ohne den Mikronucleus nicht fortpflanzen. Die Fortpflanzung erfolgt entweder durch binäre Spaltung (asexuell), Konjugation (sexuell) oder, seltener, durch Endomixis, einen Prozess der Selbstbefruchtung. Bei der Binärspaltung teilt sich ein ausgewachsener Organismus in zwei Tochterzellen. Die Konjugation besteht aus der vorübergehenden Vereinigung zweier Organismen und dem Austausch von mikro-nuklearen Elementen. Ohne die verjüngenden Effekte der Konjugation altert ein Paramecium und stirbt ab. Nur gegensätzliche Paarungstypen oder genetisch kompatible Organismen können sich in der Konjugation vereinigen.
Dieses Fortpflanzungssystem ist einzigartig für Ciliaten und ist einer der Gründe, warum wir glauben, dass die Protista keine natürliche Klasse (monophyletisch) ist, sondern eine polyphyllethische Ansammlung von Einzellern.
Paramecium aurelia
Diese Spezies besteht aus 14 "Syngenen", die genetisch voneinander isoliert und biochemisch einzigartig sind. Jedes Syngen hat zwei Paarungstypen. Die Syngene sind sich im Aussehen so ähnlich, dass sie keine separaten Artnamen erhalten haben. p322
Killer-Paramecien und Kappa-Partikel
Dabei handelt es sich um Paramecien, die in das sie umgebende Medium Partikel absondern, die andere Paramecien abtöten. Diese Killereigenschaft wird durch Kappa-Partikel verursacht, bei denen es sich um symbiotische Bakterien handelt. Die Kappa-Partikel kommen nur bei Paramecien mit einem dominanten K-Gen vor. Die Tötung erfolgt durch kleinere Partikel, bei denen es sich um defekte DNA-Phagen handelt. Das Kappa-Bakterium ist nur eines von vielen, die in natürlichen Populationen von Paramecium aurelia vorkommen. p243/4