Eine Parodiemesse ist eine musikalische Vertonung der Messe, bei der Melodien aus anderen Musikwerken verwendet werden. Diese Art der Messe war im 16. Jahrhundert populär. "Parodie" in diesem Sinne bedeutet nicht "Parodie" in der modernen Bedeutung des Wortes. Es geht nicht darum, sich über etwas lustig zu machen. Eine parodierende Messe ist eine Messe, die sich musikalisches Material ausleiht. Die Musik kann aus einem Chanson oder einer Motette entlehnt sein, meist von einem anderen Komponisten. Damals war es keine Schande, die Melodien eines anderen Komponisten zu verwenden. Heute würde man es Plagiat (Diebstahl der Ideen anderer Leute) nennen.

Die Parodiemesse war in der Renaissance sehr beliebt: Palestrina schrieb etwa 50 Parodiemessen. Einige Beispiele für frühe Parodiemessen sind die Missa Malheur me bat, die Missa Mater Patris und die Missa Fortuna desperata von Josquin Desprez. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts wurde bei einer großen Anzahl von Messen die Parodietechnik verwendet.