Das Wort Motette ist ein Musikstück für einen Gottesdienst, das von einem Chor ohne Einsatz von Instrumenten gesungen wird. Die Worte sind normalerweise auf Latein. Wenn die Worte für die anglikanische Kirche auf Englisch geschrieben sind, nennt man das eine Hymne.

Motetten werden seit dem Mittelalter geschrieben. Mittelalterliche Motetten hatten oft sehr komplexe Rhythmen. Der Tenor hatte oft die Melodie, die eine Volksmelodie sein konnte, und zweistimmige Motetten setzten recht komplizierte Begleitungen auf. Der berühmteste mittelalterliche Komponist, der Motetten schrieb, war Guillaume de Machaut (1300-1377).

In der Renaissance waren Motetten meist mehrstimmig. Das bedeutet, dass die verschiedenen Stimmen (Sopran, Alt, Tenor, Bass) verschiedene Teile der Melodie gleichzeitig sangen, was die Melodie zwar sehr schön, aber ziemlich kompliziert zum Hören machte. Viele Komponisten dieser Zeit schrieben Motetten. Der berühmteste war Giovanni da Palestrina (1525-1594).

In der Barockzeit war einer der berühmtesten Komponisten Heinrich Schütz (1585-1672), der Motetten schrieb, die er "Cantiones Sacrae" (d.h. "geistliche Lieder") nannte. Johann Sebastian Bach (1685-1750) schrieb sechs wunderbare Motetten mit deutschen Texten. Einige Leute glauben, dass Bach einige Instrumente zur Begleitung dieser Motetten verwendet haben könnte. In drei von ihnen teilt sich der Chor in acht Teile.

Die berühmteste Motette aus der Klassik ist Mozarts Ave Verum Corpus.

In der Romantik (19. Jahrhundert) schrieb Anton Bruckner (1824-1896) mehrere Motetten, die auch heute noch bei Chören sehr beliebt sind, sowohl in Gottesdiensten als auch bei Konzerten.