Religionen in China: Überblick zu Buddhismus, Volksreligion, Taoismus & Islam

Religionen in China: Kompakter Überblick zu Buddhismus, Volksreligion, Taoismus, Islam (Uiguren, Hui), Konfuzianismus, Geschichte, Verbreitung und aktuelle Herausforderungen.

Autor: Leandro Alegsa

Hauptreligionen in China sind Buddhismus, chinesische Folklore (Volksreligion), Taoismus und Konfuzianismus. Daneben spielen abrahamitische Religionen wie Islam, Christentum und in kleinerem Umfang Judentum eine Rolle. Viele Chinesinnen und Chinesen praktizieren religiöse oder rituelle Bräuche in synkretischer Form – das heißt, Elemente aus Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus und der Volksreligion werden oft nebeneinander gelebt.

Zahlen zu Anhängerschaften variieren stark je nach Quelle und Erhebungsmethode. Während sich viele Menschen formal als konfessionslos bezeichnen, zeigen Befragungen und ethnografische Studien, dass religiöse Praxis, Ahnenverehrung und lokale Kultfeste in weiten Teilen der Bevölkerung verbreitet sind. Staatlich anerkannt sind offiziell fünf Religionen: Buddhismus, Taoismus, Islam, Katholizismus und Protestantismus; Volksreligionen werden häufig nicht separat in Statistiken erfasst.

Buddhismus

Der Buddhismus kam über Handels- und Kulturkontakte aus Indien nach China und ist heute in vielen Formen präsent. Vorherrschend ist der Mahayana-Buddhismus, daneben existieren tibetisch-buddhistische Traditionen vor allem in Tibet, Qinghai und Teilen von Sichuan sowie nordwestlichen Provinzen. Buddhistische Klöster, Tempel und Feste (z. B. Vesakh, der Buddha-Geburtstag) prägen religiöses Leben an vielen Orten.

Chinesische Volksreligion (Folklore)

Die chinesische Folklore umfasst Ahnenverehrung, Verehrung lokaler Gottheiten, Naturgeister und eine Vielzahl lokaler Rituale. Diese Praktiken sind oft stark mit regionalen Traditionen, Feiertagen (etwa Qingming - Totengedenktag) und Gemeinschaftsritualen verknüpft. Volksreligionen sind weit verbreitet, aber schwer zu quantifizieren, weil sie sich in Alltagsritualen und kulturellen Gewohnheiten zeigen.

Taoismus

Taoismus ist eine in China entstandene religiös-philosophische Strömung mit Schwerpunkt auf Harmonie mit dem Tao (dem „Weg“). Er umfasst philosophische Texte (z. B. Dao De Jing), rituelle Kulte, medizinische, alchemistische und spirituelle Praktiken sowie zahlreiche Tempel und Gemeindeverbände. Taoistische Feste und Riten sind eng mit der Volksreligion verflochten.

Konfuzianismus

Konfuzianismus ist primär eine ethisch-politische Lehre, die das Familien- und Gesellschaftsleben stark geprägt hat. Obwohl oft eher als Philosophie angesehen, enthält der Konfuzianismus rituelle Elemente (z. B. Ahnenverehrung) und beeinflusst Bildung, Moral und staatliche Ideale in China nachhaltig.

Islam

Der Islam wurde schon früh über Handelsrouten nach China gebracht, die Präsenz ist seit der Tang-Zeit belegt (Tang-Dynastie). Heute gehören dem Islam verschiedene ethnische Gruppen an, vor allem das Hui-Volk und das uigurische Volk. Schätzungen der Zahl der Muslime in China variieren, liegen aber in der Regel im Bereich von mehreren zehn Millionen Menschen (häufig werden etwa 20–30 Millionen genannt). Muslime sind regional unterschiedlich verteilt, mit größeren Gemeinschaften in Xinjiang, Ningxia, Gansu und Teilen von Qinghai.

Seit den letzten Jahren gibt es verstärkte staatliche Regulierungen und Einschränkungen der religiösen Praxis, insbesondere in Xinjiang, wo internationale Organisationen und Staaten Berichte über Masseninternierung, Überwachung und andere Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren und andere muslimische Gruppen veröffentlicht haben. Diese Maßnahmen werden international stark kritisiert.

Christentum und Judentum

Christliche Gemeinschaften existieren in China seit frühen Missionsbewegungen und haben sich besonders im 19. und 20. Jahrhundert ausgeweitet. Heute gibt es sowohl staatlich anerkannte Kirchen (Patriotische Vereine) als auch eine große Zahl nicht registrierter „Hauskirchen“ oder unabhängiger Freikirchen. Das Judentum war historisch an Orten wie Kaifeng präsent; die jüdische Gemeinde dort spielt heute eher eine historische Rolle und ist nur sehr klein.

Religiöse Regulierung und Alltagspraxis

Religionsausübung in China unterliegt staatlicher Regulierung. Offizielle Stellen fordern oft Registrierung religiöser Vereinigungen und überwachen religiöse Aktivitäten. Gleichzeitig haben sich nach Öffnung und Reform seit den 1980er-Jahren viele religiöse Praktiken wieder belebt, Tempel wurden restauriert und religiöse Feiertage werden öffentlich begangen. Die Spannbreite reicht jedoch von relativ freier Ausübung bis hin zu strengen Beschränkungen oder Repressionen in bestimmten Regionen und gegenüber bestimmten Gruppen.

Synkretismus und kulturelle Bedeutung

In China sind religiöse Grenzen oft fließend: Viele Menschen kombinieren rituelle Praktiken aus unterschiedlichen Traditionen, und Religion ist eng mit kulturellen, familiären und lokalen Identitäten verbunden. Feste, Ahnenverehrung, Tempelbesuche und lokale Kulte prägen das soziale Leben vieler Gemeinden.

Insgesamt ist die religiöse Landschaft Chinas komplex und vielschichtig: historisch gewachsene Traditionen treffen auf moderne gesellschaftliche Veränderungen und politische Steuerung, sodass sich Glaubenspraxis, Institutionen und Religionszugehörigkeiten ständig weiterentwickeln.

Buddhismus

Es gibt drei bestehende Hauptzweige des Buddhismus: Han-Buddhismus, tibetischer Buddhismus und Theravada. Die ersten beiden gibt es in China. Sie stammen aus dem Mahayana. Sie praktizieren auch andere Religionen und fallen ebenfalls unter die Hindu-Religion.

Volksreligion

Die chinesische Volksreligion ist eine Religion, die in China seit Tausenden von Jahren praktiziert wird. Weltweit gibt es mindestens 800.000.000 Anhänger der chinesischen Volksreligion (Schätzung). Die meisten, wenn nicht sogar alle dieser Anhänger sind auch Anhänger des Buddhismus, des Konfuzianismus und des Taoismus, da diese drei Philosophie-Religionen einen großen Einfluss auf die chinesische Volksreligion haben. Der Einfluss von und zu diesen drei Philosophie-Religionen geht so weit, dass einige mythische Figuren aus der Volkskultur in diese Philosophie-Religionen übergegangen sind und umgekehrt.

Die chinesische Volksreligion setzt sich aus einer Kombination religiöser Praktiken zusammen, darunter Konfuzianismus, Ahnenverehrung, Buddhismus und Taoismus. Die Volksreligion bewahrt auch Spuren einiger ihrer angestammten neolithischen Glaubenssysteme, zu denen die Verehrung der Sonne, des Mondes, der Erde, des Himmels und verschiedener Sterne sowie die Kommunikation mit Tieren gehören. Sie wurde neben dem Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus von den Chinesen auf der ganzen Welt seit Tausenden von Jahren praktiziert.

Taoismus in China

Der Daoismus, oder Taoismus, ist eine Philosophie-Religion, die mindestens 2.500 Jahre alt ist. Er stammt ursprünglich aus China und wird heute in Korea weitgehend praktiziert.

Dao, auch als Tao romanisiert, ist die "Kraft", von der die Taoisten glauben, dass sie alles in der Welt macht. Es ist sehr geheimnisvoll, und anstatt viel Zeit damit zu verbringen, zu erklären, was das Tao ist, konzentrieren sich die Taoisten darauf, ein einfaches und ausgeglichenes Leben in Harmonie mit der Natur zu führen. Dies ist eines der wichtigsten Prinzipien im Taoismus. Taoisten glauben auch, dass Konflikte nicht gut sind und dass es besser ist, einen Weg zu finden, wenn man mit etwas ein Problem hat.

Einige wichtige Taoisten sind:

  • 老子 Lao Zi. Manche sagen, er habe Dào Dé Jīng geschrieben.
  • 庄子 Zhuangzi. Er schrieb ein Buch mit Geschichten, die über den Taoismus sprechen.
  • 黄帝 Huang Di der Gelbe Kaiser. Man sagt, er war einer der ersten Taoisten, aber es ist umstritten, ob er überhaupt existierte oder nicht.


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