Skorbut ist eine Krankheit, die durch einen Mangel an Vitamin C entsteht. Ohne genug Vitamin C kann der Körper kein funktionsfähiges Kollagen bilden – das ist ein wichtiges Strukturprotein für Haut, Blutgefäße, Zähne und Gelenke. Skorbut lässt sich gut behandeln und oft vollständig vermeiden, wenn ausreichend frisches Obst und Gemüse gegessen werden.
Ursachen
Die Hauptursache für Skorbut ist eine langfristig zu geringe Zufuhr von Vitamin C. Das kommt vor bei unausgewogener Ernährung, bei Menschen mit Alkohol- oder Drogensucht, bei älteren, pflegebedürftigen Personen, bei Kindern, die keine frischen Früchte oder Gemüse bekommen, und bei sehr einseitigen Diäten. Früher waren vor allem Seeleute betroffen, weil frisches Obst und Gemüse auf langen Seereisen nicht verfügbar war.
Typische Symptome
Die Beschwerden entwickeln sich meist erst nach mehreren Wochen bis Monaten mit sehr geringer Vitamin‑C‑Zufuhr. Zu den häufigen Symptomen gehören:
- Hautveränderungen: punktförmige Blutungen (Hämosiderin-Einlagerungen), vor allem an Beinen und am Rumpf;
- Zahnfleischprobleme: geschwollenes, leicht blutendes Zahnfleisch, Lockerung oder Verlust von Zähnen;
- Schleimhautblutungen: Blutung aus Mund, Nase und Schleimhäute) sowie erhöhte Neigung zu Blutergüssen;
- Müdigkeit und Schwäche, blasse Haut und allgemeines Krankheitsgefühl;
- Gelenk- und Muskelschmerzen, Gelenkschwellungen durch Blutungen in Gelenken und Weichteilen (Gelenke);
- Wundheilungsstörung und häufige Infektionen;
- Psychische Symptome: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen (Depression).
Komplikationen
Unbehandelter Skorbut kann zu schwerer Anämie, ausgeprägten Infektionen, starkem Gewichtsverlust und in extremen Fällen zu lebensbedrohlichen Problemen führen. Besonders bei älteren oder geschwächten Menschen kann die Erkrankung gefährlich werden.
Diagnose
Die Diagnose basiert auf der typischen Krankengeschichte (mangelhafte Zufuhr von Vitamin C) und den oben beschriebenen Symptomen. Laboruntersuchungen können einen erniedrigten Vitamin‑C‑Spiegel im Blut nachweisen. Bei Bedarf werden Blutbild und andere Laborwerte zur Beurteilung von Anämie und Entzündungszeichen durchgeführt.
Behandlung
Skorbut lässt sich in der Regel schnell und zuverlässig behandeln. Die Therapie besteht in der Zufuhr von Vitamin C durch die Nahrung oder durch Supplemente. Schon nach wenigen Tagen bis Wochen mit ausreichender Vitamin‑C‑Zufuhr bessern sich Müdigkeit, Appetit und die meisten Blutungszeichen. Häufig werden oralere Gaben von Vitamin C über mehrere Wochen empfohlen (häufige Dosen liegen im Bereich von etwa 100–500 mg täglich, die genaue Dosis bestimmt der behandelnde Arzt). Schwere Fälle mit Komplikationen benötigen gegebenenfalls stationäre Behandlung und unterstützende Maßnahmen.
Vorbeugung
Skorbut kann fast immer durch eine abwechslungsreiche Ernährung verhindert werden. Wichtige Vitamin‑C‑Quellen sind:
- Zitrusfrüchte (Orangen, Zitronen), Beeren, Kiwis;
- Paprika, Tomaten, Kartoffeln;
- grünes Blattgemüse und Kreuzblütler (z. B. Kohl);
- bei Bedarf Vitamin‑C‑Präparate, wenn Frischkost nicht ausreichend verfügbar ist.
Allgemein empfohlen wird, auf eine tägliche Vitamin‑C‑Zufuhr zu achten; Raucher und Menschen mit bestimmten Erkrankungen benötigen oft mehr Vitamin C. Eine abwechslungsreiche Kost mit regelmäßigem frischem Obst und Gemüse beugt Skorbut zuverlässig vor.
Wer ist gefährdet?
- Menschen mit sehr einseitiger Ernährung oder ausgeprägter Mangelernährung;
- ältere oder pflegebedürftige Personen, die wenig frische Lebensmittel erhalten;
- Suchtkranke, chronisch Kranke, Menschen mit malabsorptiven Erkrankungen;
- Kinder, die nicht altersgerechte Kost erhalten.
Wann sollte man zum Arzt?
Bei anhaltender Müdigkeit, unerklärlichen Blutungen (z. B. Zahnfleischbluten), schlechter Wundheilung, Gelenkschmerzen oder Kraftlosigkeit sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Frühzeitige Behandlung heilt Skorbut meist vollständig und verhindert Komplikationen.
Kurz zusammengefasst: Skorbut ist heute selten, lässt sich aber leicht behandeln und meist durch eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin C verhindern.

