Samenfarne (Pteridospermatophyta) sind eine historische Sammelbezeichnung für verschiedene ausgestorbene samenbildende Pflanzen mit farnähnlich erscheinendem Laub. Sie zählen zu den Spermatophyten, unterscheiden sich von echten Farnen durch die Bildung von Samen statt reiner Sporen und werden in der Paläobotanik vor allem über fossile Blätter, Samen und Holzreste erkannt.

Merkmale

Typische Merkmale, die bei vielen pteridospermen Fossilien beobachtet werden, sind:

  • pinnate oder gefiederte Blätter mit oft komplexer Nervatur
  • Ovulate oder Samen, teils in cupulenartigen Hüllen oder an modifizierten Blattabschnitten
  • verholzte Achsen und differenzierte Gefäßbündel, Hinweise auf baum- oder strauchartigen Wuchs
  • Variabilität der Fortpflanzungsorgane: vom freien Samen bis zu stärker geschützten Samenanlagen

Fossiler Befund und Zeitlicher Verlauf

Die ältesten nachgewiesenen Vorkommen stammen aus Schichten des Oberdevon und belegen einen frühen Auftritt der samenbildenden Formen im Spätpaläozoikum; das Oberdevon markiert damit einen wichtigen Ausgangspunkt. Die größte Vielfalt und ökologisch dominante Stellung erreichten Samenfarne im Karbon und Perm, wo sie wesentliche Bestandteile von Wäldern und Sumpffloren waren. Im Verlauf des Mesozoikums nahm die Zahl der Gruppen ab; gegen Ende der Kreidezeit waren viele Linien bereits stark reduziert oder verschwunden.

Spätüberlieferung und besondere Funde

Vereinzelt wurden pteridospermenähnliche Fossilien beschrieben, die ein längeres regionales Überleben nahelegen. Solche fossilen Funde aus Regionen wie Tasmanien werden bis ins Eozän datiert, was andeutet, dass manche Linien isoliert überdauerten. Diese Befunde sind jedoch oft fragmentarisch und werden vorsichtig interpretiert.

Bedeutung für die Paläobotanik

Samenfarne sind wichtig, weil sie frühe Schritte der Samenentwicklung dokumentieren und Einblicke in die Zusammensetzung paläoökologischer Gemeinschaften liefern. Bestimmte Gattungen lieferten zudem Hinweise auf die einstige Verbreitung von Floren über weite Regionen und trugen damit indirekt Diskussionen über Kontinentalverbindungen und Klima in früheren Erdzeitaltern.

Systematik und Forschungsstand

Im modernen Sinn gelten Samenfarne nicht als monophyletische Gruppe; sie fassen vielmehr verschiedene Linien samenbildender Pflanzen zusammen, die farnähnliches Laub entwickelten. Die Zuordnung einzelner Fossilien bleibt oft schwierig und stützt sich auf Blattmorphologie, Samen- und Holzanatomiestudien, Cuticula- und Pollenanalysen sowie die stratigraphische und paläogeographische Einordnung. Neue Funde und Methoden der Mikroskopie und Elementanalyse verfeinern fortlaufend das Bild dieser vielfältigen, heute ausgestorbenen Pflanzenlinie.