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Synthetische Cannabinoide (Spice/K2): Wirkung, Risiken und Rechtslage

Synthetische Cannabinoide (Spice/K2): Überblick zu Wirkungen, gesundheitlichen Risiken, Konsumformen und Rechtslage. Symptome, Gefahren sowie Hinweise zu Diagnostik und Behandlung.

Einführung

Synthetischer Cannabis (auch bezeichnet als synthetisches Marihuana) ist eine Gruppe von psychoaktiven Produkten, die zu den Designerdrogen gerechnet werden. Sie bestehen aus getrockneten Kräutern oder pflanzlichem Material, das mit künstlichen Chemikalien beschichtet oder besprüht wurde. Im Alltag werden diese Produkte unter Namen wie K2, Spice oder im Deutschen oft als „falsches Unkraut“ oder „Gewürz“ verkauft.

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Begriff und Zusammensetzung

Der Ausdruck „synthetisch“ bedeutet hier, dass die wirkenden Substanzen nicht aus der Cannabispflanze gewonnen wurden, sondern im Labor hergestellt sind. Das Pflanzenmaterial selbst stammt meist nicht von der Cannabis-Pflanze und das Produkt enthält nicht notwendigerweise die natürlichen Inhaltsstoffe, die in Marihuana vorkommen.

Wesentlich sind stattdessen synthetische Cannabinoide, eine sehr heterogene Gruppe von Chemikalien, die so entwickelt wurden, dass sie im Gehirn an dieselben Rezeptoren binden wie das natürliche THC. Aus diesem Grund können sie ähnlich wie echtes Cannabis zu einem „high“-Erleben führen, jedoch oft mit anderer Wirkung und deutlich stärkeren Nebenwirkungen.

Formen, Handelsnamen und Konsum

  • Häufige Handelsnamen: K2, Spice, „Gewürz“, „Fake Weed“.
  • Darreichungsformen: getrocknetes Pflanzenmaterial zum Rauchen, teilweise auch als Flüssigkeit für Vaporizer.
  • Verpackung: oft als „Räuchermischung“, „Duftstoff“ oder mit irreführenden Etiketten verkauft, um Kontrollen zu umgehen.

Wirkung und Wirkungsmechanismus

  • Synthetische Cannabinoide binden an die gleichen Rezeptoren wie THC, können aber eine stärkere oder andere Aktivierung bewirken.
  • Die Wirkung ist schwer vorhersehbar: Intensität und Dauer variieren je nach Substanz, Dosis und Reinheit.
  • Berichtete akute Effekte reichen von Entspannung und Euphorie bis zu Angst, Paranoia, Halluzinationen, Krampfanfällen und Bewusstseinsverlust.

Gesundheitliche Risiken

Im Vergleich zu natürlichem Cannabis sind bei synthetischen Produkten folgende Risiken besonders hervorzuheben:

  • Hohe und variable Potenz, dadurch vermehrt akute Vergiftungserscheinungen.
  • Unvorhersehbare Zusatzstoffe und Verunreinigungen, die zusätzliche toxische Effekte auslösen können.
  • Mögliche schwere Nebenwirkungen: Herz-Kreislauf-Probleme, Krampfanfälle, akute Psychosen, Nierenversagen und in seltenen Fällen tödliche Verläufe.
  • Längerfristige Risiken sind nicht umfassend erforscht; Schädigungen des zentralen Nervensystems und Abhängigkeitssyndrome wurden beschrieben.

Diagnostik und Behandlung

Typischerweise sind Standard-Drogentests gegenüber vielen synthetischen Cannabinoiden blind; speziellere Analysen im Labor sind nötig, um bestimmte Substanzen nachzuweisen. Die Behandlung akuter Vergiftungen erfolgt symptomatisch und unterstützend:

  • Überwachung von Vitalfunktionen und gegebenenfalls Unterstützung der Atmung.
  • Behandlung von Krampfanfällen und schweren psychotischen Zuständen mit geeigneten Medikamenten und Sedierung.
  • Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie Behandlung organbezogener Komplikationen (z. B. Nieren- oder Herzprobleme).

Verbreitung und rechtliche Lage

Synthetische Cannabisprodukte wurden weltweit gehandelt und haben in vielen Ländern zu neuen gesetzlichen Regelungen geführt. Hersteller wechseln häufig die chemischen Varianten, um bestehende Verbote zu umgehen; deshalb ist die Rechtslage dynamisch und länderspezifisch geregelt.

Prävention und Harm Reduction

  • Information und Aufklärung über die Risiken sind zentral, da die Inhaltsstoffe und deren Wirkungen oft unbekannt sind.
  • Wer akute gesundheitliche Probleme nach Konsum bemerkt, sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
  • Vermeidung von Produkten mit unklarer Herkunft oder irreführender Kennzeichnung verringert das Risiko schädlicher Wirkungen.

Zusammenfassung

Synthetischer Cannabis bezeichnet Produkte aus pflanzlichem Material, das mit künstlichen Chemikalien versetzt ist, um cannabisähnliche Effekte zu erzeugen. Obwohl sie an Gehirnrezeptoren wirken wie THC, unterscheiden sich ihre Wirkungen, Risiken und die rechtliche Einordnung deutlich vom natürlichen Cannabis und von Marihuana. Die Effekte können zu einem „high“ führen, sind aber oft unberechenbar und mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden. Weitere Informationen zu Designerdrogen und chemischen Risiken finden sich in Fachquellen.

Sicherheit

Die medizinische Forschung hat gezeigt, dass synthetischer Cannabis viel gefährlicher ist als normales Marihuana. So ergab beispielsweise eine Forschungsstudie, dass Menschen, die synthetischen Cannabis konsumierten, 30-mal häufiger eine medizinische Notfallbehandlung erhielten als Menschen, die reguläres Marihuana konsumierten.

Synthetische Cannabinoide können auch viel schwerwiegendere Symptome und Gesundheitsprobleme verursachen als normales Marihuana. Zu diesen Problemen können gehören:

Die Forschung und die Erfahrungen von Menschen, die versuchen, mit der Einnahme von synthetischem Cannabis aufzuhören, zeigen, dass es bei einigen Menschen Sucht- und Entzugserscheinungen hervorruft.

Professor John W. Huffman, der als Erster viele der in synthetischem Cannabis verwendeten Chemikalien geschaffen hat, sagte "Menschen, die es verwenden, sind Idioten. Sie wissen nicht, was es ihnen antun wird. "

Rechtliche Fragen

Synthetischer Cannabis hat eine komplizierte Rechtsgeschichte hinter sich. Die Hersteller von synthetischem Cannabis haben viele verschiedene Strategien angewandt, um zu verhindern, dass ihre Produkte illegal sind.

Zum Beispiel wird synthetischer Cannabis oft in Verpackungen verkauft, die ihn "Kräuterweihrauch" nennen. Die meisten dieser Verpackungen haben auch ein Warnetikett mit der Aufschrift "Nicht für den menschlichen Verzehr" (nicht für den menschlichen Körper). Auf diese Weise können Unternehmen, die synthetischen Cannabis herstellen, sagen, dass sie keine Drogen verkaufen, und es ist nicht ihre Schuld, wenn die Menschen ihre Warnhinweise ignorieren.

Es war auch schwierig für Staaten und Länder, synthetischen Cannabis illegal zu machen, weil es so viele verschiedene Cannabinoide gibt. So hat beispielsweise das Vereinigte Königreich im Jahr 2009 alle Cannabinoide, die es gibt, illegalisiert. Wissenschaftler schufen jedoch schnell neue Versionen von Cannabinoiden, die in den britischen Gesetzen nicht als illegal aufgeführt waren. Wie viele andere Länder hat das Vereinigte Königreich versucht, jedes neue Cannabinoid zu verbieten, sobald es geschaffen wird, aber es werden ständig neue hergestellt.

Die meisten Länder in Europa und einige wenige Länder in Asien haben einige oder alle synthetischen Cannabinoide illegalisiert.

Vereinigte Staaten

Vor 2010 hatte die US-Drogenbehörde DEA (United States Drug Enforcement Administration) einige der in synthetischem Marihuana verwendeten Cannabinoide in den USA illegalisiert. Andere Cannabinoide waren nicht illegal. Einige Staaten verabschiedeten eigene Gesetze, um synthetisches Cannabis in ihren Staaten illegal zu machen. Vor 2010 waren jedoch nicht alle Cannabinoide in den Vereinigten Staaten illegal.

Am 6. Juni 2010 beging ein Teenager aus Iowa namens David Mitchell Rozga Selbstmord. Seine Freunde sagten, sie und Rozga hätten etwa eine Stunde, bevor er sich erschossen hatte, synthetischen Cannabis geraucht. Über Rozgas Selbstmord und die Idee, dass er durch synthetischen Cannabis verursacht worden sein könnte, wurde in Zeitungen und Medien auf der ganzen Welt berichtet.

Nach dem Selbstmord von Rozga nutzte die DEA "Notstandsbefugnisse", um fünf Cannabinoide, die häufig in synthetischem Marihuana vorkommen, illegal zu machen. Außerdem schlug US-Senator Chuck Grassley nach dem Selbstmord ein Gesetz mit dem Namen "David Mitchell Rozga Act" vor. Dieses Gesetz würde den Gebrauch oder Verkauf von synthetischem Cannabis illegal machen. Das Gesetz wurde im Juni 2011 vom Kongress der Vereinigten Staaten verabschiedet.

Am 10. Juli 2012 unterzeichnete Präsident Barack Obama den "Synthetic Drug Abuse Prevention Act of 2012" in Kraft. Es machte die gebräuchlichsten Chemikalien, die in synthetischem Marihuana verwendet werden, illegal.

Verwandte Seiten

  • Marihuana
  • Designer-Drogen
  • THC (die Chemikalie, die synthetische Cannabinoide zu imitieren versuchen)

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Autor

AlegsaOnline.com Synthetische Cannabinoide (Spice/K2): Wirkung, Risiken und Rechtslage

URL: https://de.alegsaonline.com/art/95689

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Quellen