Inhalt
Ereignisse
Europa
Im Jahr 1259 war die politische Landschaft Europas weiterhin durch dynastische Ansprüche und Feudalbeziehungen geprägt. Als bedeutendes Ereignis gilt der Abschluss eines Übereinkommens zwischen Heinrich III. von England und Ludwig IX. von Frankreich. In diesem Abkommen verzichtete Heinrich weitgehend auf seine Ansprüche auf größere Teile des ehemaligen normannisch-anglonormannischen Besitzes in Frankreich und erkannte im Gegenzug die englische Herrschaft über Teile Südwestfrankreichs (vor allem Gascony) an. Zugleich bestätigte Heinrich die feudale Beziehung, indem er für die betreffenden Besitzungen die Lehenspflicht gegenüber dem französischen König anerkannte. Dieses Abkommen trug kurzfristig zur Beruhigung der anglofranzösischen Beziehungen bei, veränderte aber nicht grundlegend die langfristigen Rivalitäten zwischen beiden Königshäusern.
Auf regionaler Ebene dominierten weiterhin Auseinandersetzungen zwischen lokalen Fürsten, Rivalitäten im Heiligen Römischen Reich und die fortdauernden Umbrüche auf der iberischen Halbinsel im Rahmen der Reconquista. Die Quellenlage für viele kleinere Ereignisse dieses Jahres ist fragmentarisch; zahlreiche Beschlüsse und Fehden sind vor allem in lokalen Urkunden dokumentiert.
Asien
Das Jahr 1259 hatte weitreichende Folgen für die Mongolische Welt: Möngke Khan, der vierte Großkhan der Mongolen und Enkel Dschingis Khans, starb während eines Feldzugs gegen die südliche Song-Dynastie in China. Sein Tod führte unmittelbar zu einem erbitterten Thronfolgekonflikt innerhalb der Tolui-Linie der Mongolen (dem sogenannten Toluidischen Bürgerkrieg), in dem sich vor allem Kublai Khan und sein Bruder Ariq Böke gegenüberstanden. Dieser innermongolische Konflikt schwächte die zuvor relativ einheitliche Führung des Reiches, verzögerte die Eroberung des südchinesischen Reiches der Song und trug langfristig zur Aufspaltung des Mongolenreichs in mehrere politisch autonome Teilreiche bei.
Darüber hinaus beeinflusste die Instabilität im Kern des Reiches auch die Aktivitäten mongolischer Teilarmeen in Vorderasien, Osteuropa und dem Nahen Osten – die zentralisierte Koordination großer Feldzüge war nach Möngkes Tod nur noch eingeschränkt möglich.
Geburten
Für das Jahr 1259 sind aus den überlieferten Quellen nur wenige sicher datierte Geburten von weithin bekannten historischen Persönlichkeiten überliefert. Die mittelalterlichen Quellen dokumentieren vornehmlich die Geburten von Mitgliedern adeliger Familien in regionalen Urkunden; viele dieser Angaben sind aber fragmentarisch oder erst in späteren Chroniken überliefert. Deshalb fehlen für 1259 zuverlässige und allgemein bekannte Namen, die für das größere historische Narrativ von zentraler Bedeutung sind.
Hinweis: Die unsichere Überlieferungslage macht es oft nötig, bei konkreten Geburtsdaten im 13. Jahrhundert vorsichtig zu sein und unterschiedliche Quellen kritisch zu vergleichen.
Todesfälle
- Möngke Khan (gestorben 1259) – Großkhan der Mongolen. Sein Tod während eines Feldzugs gegen die südliche Song-Dynastie löste den toluidischen Thronfolgekonflikt aus, der die weitere Entwicklung des Mongolenreichs stark beeinflusste.
- Christopher I. von Dänemark (gestorben 29. Mai 1259) – König von Dänemark. Seine Regierungszeit war von inneren Auseinandersetzungen mit dem Adel und kirchlichen Spannungen geprägt; nach seinem Tod folgte ihm sein Sohn Erik V. (Erik Klipping) auf den Thron.
Neben diesen überregional bedeutenden Todesfällen sind in regionalen Quellen zahlreiche Adlige, Bischöfe und Städtefunktionäre verzeichnet, deren lokale Bedeutung hoch war, deren Namen und Lebensdaten aber heute oft nur bruchstückhaft überliefert sind.
Zusammenfassung: Das Jahr 1259 zeichnete sich durch diplomatische Neuordnungen in Westeuropa und durch einen einschneidenden Machtvakuum in der Mongolenwelt aus. Während das Abkommen zwischen England und Frankreich kurzzeitig zur Stabilisierung beitrug, führte der Tod Möngkes zu langanhaltenden inneren Konflikten im größten Reich der Zeit und veränderte damit die geopolitische Lage Eurasiens.