Adlai Stevenson II (1900–1965) – US-Politiker, Gouverneur & UN-Botschafter

Adlai Stevenson II (1900–1965) – US-Politiker, zweimaliger Präsidentschaftskandidat, Gouverneur von Illinois (1949–53) und langjähriger US-Botschafter bei den Vereinten Nationen.

Autor: Leandro Alegsa

Adlai Ewing Stevenson II (5. Februar 1900 – 14. Juli 1965) war ein einflussreicher amerikanischer Politiker, Diplomat und Intellektueller der Demokratischen Partei. Er trat bei den Wahlen von 1952 und 1956 gegen Dwight D. Eisenhower an, verlor aber beide Male deutlich. Stevenson war Enkel des früheren Vizepräsidenten Adlai E. Stevenson und diente von 1949 bis 1953 als 31. Gouverneur von Illinois. Von 1961 bis zu seinem Tod 1965 war er Botschafter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen.

Frühes Leben und Ausbildung

Stevenson wurde in Los Angeles geboren und wuchs in einer politisch prominenten Familie auf. Er studierte an angesehenen Universitäten und erwarb einen juristischen Abschluss, bevor er als Anwalt und später in öffentlichen Ämtern tätig wurde. Sein familiärer Hintergrund und seine Ausbildung prägten seinen Ruf als belesener, wortgewandter Vertreter einer aufgeklärten, liberalen Politik.

Gouverneur von Illinois (1949–1953)

Als Gouverneur verfolgte Stevenson Reformziele, die Verwaltung modernisieren und soziale Leistungen verbessern sollten. Schwerpunkte seiner Amtszeit waren Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der Staatsverwaltung, Investitionen in Bildung und Straßennetze sowie Verbesserungen im Bereich Gesundheit und Wohlfahrt. Sein moderater, sachorientierter Regierungsstil unterschied ihn von vielen populistischen Politikern seiner Zeit.

Präsidentschaftskandidaturen 1952 und 1956

Stevenson wurde 1952 und erneut 1956 vom Demokratischen Partei-Establishment als Präsidentschaftskandidat nominiert. Seine Kampagnen zeichneten sich durch überzeugende Reden, intellektuelle Argumentation und einen Schwerpunkt auf internationaler Zusammenarbeit und verantwortlichem Regierungshandeln aus. Diese Eigenschaften machten ihn bei vielen Intellektuellen und städtischen Wählern beliebt, führten im Wahlkampf aber auch zu Angriffen seitens der politischen Gegner, die ihm den Spitznamen „Egghead“ verpassten. Die Wahlentscheidungen fielen zugunsten des populären Kriegshelden Eisenhower aus – beide Male verloren die Demokraten deutlich.

Botschafter bei den Vereinten Nationen

1961 ernannte Präsident John F. Kennedy Stevenson zum Botschafter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen; er behielt dieses Amt auch unter Präsident Lyndon B. Johnson. In New York machte Stevenson internationale Diplomatie und überzeugende öffentliche Auftritte zu seinen Markenzeichen. Eine seiner bekanntesten Rollen spielte er während der Kuba-Krise 1962, als er im UN-Sicherheitsrat auftrat und belastende Beweise für sowjetische Raketenbasen auf Kuba präsentierte. Sein Auftritt trug zur internationalen Aufmerksamkeit und zum Druck auf die Sowjetunion bei.

Persönliches und Vermächtnis

Stevenson galt als eine Stimme der intellektuellen, liberalen Mitte des 20. Jahrhunderts in den USA: wortgewandt, prinzipientreu und auf internationale Kooperation bedacht. Sein Stil und seine Redekunst beeinflussten die öffentliche Debatte und hinterließen ein bleibendes Bild des engagierten, aber kultivierten Politikers. Sein Sohn Adlai Stevenson III setzte die politische Tradition der Familie fort und wurde später US-Senator von Illinois. Stevenson starb 1965 in London an einem Herzinfarkt während einer Europareise; sein Tod löste breite Anteilnahme im In- und Ausland aus.

Bedeutung: Adlai Stevenson II wird bis heute als Symbol für eine Form der Politik erinnert, die auf Argumente, internationale Verantwortung und intellektuelle Integrität setzt. Seine Karrieren als Gouverneur, Präsidentschaftskandidat und UN-Botschafter machten ihn zu einer prägenden Figur der amerikanischen Politik in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Frühes Leben

Stevenson wurde in Los Angeles, Kalifornien, als Sohn von Lewis Stevenson und Helen Davis Stevenson geboren. Sein Urgroßvater mütterlicherseits, Jesse W. Fell, war ein enger Freund und Wahlkampfmanager von Abraham Lincoln. Sein ältester Sohn Adlai Stevenson III wurde von 1970 bis 1981 Senator der Vereinigten Staaten von Illinois. Er wuchs in Bloomington, Illinois, auf. Er studierte bis zu seiner Mittelstufe an der Bloomington High School. Danach besuchte er die University High School in Normal, Illinois. Danach studierte er an der Princeton University und der Northwestern University Law School.

Politische Karriere

Er kandidierte sechs Mal für das Präsidentenamt, nämlich 1940, 1944, 1948, 1952, 1956 und 1960, und verlor die Vorwahlen der Demokraten an Franklin D. Roosevelt, Harry S. Truman und John F. Kennedy. Er verlor auch die Wahlen von 1952 und 1956 gegen den Republikaner Dwight D. Eisenhower. Stevenson war vom 10. Januar 1949 bis zum 12. Januar 1953 Gouverneur von Illinois.

Persönliches Leben

Er heiratete 1928 Ellen Borden und ließ sich 1949 scheiden. Stevenson ist ein Cousin zweiten Grades, der einst vom Schauspieler McLean Stevenson entfernt wurde. Sein Sohn ist der ehemalige Senator von Illinois, Adlai Stevenson III.

Nach den Wahlen von 1952 und 1956

Im Jahr 1953 wurde er zum Fellow der American Academy of Arts and Sciences gewählt.

1957 kehrte er in die Anwaltspraxis zurück. Er war in Teilzeit bei der EncyclopædiaBritannica angestellt.

Wahl 1960

Stevenson versuchte, bei den Wahlen 1960 für die Nominierung zu kandidieren. Er verlor gegen Senator John F. Kennedy. Stevenson weigerte sich, die Nominierungsansprache an John F. Kennedy zu halten. Nachdem Kennedy die Nominierung gewonnen hatte, kandidierte Stevenson für ihn.


Botschafter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen

5. Botschafter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen

Im Amt

1961-1965

Präsident

John F. Kennedy
Lyndon B. Johnson

Generalsekretär

Dag Hammarskjöld
UThant

Vorgänger

James J. Wadsworth

Nachfolger

Arthur Goldberg

Er wurde 1961 zum Botschafter bei den Vereinten Nationen ernannt.

Stevensons bekannteste Momente ereigneten sich während der Kubakrise, als er am 25. Oktober 1962 auf einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates einen Vortrag hielt.

Tod und Begräbnis

Stevenson erlitt am Nachmittag einen Herzinfarkt und starb später am 14. Juli 1965 in London an Herzversagen. An der Beerdigung in Bloomington, Illinois Unitarian Church, nahmen Präsident Lyndon B. Johnson und Vizepräsident Hubert Humphrey sowie der Oberste Richter am Obersten Gerichtshof, Earl Warren, teil.

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Stevensons Grab



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