Binokulares Sehen ist ein Sehen, bei dem beide Augen gemeinsam benutzt werden. Es kann bedeuten, dass man zwei Augen anstelle von einem hat, aber häufiger bedeutet es, dass man ein Gesichtsfeld hat, das vom Gehirn mit Input von beiden Augen zusammengesetzt wird. Dies ist die Standardausrüstung für Wirbeltiere und viele andere Tierarten.

Der Mensch hat mit zwei Augen ein maximales horizontales Sichtfeld von etwa 200 Grad. Etwa 120 Grad bilden das binokulare Gesichtsfeld (von beiden Augen gesehen) und zwei Seitenfelder von etwa 40 Grad, die von nur einem Auge gesehen werden.

Unser Sehsystem verwendet die Parallaxe, um präzise Tiefeninformationen, die so genannte Stereopsis, zu geben. Ein solches binokulares Sehen geht gewöhnlich mit einem Einäugigen Sehen oder einer binokularen Fusion einher, bei der ein einziges Bild gesehen wird, obwohl jedes Auge ein eigenes Bild eines Objekts hat.

Stereopsis ist der Eindruck von Tiefe, den wir erhalten, wenn wir eine Szene mit beiden Augen betrachten. Beim binokularen Betrachten einer Szene entstehen zwei leicht unterschiedliche Bilder der Szene in den beiden Augen, was auf die unterschiedliche Position der Augen auf dem Kopf zurückzuführen ist. Diese Unterschiede liefern Informationen, die das Gehirn zur Berechnung der Tiefe in der visuellen Szene verwendet. Der Begriff "Stereopsis" wird oft als Kurzhand für "binokulares Sehen", "binokulare Tiefenwahrnehmung" oder "stereoskopische Tiefenwahrnehmung" verwendet, obwohl der mit der Stereopsis verbundene Tiefeneindruck streng genommen auch unter anderen Bedingungen entstehen kann, z.B. wenn ein Beobachter eine Szene mit nur einem Auge betrachtet, während er sich bewegt. Die Bewegung des Beobachters erzeugt im Laufe der Zeit Unterschiede im einzelnen Netzhautbild, ähnlich der binokularen Disparität; dies wird als Bewegungsparallaxe bezeichnet.