Commodore Nutt (1. April 1848 – 25. Mai 1881) war ein amerikanischer Unterhalter, der im 19. Jahrhundert als Teil von P. T. Barnums Schauunternehmen große Bekanntheit erlangte. Geboren als George Washington Morrison Nutt in New Hampshire, fiel er früh durch seine sehr geringe Körpergröße auf und trat schon als junger Mann in Shows auf. Im Jahr 1861 tourte er mit einem Zirkus durch Neuengland, als P. T. Barnum ihn für einen Auftritt im American Museum in New York City engagierte. Barnum gab ihm den Künstlernamen Commodore Nutt, stattete ihn mit einer auffälligen Garderobe mit Marineuniformen aus und präsentierte ihn zusammen mit einer Miniaturkutsche in Form eines englischen Nussbaums. In den Shows übernahm Nutt komische Einlagen, Gesangs‑ und Tanznummern sowie pantomimische Rollen und wurde schnell zu einer der Hauptattraktionen des Museums.

Leben, Karriere und öffentliche Wahrnehmung

Commodore Nutt war Teil der aufsehenerregenden Unterhaltungskultur des 19. Jahrhunderts, in der Barnum spektakuläre Inszenierungen, PR‑Tricks und Prominenzauftritte verband. Die Rolle des „Kommodore“ war weniger ein historisch glaubwürdiger Titel als eine theatralische Figur, die Barnum zur Vermarktung einsetzte. Nutt trat nicht nur in den Vereinigten Staaten auf, sondern gehörte später auch zu den Artisten, die auf Auslandsreisen vor wohlhabenden und oft adeligen Zuschauern spielten.

Beziehungen, Wedding und persönliche Folgen

Nutt war in Lavinia Warren, eine andere kleine Person im American Museum, verliebt. Lavinia war einige Jahre älter und betrachtete Nutt nach zeitgenössischen Berichten eher als „netten kleinen Jungen“; diese einseitige Liebe belastete ihn und trug später zu Phasen der Niedergeschlagenheit bei. Lavinia heiratete 1863 General Tom Thumb in einer spektakulären Hochzeit, die von Barnum organisiert worden war und als großes Medienereignis galt; Tausende von Zuschauern und zahlreiche prominente Persönlichkeiten besuchten oder berichteten über die Feier. Nutt fungierte bei dieser Hochzeit als Trauzeuge. Nach dem Ereignis zog er sich nach Berichten aus der Zeit eine Weile von Frauen zurück; erst 1879 heiratete er Lilian Elston aus Redwood City, Kalifornien.

Späte Jahre und Vermächtnis

Zwischen 1869 und 1872 tourte Nutt zusammen mit den Thumbs und der Schwester Lavinias, Minnie Warren, weltweit. Die Künstler traten vor europäischen Publikumsschichten und auch vor Mitgliedern verschiedener Königshäuser auf; nach diesen Auftritten kehrten sie finanziell begünstigt in die USA zurück. Später kam es zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen Nutt und Barnum, nach der Nutt das Unternehmen verließ. In der Folge arbeitete er in einem komischen Opernensemble, stellte eine Varietéshow an der Westküste der Vereinigten Staaten zusammen und betrieb mehrere Saloons in Oregon und Kalifornien. Schließlich kehrte er nach New York City zurück, wo er im Mai 1881 an der sogenannten Bright'schen Krankheit (einer damals gebräuchlichen Bezeichnung für Nierenerkrankungen) starb.

Commodore Nutt bleibt als Teil der Barnum‑Shows und der breiteren Geschichte der Unterhaltung im 19. Jahrhundert erinnerlich. Seine Lebensgeschichte illustriert sowohl die Popularität als auch die Ambivalenz der öffentlich zur Schau gestellten „Kuriositäten“ jener Zeit: Sie brachte Ruhm und Wohlstand, war aber oft auch von Ausgrenzung, Vermarktung und kontroversen Machtverhältnissen geprägt.