Willard Mitt Romney (geboren am 12. März 1947 in Detroit, Michigan), gewöhnlich Mitt Romney genannt, ist ein amerikanischer Geschäftsmann und Politiker. Romney ist der Junior-Senator der Vereinigten Staaten von Utah seit dem 3. Januar 2019. Zuvor war er der 70. Gouverneur von Massachusetts (2003–2007) und der Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei bei den Wahlen 2012. Er ist bekannt für seine Tätigkeit bei Bain Capital, seine Leitung des Organisationskomitees der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City sowie für die Gesundheitsreform in Massachusetts, die häufig als Modell für spätere Diskussionen auf nationaler Ebene herangezogen wurde.
Frühes Leben und Ausbildung
Romney wurde in eine politisch aktive Familie geboren: sein Vater, George W. Romney, war Gouverneur von Michigan und später US-Wirtschaftsminister. Mitt Romney absolvierte ein Studium an der Brigham Young University und erhielt später sowohl einen Juris Doctor (J.D.) als auch einen Master of Business Administration (MBA) an der Harvard University (Harvard Law School und Harvard Business School), Abschlussjahr 1975. In seiner Jugend und frühen Erwachsenenzeit erfüllte er auch eine Mission der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Frankreich.
Wirtschaftliche Karriere
Nach dem Studium arbeitete Romney unter anderem bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group und gründete schließlich 1984 mit Kollegen Bain Capital, eine Investmentfirma, die private Beteiligungen und Finanztransaktionen durchführte. Seine Zeit bei Bain ist sowohl Grundlage seines Erfolgs als auch Gegenstand politischer Kritik gewesen, da Gegner die Folgen von Umstrukturierungen und Arbeitsplatzverlagerungen thematisierten.
Politische Laufbahn & Präsidentschaftskampagnen
Romney trat 2002 als Kandidat für das Gouverneursamt in Massachusetts an und gewann. Während seiner Amtszeit trieb er die bekannte Gesundheitsreform in Massachusetts voran, die 2006 verabschiedet wurde und Versicherungsdeckungen für viele zuvor Unversicherte ausweitete. Er bewarb sich 2008 erstmals um die Nominierung der Republikanischen Partei für die Präsidentschaft, verlor aber die Nominierung an den Senator der Vereinigten Staaten, John McCain aus Arizona.
Bei den Vorwahlen 2012 kandidierte Romney erneut und gewann die republikanische Nominierung, indem er unter anderem den ehemaligen Senator von Pennsylvania, Rick Santorum, und den ehemaligen Sprecher Newt Gingrich hinter sich ließ. Sein Vizekandidat war der US-Abgeordnete Paul Ryan aus Wisconsin. Im Präsidentschaftsrennen 2012 trat er gegen den amtierenden Präsidenten Barack Obama an. Romney erhielt 206 Stimmen im Wahlkollegium, Obama 332, und verlor damit die Wahl.
Senator für Utah und aktuelles politisches Wirken
Nach dem Rücktritt des Senators von Utah, Orrin Hatch, kündigte Romney seine Kandidatur für den Senat der Vereinigten Staaten bei den Wahlen 2018 an. Im Juni 2018 gewann er die republikanische Nominierung und anschließend die Parlamentswahlen mit großem Vorsprung. Sein Einzug in den Senat markierte eine Rückkehr in die aktive Politik auf Bundesebene.
Als Senator profilierte sich Romney häufig als gemäßigt-konservativer Abgeordneter mit eigenständiger Linie. Er war ein sichtbarer Kritiker von Donald Trump während der Präsidentschaftswahlen 2016 und unterstützte zwischenzeitlich den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson von der Libertarian Party als Protestoption. Während der Amtszeit Trumps wurde Romney wiederholt als möglicher Außenminister gehandelt, die Position erhielt jedoch letztlich der Geschäftsmann Rex Tillerson.
Romney sorgte als Senator international und innenpolitisch für Aufsehen: Er war einer der wenigen Republikaner, die wiederholt Trump öffentlich widersprachen, und stimmte in den Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Während des ersten Amtsenthebungsverfahrens im Senat 2020 war Romney der einzige republikanische Senator, der in einem der Artikel (Missbrauch der Amtsgewalt) für eine Verurteilung gestimmt hat. Auch im zweiten Amtsenthebungsverfahren nach dem 6. Januar 2021 zählte Romney zu den wenigen Republikanern, die für eine Verurteilung votierten.
Politische Positionen
- Wirtschaft: Befürworter marktwirtschaftlicher Lösungen und fiskalischer Verantwortung; betont oft Bedeutung von privater Initiative und Wettbewerb.
- Gesundheitswesen: Unterstützte als Gouverneur eine verpflichtende Krankenversicherungslösung auf Landesebene (Massachusetts), bleibt aber gegen staatlich finanzierte Vollversicherung auf Bundesebene in der Form, wie sie manche Demokraten vorschlagen.
- Außenpolitik: Kritisch gegenüber autoritären Staaten (z. B. China, Russland), setzt sich für starke transatlantische Beziehungen und klare Positionen zu Menschenrechtsfragen ein.
- Bipartisanship: Bekanntermaßen offen für Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg, was ihm sowohl Anerkennung als auch Kritik innerhalb seiner Partei eingebracht hat.
Privatleben
Romney ist mit Ann Romney (geb. Davies) verheiratet; das Paar hat fünf Söhne. Die Familie ist traditionsgemäß der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verbunden, und religiöse Werte spielen eine sichtbare Rolle in Romneys öffentlichem Auftreten. Neben der Politik engagiert sich Romney in philanthropischen Aktivitäten und gemeinnützigen Initiativen.
Veröffentlichungen
Romney ist Autor mehrerer Schriften und eines Buches über seine politischen Ansichten und Visionen für die USA. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen gehört das Buch "No Apology: The Case for American Greatness" (2010), in dem er seine außen- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen darlegt.
Mitt Romney bleibt eine prägende Figur innerhalb der republikanischen Partei und der amerikanischen Politik insgesamt: eine Persönlichkeit, die Wirtschaftskompetenz, konservative Grundsätze und gelegentliche politische Unabhängigkeit miteinander verbindet.


