Diorit (/ˈdaɪ. əˌraɪt/) ist ein plutonisches, also intrusives magmatisches Gestein, das überwiegend aus Plagioklas-Feldspat (typischerweise Andesin), sowie dunklen Silikatmineralen wie Biotit, Hornblende und/oder Pyroxen besteht. Chemisch und mineralogisch liegt Diorit zwischen dem mafischen Gabbro und dem felsischen Granit. Farben reichen meist von hell- bis dunkelgrau über bläulich-grau bis schwarz; häufig zeigt das Gestein einen grünlichen Schimmer durch Amphibol oder Chlorit. Der Plagioklas in Diorit ist im Vergleich zu Gabbro natriumreicher und kalziumärmer.

Zusammensetzung und Mineralogie

Diorit besteht hauptsächlich aus:

  • Plagioklas-Feldspat (meist Andesin)
  • Amphibol (vor allem Hornblende)
  • Biotit
  • Pyroxen (bei manchen Typen)

Geringe Mengen an Quarz, Mikroklin (Orthoklas) oder Olivin können vorkommen. Als akzessorische Minerale treten Zirkon, Apatit, Titanit, Magnetit, Ilmenit und Sulfide auf; auch Muskovit ist gelegentlich vorhanden. Sorten, die arm an dunklen Mineralen sind, werden als Leucodiorit bezeichnet. Enthält das Gestein Olivin und eisenreichere Pyroxene (z. B. Augit), spricht man von Ferrodiorit, das graduell in Gabbro übergehen kann. Ein Diorit mit signifikantem Quarzgehalt (>5 %) wird als Quarz-Diorit bezeichnet; bei mehr als ~20 % Quarz spricht man von Tonalit. Wird mehr als 10 % Orthoklas (Kaliumfeldspat) vorhanden, führt dies in Richtung Monzodiorit bzw. Granodiorit. Ein Dioritgestein, das feldspathoide Minerale und keinen Quarz enthält, wird als foidhaltiger (auch foidischer) Diorit bezeichnet.

Textur und Gefüge

Diorit zeigt typischerweise eine phaneritische (grobkörnige) Textur mit gleichkörnigem, oft sprenkeligem Aussehen. Porphyrische Gefüge mit größeren Feldspat- oder Amphibol-Einsprenglingen kommen vor. Eine besondere Variante ist der orbikuläre Diorit, bei dem konzentrische Wachstumsbänder aus Plagioklas und Amphibol um einen Kern innerhalb einer porphyrischen Matrix ausgeprägt sind.

Entstehung (Petrogenese)

Diorit entsteht typischerweise in kontinentalen Bogensystemen (Subduktionszonen) durch fraktionierte Kristallisation von basaltischen Magmen, durch partielle Schmelzen von mafischem Material in der unteren Kruste oder durch Mischung von magmen unterschiedlicher Zusammensetzung. Diorit gehört häufig zur kalkalkalinen Magmenserie und bildet große Batholithe und plutonische Komplexe in orogenen (gebirgsbildenden) Regionen.

Vorkommen

Diorite sind weltweit verbreitet und treten vor allem in Zusammenhang mit vulkanischen Bögen und großräumigen Plutonkomplexen auf. Häufige Fundorte sind die Anden und andere Teile der pazifischen Küstengebirge, aber auch zahlreiche Gebietsbildungen in Europa, Nordamerika, Skandinavien und Asien enthalten Dioritkörper. Dioritische Intrusionen bilden oft große Batholithe, die während der Kordilleren-Gebirgsbildung entstanden sind.

Klassifikation

Die Einstufung von Diorit erfolgt nach dem Anteil der Feldspäte, dem Verhältnis von Plagioklas zu Orthoklas und dem Quarzanteil (QAPF-Diagramm für plutonische Gesteine). Entscheidend sind dabei insbesondere der relative Anteil an Plagioklas (überwiegend bei Diorit) und das Fehlen oder die geringe Menge an Orthoklas.

Physikalische Eigenschaften

  • Dichte: üblicherweise etwa 2,6–2,9 g/cm³ (abhängig vom Mineralbestand)
  • Härte: in der Größenordnung von 6–7 (Mohs), bedingt durch die enthaltenen Feldspäte und Quarze
  • Wetterungsbild: bildet bei Verwitterung häufig Tonminerale und secondary Minerale wie Chlorit

Verwendung und wirtschaftliche Bedeutung

Diorit wird als Hart- und Baustoff genutzt: als Schotter, Pflasterstein, Gleisschotter, für den Straßenbau sowie als Naturstein für Fassaden, Treppen und dekorative Anwendungen (poliert). In der Antike wurde Diorit wegen seiner hohen Festigkeit für Statuen und Werkstücke verwendet. Dioritische Intrusionen können zudem als Wirtsgesteine für hydrothermale Erzlagerstätten (z. B. Cu-Au- oder Cu-Mo-Vorkommen) dienen, weshalb sie in der Bergbaugeologie von Interesse sind.

Zusätzliche Hinweise

Diorit lässt sich petrographisch gut von Gabbro und Granit unterscheiden durch die Zusammensetzung des Plagioklas (Natriumgehalt), den relativen Anteil an dunklen Minerale und den Quarzgehalt. Der exakte Übergang zu verwandten Gesteinen ist oft graduell, und viele Intrusionen zeigen interne Variationen von einer mafischeren zu einer felsischeren Zusammensetzung.

In der Feldarbeit erkennt man Diorit an seiner grobkörnigen, gesprenkelten Erscheinung, an der grauen bis dunklen Farbe und an der Zusammensetzung aus deutlich sichtbarem Plagioklas und dunklen Amphibolen bzw. Pyroxenen.