Ein Feldgeschütz ist eine Artilleriewaffe. Der Begriff wurde zuerst verwendet, um kleinere Geschütze zu bezeichnen, die mit einer Armee beim Marschieren mitgenommen werden konnten. Im Kampf konnte das Feldgeschütz bei Bedarf schnell über das Schlachtfeld bewegt werden. In einem Fort installierte Geschütze, Belagerungskanonen und Mörser waren zu groß, um schnell bewegt werden zu können, und würden nur bei einer langen Belagerung eingesetzt werden.

Napoleon benutzte Feldgeschütze mit sehr großen Rädern, die es erlaubten, sie auch während einer Schlacht schnell zu bewegen. Indem die Geschütze während der Schlacht von Ort zu Ort bewegt wurden, konnten Formationen feindlicher Soldaten aufgelöst werden, um von der Infanterie bewältigt zu werden, wo auch immer sie sich sammelten, was die Gesamteffektivität der Infanterie dramatisch erhöhte.

Geschichte in Kurzform

Feldgeschütze entwickelten sich vom späten Mittelalter und der frühen Neuzeit an zu einem zentralen Bestandteil der Heere. Anfangs waren Kanonen noch schwer und unhandlich; mit technischen Verbesserungen (leichtere Rohre, bessere Lafetten, größere Räder) wurden sie mobil genug für den Einsatz in Gefechten. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde die Feldartillerie systematisiert (z. B. Gribeauval-System in Frankreich) und erreichte besonders zur Zeit Napoleons hohe Bedeutung.

Mit der Mitte des 19. Jahrhunderts veränderten sich Bauweise und Munition: glatte Rohre und glatte Kugeln wurden zunehmend von gezogenen oder gezielten Läufen (gezogene Rohre) und hochexplosiven Granaten abgelöst. Diese technischen Fortschritte verlängerten Reichweite und Wirkung deutlich (Beispiele: Krimkrieg, Amerikanischer Bürgerkrieg).

Taktischer Einsatz

Feldgeschütze werden typischerweise zur Unterstützung der eigenen Truppen eingesetzt. Wichtige Einsatzformen sind:

  • Direktes Feuer gegen feindliche Formationen, Befestigungen oder Fahrzeuge auf Sicht.
  • Flächenwirkung durch Kartätschen-, Bomben- oder Schrapnell-Schuss zur Zerschlagung feindlicher Infanterie.
  • Feuerunterstützung zur Vorbereitung von Angriffen oder zur Abwehr feindlicher Vorstöße.
  • Gegenbatteriefeuer zur Neutralisierung feindlicher Artillerie.

Die Kombination aus Beweglichkeit und Feuerkraft macht das Feldgeschütz zu einem Werkzeug für das so genannte „combined arms“-Konzept: Artillerie, Infanterie und Kavallerie wirken zusammen, um Gegner zu unter Druck zu setzen und Schwachstellen auszunutzen.

Aufbau und Munition

Ein typisches historisches Feldgeschütz besteht aus Rohr (Kaliber), Rohrauflage und Lafette (Holz- oder Metallgestell) mit zwei großen Rädern. Die Munition umfasste:

  • Seelen oder Kartätschen (Streuschuss für kurze Distanz)
  • Kanonenkugeln (Festkörper für Durchschlag)
  • Explosive Granaten (für Wirkung durch Splitter und Druck)
  • Schrapnellgeschosse (frühes gezieltes Anti-Personen-Geschoss)

Mit der Einführung gezogener Läufe änderte sich sowohl die Munitionsform als auch die Ballistik; Reichweite und Präzision stiegen deutlich an.

Besatzung und Mobilität

Historische Feldgeschütze wurden von einer Besatzung bedient, die je nach Größe des Geschützes mehrere Personen umfassen konnte (Lader, Richtkanonier, Zieler, Führer). Mobilität wurde durch Pferde (berittene oder gezogen) und später durch Motorfahrzeuge hergestellt. Für den Transport wurden spezielle Wagen wie der Munitionswagen (caisson) oder das Hintergeschirr verwendet, um Munition und Ausrüstung mitzuführen.

Wirkung auf die Kriegsführung und Übergang zur Moderne

Die Verfügbarkeit beweglicher, zuverlässiger Feldgeschütze veränderte Schlachtfelder: Formationen mussten offen sein für Artilleriefeuer, Stellungen wurden anders gebaut und taktische Bewegungen stärker mit Artilleriefeuer abgestimmt. Im 20. Jahrhundert führte die Mechanisierung (Artillerie auf Ketten- oder Radfahrzeugen, Artillerieschlepper) sowie die Unterscheidung zwischen Rohrartillerie (Feldkanonen) und Haubitzen zu modernen Kategorien. Auch Reichweite, Zieltechnik (z. B. Richtfunktionen, Feuerleitrechner) und Munitionstypen (Präzisionsmunition, Raketen) entwickelten sich weiter.

Zusammenfassend ist das Feldgeschütz eine Artilleriekategorie, die durch Mobilität und direkte Feuerwirkung geprägt ist. Historisch war es ein Schlüsselfaktor für die Beweglichkeit und Schlagkraft von Heeren; technisch und taktisch hat es sich im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt und bildet die Grundlage für moderne Artilleriesysteme.