Mehl ist das vermahlene und getrocknete Produkt aus ganzen oder geschälten Körnern und liegt meist in Form von feinem Pulver vor. Es wird am häufigsten aus Weizen hergestellt, kann aber auch aus vielen anderen Körnern, aus Nüssen oder aus Hülsenfrüchten und Samen gewonnen werden. Mehl ist ein Grundbestandteil zahlreicher Lebensmittel und bildet die Basis für Teige und Massen in der Küche und Bäckerei.

Herstellung

Traditionell wird Mehl in einer Getreidemühle hergestellt: Das Korn wird zwischen zwei Mahlkörpern — etwa Steine (Steinmühle) oder modernere Stahlräder bzw. Walzen — zerrieben, bis die Körner zu Pulver zerfallen. Bei industrieller Verarbeitung kommen mehrstufige Walzenstühle und Siebanlagen zum Einsatz, die Mehl in verschiedene Fraktionen (z. B. Mehl, Grieß, Kleie) trennen. Vollkornmehl enthält alle Bestandteile des Korns (Keimling, Mehlkörper, Kleie), während bei weißem Mehl oft Kleie und Keim entfernt werden.

Wichtige Mehlsorten und ihre Eigenschaften

Für das Kochen und Backen sind verschiedene Mehlsorten gebräuchlich. Wichtige Beispiele:

  • Allzweckmehl / einfaches Mehl – vielseitig einsetzbar, mittlerer Proteingehalt, kein zusätzliches Triebmittel.
  • Selbstaufzuchtmehl – enthaltenes Backtriebmittel (z. B. Backpulver) sorgt beim Backen für das Aufgehen und ergibt luftigere Backwaren.
  • Kuchenmehl – feiner, niedriger Proteingehalt, für zarte Kuchen und feine Teige.
  • Vollkornmehl – reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, kräftiger Geschmack.
  • Spezialmehle – z. B. Hartweizenmehl (für Nudeln), Toast- oder Pizzamehl mit höherem Proteingehalt.

In vielen Ländern, besonders in Deutschland, werden Mehle zusätzlich nach Type (z. B. Type 405, 550, 1050) unterschieden; diese Zahlen geben den Mineralstoffgehalt an und helfen bei der Auswahl für bestimmte Backwaren.

Verwendung

Mehl ist ein zentraler Bestandteil von Produkten wie Brot, Nudeln, Keksen, Kuchen und Tortillas. Es dient nicht nur als Strukturgeber, sondern auch zur Bindung, zum Andicken von Soßen oder als Panade. Je nach Mehltyp beeinflussen Proteingehalt (Gluten), Feinheit und Feuchtigkeit das Endergebnis stark.

Nährwert und gesundheitliche Aspekte

  • Mehl liefert hauptsächlich Kohlenhydrate, etwas Eiweiß und — je nach Typ — Ballaststoffe, Vitamine (z. B. B-Vitamine) und Mineralstoffe. Vollkornmehle sind ernährungsphysiologisch wertvoller als stark ausgemahlene Weißmehle.
  • Weizenmehl enthält Gluten — für die Elastizität von Teigen wichtig. Bei Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder Glutenempfindlichkeit müssen alternative Mehle verwendet werden (siehe unten).
  • Rohes Mehl sollte nicht roh verzehrt werden: Es kann Krankheitserreger wie E. coli enthalten. Mehl immer ausreichend erhitzen/backen.
  • Manche Industriemehle werden mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert oder gebleicht; andere sind unaufbereitet und ungebleicht erhältlich.

Alternative Mehle

Es gibt viele glutenfreie Mehle: Reis-, Mais-, Buchweizen-, Mandel-, Kokos- oder Kichererbsenmehl. Jedes hat eigene Backeigenschaften und benötigt oft Bindemittel (z. B. Xanthan, Eier) oder Mischungen, um die Textur von Weizenmehl zu ersetzen.

Mehl zu Hause herstellen

Viele Menschen mahlen Mehl selbst, um frisches Vollkornmehl mit erhaltenen Nährstoffen zu erhalten. Einfaches Vorgehen:

  • Verwende eine Getreidemühle (Hand- oder Elektromühle) für gleichmäßige Körnung.
  • Alternativ können Küchenmixer oder leistungsstarke Mixer (z. B. Hochleistungsmixer) Getreide grob mahlen; das Ergebnis ist oft gröber und muss ggf. gesiebt werden.
  • Bei Nuss- oder Samenmehlen vorsichtig mahlen (Fettgehalt kann zu Pastenbildung führen). Kurz mahlen und zwischendurch kühlen.
  • Für Vollkornmehl eventuell einen Teil Kleie oder Keim separat dosieren, um Textur und Haltbarkeit zu beeinflussen.

Lagerung und Haltbarkeit

  • Mehl am besten kühl, trocken und luftdicht lagern, vor Licht geschützt.
  • Weißmehle sind länger haltbar (mehrere Monate bis Jahre, je nach Verpackung), Vollkornmehle verderben schneller (aufgrund des fetthaltigen Keims) und sollten im Kühlschrank oder Gefrierfach aufbewahrt werden, wenn sie länger gelagert werden sollen.
  • Bei Lagerung immer auf Geruch und Verfärbung achten (ranzig oder mottenbefallene Ware entsorgen).

Tipps fürs Backen und Ersatzwerte

  • Hoher Proteingehalt/Gluten = besser für Brot (gute Krumenstruktur); niedriger = ideal für Kuchen und feine Backwaren.
  • Beim Ersetzen von Weizenmehl durch glutenfreie Mehle sind häufig Mischungslösungen und Bindemittel nötig; nicht 1:1 austauschen.
  • Selbstaufzuchtmehl erleichtert das Backen, weil das Treibmittel bereits enthalten ist, eignet sich jedoch weniger, wenn kontrollierte Triebmittelmengen erforderlich sind.

Zusammenfassend ist Mehl ein vielseitiges Grundnahrungsmittel mit vielen Varianten. Wer die passende Mehlsorte auswählt und auf richtige Lagerung sowie geeignete Verarbeitung achtet, erzielt bessere Back- und Kochergebnisse und kann Nährstoffe gezielter nutzen.

Hinweis: In diesem Text wurden die in der Originalfassung verwendeten Verlinkungen beibehalten: Körner, Pulver, Weizen, Nüssen, Lebensmittel, Brot, Nudeln, Keksen, Kuchen, Tortillas, Getreidemühle, Steine, Stahlräder, Kochen, Backtriebmittel und Backen.