Gammastrahlenausbrüche (Gamma-Ray Bursts, GRBs) sind Gammastrahlenblitze aus extrem energiereichen Explosionen. Man hat sie in fernen Galaxien gesehen. Sie sind die leuchtendsten elektromagnetischen Ereignisse, die im Universum bekannt sind.
Ausbrüche können von Millisekunden bis zu mehreren Minuten dauern, obwohl ein typischer Ausbruch einige Sekunden dauert. Auf den anfänglichen Burst folgt gewöhnlich ein länger andauerndes "Nachleuchten", das bei längeren Wellenlängen (Röntgen-, Ultraviolett-, sichtbares Licht, Infrarot- und Radiowellen) ausgestrahlt wird.
Die meisten GRBs sind ein schmaler Strahl intensiver Strahlung, der während einer Supernova freigesetzt wird, wenn ein riesiger, schnell rotierender Stern kollabiert und ein Schwarzes Loch bildet. Eine Unterklasse von GRBs (die "kurzen" Ausbrüche) scheinen aus einem anderen Prozess zu stammen, vielleicht aus der Verschmelzung von Doppel-Neutronensternen.
Die Quellen der meisten GRBs sind Milliarden von Lichtjahren von der Erde entfernt. Dies lässt vermuten, dass die Explosionen extrem energiereich sind: Ein typischer Ausbruch setzt in wenigen Sekunden so viel Energie frei, wie die Sonne in ihrer gesamten Lebensdauer von 10 Milliarden Jahren freisetzt. Sie sind sehr selten (einige wenige pro Galaxie pro Million Jahre).
Alle beobachteten GRBs kamen von außerhalb der Milchstraßengalaxie. Ähnliche Phänomene, weiche Gamma-Repeater-Flares, werden mit Magnetaren innerhalb der Milchstraße in Verbindung gebracht. Es wurde vermutet, dass ein Gammastrahlenausbruch in der Milchstraße zu einem Massenaussterben auf der Erde führen könnte. Ein solcher Fall ist nicht bekannt.


