Einprägen ist ein Begriff, der in der Ethologie und Psychologie verwendet wird, um eine besondere Art des automatischen Lernens zu beschreiben.

Sie tritt gewöhnlich früh im Leben auf, während einer kritischen Periode. Deshalb nennen die Lehrbücher es phasensensitives Lernen. Es ist Lernen, das in einem bestimmten Alter oder in einer bestimmten Lebensphase stattfindet. Das Tier fixiert sich auf ein bestimmtes Signal (Ton oder Sicht), von dem man sagt, dass es auf das Thema "eingeprägt" ist. Der Prozess der Prägung wird durch einen vererbten Instinkt verursacht.

Die bekannteste Form der Einprägung ist die Einprägung des neu geschlüpften (oder geborenen) Kindes auf einen oder beide Elternteile. Ihre Funktion besteht darin, die Jungen während der frühen Lernphase in der Nähe ihrer Eltern zu halten. Am deutlichsten ist sie bei Vögeln wie Enten und Gänsen, nachdem die Jungvögel das Nest verlassen haben. Sie prägen sich auf ihre Eltern ein und folgen ihnen dann, oft in einer langen Reihe, zu Land und zu Wasser.

Der Amateurbiologe Douglas Spalding aus dem 19. Jahrhundert berichtete erstmals von der Krankheit bei Haushühnern. Er wurde von dem frühen Ethologen Oskar Heinroth wiederentdeckt und von seinem Schüler Konrad Lorenz und Niko Tinbergen eingehend studiert und popularisiert.

Lorenz zeigte, wie bebrütete Gänse den ersten geeigneten Bewegungsreiz, den sie sahen, innerhalb einer "kritischen Zeitspanne" von 13-16 Stunden nach dem Schlüpfen aufprägen würden. Die Gänseküken prägten sich zum Beispiel auf Lorenz selbst ein (genauer gesagt auf seine Watstiefel). Er wird oft auf Fotos gezeigt, auf denen eine Schar Gänse zu sehen ist, die sich auf ihn geprägt hat.

In der kindlichen Entwicklung bezieht sich der Begriff auf den Prozess, durch den ein Baby lernt, wer seine Mutter und sein Vater sind. Dieser Prozess beginnt bereits im Mutterleib, wenn das ungeborene Kind beginnt, die Stimmen seiner Eltern zu erkennen.

Die kindliche Prägung von Vögeln war eine primäre Technik, die bei der Erstellung des Films "Le Peuple Migrateur" verwendet wurde, der Aufnahmen von Zugvögeln im Flug enthält. Die Vögel wurden auf Handlern geprägt, die gelbe Jacken trugen und ständig hupten. Die Vögel wurden dann darauf trainiert, mit einer Vielzahl von Flugzeugen, meist Ultraleichtflugzeugen, mitzufliegen.