Instinktive Verhaltensweisen können variabel sein und auf die Umgebung reagieren. Jedes Verhalten ist instinktiv, wenn es ohne vorherige Erfahrung ausgeführt wird, d.h. wenn es nicht gelernt wird. Meeresschildkröten, die gerade an einem Strand geschlüpft sind, bewegen sich automatisch auf den Ozean zu und schwimmen automatisch, wenn sie sich im Wasser befinden. Ein Joey klettert bei der Geburt in den Beutel seiner Mutter. Honigbienen kommunizieren durch Tanz die Richtung einer Nahrungsquelle ohne formale Anweisungen. Weitere Beispiele sind Tierkämpfe, Balzverhalten, innere Fluchtfunktionen und Nestbau.
Reflexe als Instinkte
Reflexaktionen sind ein Sonderfall. Ein echter Reflex unterscheidet sich von anderen Verhaltensweisen durch einen Mechanismus; sie gehen nicht durch das Gehirn. Vielmehr wandert der Reiz zum Rückenmark, und die Botschaft wird dann durch den Körper zurückübertragen, wobei sie einem Weg folgt, der Reflexbogen genannt wird. Reflexe ähneln festen Aktionsmustern, aber ein festes Aktionsmuster kann auch im Gehirn verarbeitet werden. Die instinktive Aggression eines männlichen Stichlings gegenüber allem Roten während der Paarungszeit ist ein solches Beispiel. Zu den Beispielen für instinktive Verhaltensweisen beim Menschen gehören viele der primitiven Reflexe, wie das Wühlen und Säugen, Verhaltensweisen, die bei den meisten Säugetieren vorkommen.
Reife-Instinkte
Einige instinktive Verhaltensweisen hängen vom Auftreten von Reifungsprozessen ab. Beispielsweise sprechen wir üblicherweise von Vögeln, die das Fliegen "lernen", weil sie zunächst nicht fliegen können, aber ein oder zwei Wochen später schon. Jungvögel wurden jedoch experimentell in Vorrichtungen aufgezogen, die sie daran hindern, ihre Flügel zu bewegen, bis sie das Alter erreicht haben, in dem ihre Kohorten flogen. Diese Vögel flogen sofort und normal, wenn sie freigelassen wurden, was zeigt, dass ihre Verbesserung auf die neuromuskuläre Reifung und nicht auf echtes Lernen zurückzuführen ist.
Komponenten der Instinkte
Während feste Handlungsmuster und Reflexe klare Beispiele für fast ausschließlich instinktive Verhaltensweisen sind, sind die meisten Verhaltensweisen komplex und bestehen sowohl aus instinktiven als auch aus erlernten Komponenten. Zum Beispiel hat ein Vogel beim Prägen eine sensible Phase, in der er lernt, wer seine Mutter ist. Konrad Lorenz hatte bekanntlich einen Gänseabdruck auf seinen Stiefeln. Danach folgte die Gans demjenigen, der die Stiefel trug. Die Identität der Mutter der Gans wurde herausgefunden, aber das Verhalten der Gans gegenüber den Stiefeln war instinktiv. Auch das Schlafen bei Menschen ist instinktiv, aber wie viel und wann man schläft, hängt eindeutig von Umweltfaktoren ab. Ob ein Verhalten instinktiv oder erlernt ist, ist ein häufiges Thema in den Debatten über Natur und Erziehung.
Verdrängungsaktivitäten
In einer Situation, in der zwei Instinkte einander widersprechen, kann ein Tier zu einer Verdrängungsaktivität greifen.