Kolkata (Kalkutta) – Hauptstadt Westbengalens: Geschichte & Fakten

Kolkata (Kalkutta) – lebendige Hauptstadt Westbengalens: Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Fakten zu Kolonialer Vergangenheit, Stadtentwicklung, Herausforderungen und aktuellem Aufschwung.

Autor: Leandro Alegsa

Kolkata (deutsch: Kalkutta; bis zum 1. Januar 2001 häufig als „Calcutta“ geschrieben) ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Westbengalen. Die Stadt liegt am Ostufer des Flusses Hooghly und gehört zu den größten Ballungsräumen Indiens. Je nach Messung (Stadtgrenzen vs. urbaner Ballungsraum) zählt Kolkata zu den drei größten Städten Indiens und war lange eines der wichtigsten Zentren des Landes. International wird der Raum von den Vereinten Nationen zu den größten Metropolregionen der Welt gezählt.

Geschichte

Kolkata diente während des britischen Raj bis 1911 als Hauptstadt Britisch-Indiens und war in dieser Zeit ein Zentrum kolonialer Verwaltung, Handel und Industrie. Aus dieser Epoche stammen viele prägende Bauwerke und Institutionen. Nach der Unabhängigkeit blieb die Stadt ein wichtiges Zentrum für Industrie und Bildung, mit einer reichen Tradition in Literatur, Theater, Film und Wissenschaft. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt jedoch auch wiederholt von politischer Gewalt und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt; diese Entwicklungen beeinflussten städtische Infrastruktur, Arbeitsplätze und Investitionen.

Geographie und Klima

Kolkata liegt im dicht besiedelten Ganges-Delta und hat ein tropisches Monsunklima. Die Sommer sind heiß und feucht, die Monsunzeit (etwa Juni bis September) bringt starken Niederschlag, und die Winter sind vergleichsweise mild. Die Lage im Flussdelta macht die Stadt anfällig für Überschwemmungen und Sturmfluten, besonders in Jahren mit starken Zyklonen an der Bengalischen Küste.

Bevölkerung, Sprache und Kultur

Die Bevölkerung Koptas besteht überwiegend aus Bengali-sprachigen Menschen; das Bengali ist die dominierende Alltagssprache, daneben werden Hindi, Englisch und viele regionale Sprachen gesprochen. Kolkata hat eine lebendige Kulturszene: berühmte Festivals wie die Durga Puja, einflussreiche literarische Bewegungen, ein aktives Theaterleben und eine wichtige Filmtradition prägen die städtische Identität. Die Stadt beherbergt zahlreiche Museen, Galerien und historische Stätten.

Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur

Historisch war Kolkata ein Zentrum der Schwerindustrie, Schiffsbau und des Handels. Seit den 2000er-Jahren erlebt die Stadt Wachstumsphasen vor allem im Dienstleistungssektor, in Handel, Bildung und in Teilen der Informationstechnologie. Trotz Wachstum bleibt die wirtschaftliche Lage heterogen: informelle Beschäftigung und Armut sind weiterhin Probleme. Gleichzeitig ist Kolkata Heimat vieler renommierter Bildungseinrichtungen und Forschungszentren, die zur regionalen Bedeutung in Wissenschaft und Lehre beitragen.

Verkehr und Mobilität

Kolkata verfügt über ein umfangreiches Verkehrssystem mit Eisenbahnnetz, Straßenverkehr, Fährverbindungen auf dem Hooghly und dem ersten U-Bahn-System Indiens. Die dichte Bebauung und das hohe Verkehrsaufkommen führen jedoch häufig zu Verkehrsstaus, ebenso wie infrastrukturelle Engpässe und fehlender Platz für den Ausbau. Wichtige Verkehrsknoten sind der Bahnhof Howrah, der Stadtbusverkehr und der internationale Flughafen.

Sehenswürdigkeiten

Zu den berühmtesten Bauwerken gehören koloniale Monumente, große Museen und kulturelle Einrichtungen. Prominente Beispiele sind der Victoria Memorial, die Howrah Bridge, historische Kolonialbauten und zahlreiche Tempel, Kirchen und Moscheen. Die Stadt bietet ein reiches kulturelles Angebot mit Theatern, Konzertsälen und literarischen Veranstaltungen.

Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven

Kolkata steht vor mehreren langandauernden Herausforderungen: die Verringerung von Armut und sozialer Ungleichheit, die Verbesserung der Luft- und Wasserqualität, die Modernisierung der Infrastruktur und der Umgang mit Naturgefahren infolge des Klimawandels. Zugleich eröffnen wirtschaftliche Liberalisierung, Investitionen in Verkehr und Stadtplanung sowie die Stärkung von Bildung und Wissenschaft Chancen für nachhaltiges Wachstum. In den letzten Jahrzehnten hat die Stadt bereits Teile ihres Wirtschafts- und Dienstleistungssektors modernisiert, wodurch neue Arbeitsplätze und städtische Entwicklungsprojekte entstanden sind.

Insgesamt bleibt Kolkata eine der historisch und kulturell bedeutendsten Städte Indiens: geprägt von kolonialer Vergangenheit, kultureller Vielfalt und anhaltenden Bemühungen um wirtschaftliche und soziale Erneuerung.

Geschichte

Die Entdeckung des nahe gelegenen Chandraketugarh, einer archäologischen Stätte, hat bewiesen, dass dort seit über zwei Jahrtausenden Menschen leben. Die Geschichte Kalkuttas beginnt mit der Ankunft der English East India Company im Jahr 1690. Job Charnock, ein Verwalter der Kompanie, ist traditionell als der Gründer dieser Stadt bekannt. Einige Akademiker sagen jedoch, dass Charnock nicht der Gründer der Stadt ist.

Zu dieser Zeit gab es in Kalkutta, das vom Nawab der Bengalen Siraj-Ud-Daulah regiert wurde, drei Dörfer. Es waren Kalikata, Govindapur und Sutanuti. Die Briten wollten im späten 17. Jahrhundert in der Nähe von Govindapur eine Festung bauen. Diese sollte mächtiger werden als die Holländer, Portugiesen und Franzosen. Im Jahr 1702 vollendeten die Briten den Bau des alten Fort William, das zur Stationierung ihrer Truppen und als regionale Basis diente. Kalkutta wurde zur Präsidentschaftsstadt erklärt und wurde später zum Hauptquartier der bengalischen Präsidentschaft. Als die regelmäßigen Kämpfe mit französischen Truppen begannen, begannen die Briten 1756 mit dem Ausbau ihrer Befestigungsanlagen. Als dagegen protestiert wurde, griff der Nawab des bengalischen Siraj-Ud-Daulah Fort William an und eroberte es. Dies führte zu dem berüchtigten Black-Hole-Zwischenfall. Im folgenden Jahr eroberte eine Truppe von Kompanie-Sepoys und britischen Truppen unter der Führung von Robert Clive die Stadt zurück. 1772 wurde Kalkutta die Hauptstadt von Britisch-Indien. Ab 1864 verlagerte sich die Hauptstadt jedoch jedes Jahr während der Sommermonate in die hügelige Stadt Shimla. Richard Wellesley, der zwischen 1797-1805 Generalgouverneur war, trug zum Wachstum der Stadt und ihrer öffentlichen Architektur bei. Dies führte dazu, dass Kalkutta als "Stadt der Paläste" bezeichnet wurde. Die Stadt war ein Zentrum des Opiumhandels der Britischen Ostindischen Kompanie im 18. und 19. Jahrhundert; lokal produziertes Opium wurde in Kalkutta versteigert, um nach China verschifft zu werden.

Kalkutta, hier 1945 abgebildet, war während des Zweiten Weltkriegs ein wichtiger Hafen.Zoom
Kalkutta, hier 1945 abgebildet, war während des Zweiten Weltkriegs ein wichtiger Hafen.

Fragen und Antworten

F: Was ist Kolkata?



A: Kolkata ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Westbengalen und nach Mumbai die zweitgrößte Stadt Indiens.

F: Wo liegt Kolkata?



A: Kolkata liegt am Ostufer des Flusses Hooghly.

F: Welche Bedeutung hat der Name "Kalkutta"?



A: Kalkutta ist der alte Name von Kalkutta, und wenn es Kalkutta genannt wird, schließt es die Vororte mit ein, was es zur drittgrößten Stadt Indiens macht.

F: Welchen Stellenwert hat Kalkutta als Großstadt weltweit?



A: Nach Angaben der Vereinten Nationen ist Kolkata die 8. größte Metropolregion der Welt.

F: Welche historische Bedeutung hatte Kolkata?



A: Kolkata war während des britischen Raj bis 1911 die Hauptstadt Indiens und war einst das Zentrum der Industrie und des Bildungswesens.

F: Mit welchen Problemen hat Kolkata seit 1954 zu kämpfen?



A: Kolkata hat seit 1954 mit politischer Gewalt und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und kämpft wie andere indische Großstädte mit Armut, Umweltverschmutzung und Verkehrsstaus.

F: Wie ist Kolkata seit 2000 gewachsen?



A: Kolkata ist seit dem Jahr 2000 aufgrund des Wirtschaftswachstums gewachsen.


Suche in der Enzyklopädie
AlegsaOnline.com - 2020 / 2025 - License CC3