1915 wollte der Ballettproduzent Sergej Diaghilev ein Ballett mit dem Namen La Liturgie schaffen. Sein Hintergrund sollte die griechisch-orthodoxe Kirche sein. Strawinsky war ein starker Christ und wollte dieses Ballett nicht schreiben. Stattdessen wandte er sich für Les Noces russischen Volksliedern zu. Er hatte 1913 begonnen, darüber nachzudenken. Michel Fokine begann mit der Choreografie, aber Vaslav Nijinsky übernahm die Leitung. Leonide Massine sprang für Nijinsky ein. Als Massine ging, gestaltete Bronislava Nijinska den Tanz.
Der Entwurf für das Ballett (Bühnenbild und Kleidung) stammt von Natalia Gontscharowa. Gontscharowa, eine herausragende Künstlerin, fertigte zwei vollständige Entwürfe an, bevor ihr dritter angenommen wurde. Die ersten beiden Entwürfe wurden abgelehnt, weil sie weder der tänzerischen noch der musikalischen Partitur entsprachen. Das Ballett basierte zwar auf einer Volkserzählung, hatte aber einen modernistischen Stil: Strawinsky und Nijinska hielten es für wichtig, dass sein Entwurf damit in Einklang steht.