Mark Rothko (25. September 1903 – 25. Februar 1970) war ein lettisch-amerikanischer Künstler der Moderne. Er wurde im damaligen Russischen Reich geboren (in der Stadt Dvinsk, heute Daugavpils, Lettland) und wuchs nach der Auswanderung seiner Familie in den Vereinigten Staaten auf. Rothko lebte und arbeitete überwiegend in Amerika und gilt als eine der zentralen Figuren der abstrakten Malerei des 20. Jahrhunderts. Er war jüdischer Herkunft (Jude).

Leben – kurze Biographie

Rothko emigrierte 1913 als Kind mit seiner Familie in die USA und wuchs in Portland (Oregon) auf. In den frühen 1920er-Jahren besuchte er kurz die Yale University, brach das Studium aber bald ab und zog nach New York, wo er sich künstlerisch weiterbildete, u. a. an der Art Students League. Anfangs arbeitete er figurativ und verwendete mythologische und symbolische Themen; in den 1940er- und 1950er-Jahren entwickelte sich daraus seine charakteristische abstrakte Bildsprache.

Künstlerisches Werk und Stil

Rothko ist vor allem für großformatige Gemälde mit überlagerten, weich konturierten Farbflächen bekannt. Seine Bilder bestehen häufig aus mehreren, nebeneinander oder übereinander angeordneten Rechtecken und Farbfeldern, die durch subtile Farbabstufungen und lasurartige Schichten eine räumliche Tiefe und leuchtende Wirkung erzielen. Er wollte beim Betrachter starke emotionale Reaktionen hervorrufen und sagte wiederholt, seine Bilder sollten grundlegende menschliche Gefühle ausdrücken – etwa Tragödie, Ekstase und Untergang.

Rothko wird oft dem abstrakten Expressionismus zugerechnet, doch seine Arbeit wird auch der sogenannten Farbfeldmalerei zugeordnet. Er selbst lehnte enge Stil-Etiketten ab und betonte die spirituelle und existenzielle Qualität seiner Arbeiten. Seine großformatigen Werke sind so konzipiert, dass sie den Betrachter „einfassen“ und eine unmittelbare, körperliche Erfahrung des Sehens ermöglichen.

Wichtige Projekte und Werke

  • Seine Auftragsarbeiten für das Restaurant im Seagram Building (die sogenannten „Seagram Murals“) zählen zu den bekanntesten Episoden seiner Karriere; Rothko nahm die Aufträge an, zog sich aber später wieder zurück.
  • Die Rothko Chapel in Houston (ein nichtkonfessioneller Sakralraum mit einer Reihe großformatiger, dunkler Tafelbilder) gilt als eines seiner bedeutendsten Konzepte zur integrativen Präsentation seiner Malerei.
  • Rothkos Werke sind heute in zahlreichen internationalen Museen und Sammlungen zu sehen; seine großformatigen Farbkompositionen beeinflussten Generationen von Künstlerinnen und Künstlern.
  • Der Kunstmarkt honorierte Rothkos Werk hochpreisig: 2012 wurde eines seiner Bilder für etwa 86,9 Millionen Dollar verkauft.

Tod und Vermächtnis

Am 25. Februar 1970 verstarb Rothko in New York City. Er beging Selbstmord durch Einnahme einer Überdosis von Antidepressiva und durch Verletzungen mit einem Rasiermesser. Sein Tod löste breite Betroffenheit in der Kunstwelt aus.

Rothkos Werk hat nachhaltigen Einfluss auf die moderne und zeitgenössische Malerei. Seine Arbeiten werden weiterhin in Ausstellungen weltweit gezeigt und in der Kunstgeschichte als Meilensteine der Farb- und Raumgestaltung betrachtet. Die intensive Auseinandersetzung mit Farbe als Träger von Stimmung und Bedeutung und die konsequente Formatwahl machten Rothko zu einem der prägenden Künstler des 20. Jahrhunderts.

Weiterführendes

Wer Rothko verstehen möchte, sollte seine Bilder möglichst im Original und in ruhiger, konzentrierter Atmosphäre betrachten: die Wirkung entsteht oft erst in direkter Begegnung mit den großflächigen Leinwänden. Ausstellungen, Kataloge und Sammlungen in großen Museen bieten gute Einstiegspunkte in Leben und Werk dieses Künstlers.