Momotarō (桃太郎, "Peach Boy") ist ein populärer Held der japanischen Folklore. Sein Name bedeutet wörtlich Pfirsich Tarō. Da Tarō ein gewöhnlicher japanischer Jungenname ist, wird er gewöhnlich mit "Peach Boy" (Pfirsichjunge) übersetzt. Momotarō ist auch der Name mehrerer Bücher, Filme und anderer Werke, die die Geschichte dieses Helden erzählen.

Die häufigste Version dieser Geschichte (aus der Edo-Periode) erzählt, dass Momotarō in einem riesigen Pfirsich auf die Erde kam. Der Pfirsich wurde von einer alten Frau ohne Kinder, die dort Wäsche wusch, in einem Fluss treibend gefunden. Die Frau und ihr Mann fanden das Kind, als sie versuchten, den Pfirsich zu öffnen, um ihn zu essen. Das Kind erklärte, es sei vom Himmel gesandt worden, um ihr Sohn zu sein. Das Paar nannte ihn Momotarō, von momo (Pfirsich) und tarō (ältester Sohn der Familie).

Eine ältere Version der Geschichte erzählt der alten Frau, wie sie den riesigen, schwimmenden Pfirsich entdeckt und mit nach Hause nimmt, da sie ihn für farbenfroh und schmackhaft hält. Nachdem sie ein Stück des Pfirsichs gegessen hat, ist die alte Frau verjüngt und wird wieder jung und schön. Als ihr alter Mann von den Hügeln nach Hause kommt, ist er überrascht, eine reizende junge Frau in seinem Haus vorzufinden. Zuerst erkennt er seine eigene Frau in ihrer neuen Gestalt gar nicht wieder, aber sie erklärt ihm, was mit ihm geschehen ist. Dann gibt sie ihrem Mann ein Stück von dem Pfirsich zu essen, und auch er wird wieder jung. In dieser Nacht schläft das Paar miteinander, und die Frau wird dadurch schwanger. Später bringt sie ihr erstes Kind zur Welt, einen Sohn, den sie Tarō nennen, da dies ein üblicher japanischer Name für einen ersten Sohn ist. Diese Version der Geschichte ist die älteste, die in alten Texten geschrieben wurde, aber sie scheint mit der Version ohne Geschlecht in Schulbüchern der Meiji-Zeit geändert worden zu sein. Der Pfirsich wird in Japan oft als Symbol des Geschlechts oder der Fruchtbarkeit angesehen, weil man glaubt, dass seine Frucht dem Gesäß einer Frau ähnelt.

Jahre später verließ Momotarō seine Eltern auf eine Insel namens Onigashima, um die bösen Oni (Dämonen oder Oger), die dort lebten, zu vernichten. Auf dem Weg dorthin traf Momotarō einen sprechenden Hund, einen Affen und einen Fasan, die sich bereit erklärten, ihm bei seiner Mission zu helfen, und freundete sich mit ihnen an. Auf der Insel drangen Momotarō und seine Tierfreunde in die Festung der Dämonen ein und schlugen den Anführer der Dämonen, Ura, und seine Armee. Momotarō kehrte mit seinen neuen Freunden nach Hause zurück, und seine Familie lebte fortan glücklich und zufrieden.