Orte mit subarktischem Klima (auch boreales Klima genannt) haben lange, meist sehr kalte Winter und kurze, teils warme Sommer. Dieses Klima kommt überwiegend auf großen Landmassen, abseits der Ozeane, vor und tritt gewöhnlich in Breitengraden von etwa 50° bis 70° N auf. In der südlichen Hemisphäre gibt es in diesen Breiten kaum ausgedehnte Landmassen; dort findet man ähnliche Klimabedingungen meist nur in großen Höhenlagen, z. B. in den Anden sowie in den Bergen Australiens und der Südinsel Neuseelands. In der Köppen-Klima-Klassifikation wird das subarktische Klima zu den Gruppen Dfc, Dwc, Dfd und Dwd gezählt (die genaue Grenze für den kältesten Monat variiert in älteren und neueren Versionen der Klassifikation zwischen −3 °C und 0 °C).
Kennzeichen des Klimas
Typisch sind große Jahresschwankungen der Temperatur. Im Winter können Werte bis etwa −40 °C (−40 °F) oder tiefer auftreten, im Sommer lokal über 30 °C (86 °F) möglich sein. Die Sommer sind jedoch kurz: es gibt höchstens drei Monate mit einer mittleren Temperatur von mindestens 10 °C (50 °F). Gleichzeitig liegt der kälteste Monat deutlich unter dem Gefrierpunkt. Dadurch bildet das subarktische Klima die Übergangszone zwischen dem feuchten Kontinentalklima und dem Polarklima.
Verbreitung
Beispiele für Regionen mit subarktischem Klima sind:
- Ein Großteil Sibiriens
- Die nördliche Hälfte Skandinaviens (an den Küsten oft mildere Winter)
- Fast ganz Alaska
- Weite Teile Kanadas von etwa 50° N bis zur Baumgrenze, darunter:
- Südlabrador
- Nord-Quebec (mit Ausnahme des hohen Nordens)
- Weite Teile Ontarios
- Die nördlichen Prärieprovinzen
- Der größte Teil des Yukon
- Die meisten Nordwest-Territorien
Boden, Permafrost und Gefrierperioden
Mit 5–7 Monaten in Folge, in denen die Durchschnittstemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt, kann sich der Boden über mehrere Meter tief vollständig durchfrieren. In den kälteren Bereichen reicht die sommerliche Erwärmung oft nur auf wenige Dezimeter bis einige Meter Tiefe, sodass sich Permafrost (permanent gefrorener Boden) ausbildet. Die jährliche Auftauschicht (Aktivschicht) liegt je nach Breitengrad, Vegetation und Bodenart meist im Bereich von einigen Dezimetern bis zu mehreren Metern (häufig 0,6 bis 4 m). In küstennahen Zonen (z. B. in Teilen Südalaskas oder an den nördlichen Rändern Europas) sind die Winter milder und Permafrost seltener, was Landwirtschaft und Besiedlung erleichtern kann.
Vegetation und Ökosysteme
Die Vegetation ist aufgrund der kurzen Wachstumsperiode und der strengen Winter meist wenig artenreich. Dominierend sind schatten- und frosttolerante Arten, vor allem Nadelbäume. Die charakteristischen Wälder dieser Zone werden als Taiga oder borealer Nadelwald bezeichnet. Typische Baumarten sind Fichten, Kiefern und Lärchen; letzterer ist eine seltene Ausnahme unter den Nadelbäumen, da er laubabwerfend ist und dennoch extreme Winter übersteht. Wegen der dichten Bewaldung ist die Taiga das größte Waldbiom der Erde, mit den größten Beständen in Russland und Kanada.
Landwirtschaft, Nutzung und Siedlungen
Landwirtschaft ist in subarktischen Zonen wegen kurzer Vegetationsperiode, teils flacher und saurer Böden sowie ausgedehnter Sümpfe und Seen schwierig. Dennoch ermöglicht die lange Tageslänge im Sommer intensiven Sonnenlichteinfall: Kartoffeln, verschiedene Beeren (Erdbeeren, Heidelbeeren) und Heu für Tiere gedeihen oft gut; außerdem werden in manchen Regionen speziell gezüchtete, kälteverträgliche Sorten angebaut. Technische Maßnahmen (gewärmte Gewächshäuser, angepasste Bautechnik bei Permafrost) und regionale Angepasstheit der Nutzpflanzen erlauben begrenzte Landwirtschaft und Viehzucht.
Niederschlag und Wasserhaushalt
Der jährliche Niederschlag ist vergleichsweise gering, oft nicht mehr als 15–20 Zoll (ca. 380–500 mm) im Jahr. Wegen der tief gefrorenen Böden kann sich Niederschlag im Winter in Form von Schnee anhäufen und erst im Frühjahr bei Auftauen in großen Mengen oberflächlich abfließen; das führt lokal zu sehr nassen, schlammigen Bedingungen und saisonalen Überschwemmungen.
Übergang zur Tundra und weitere Besonderheiten
In Richtung Polarkreise und in Küstennähe nimmt die sommerliche Mitteltemperatur weiter ab; hat der wärmste Monat eine mittlere Temperatur von unter 10 °C, geht das subarktische Klima allmählich in ein Tundra‑Klima über, in dem Bäume kaum noch wachsen können.
Klimawandel und Folgen
Durch die gegenwärtige Erwärmung sind subarktische Regionen besonders betroffen: Permafrost taut auf, was Grundstücke, Straßen und Pipelines schädigen kann; die Vegetationsgrenze wandert nach Norden, und die Häufigkeit und Intensität von Waldbränden kann zunehmen. Zudem werden große Mengen an gespeichertem Kohlenstoff beim Auftauen von Böden freigesetzt, was Rückkopplungen für das globale Klima hat.
Beispiele für Orte mit subarktischem Klima
- Fairbanks, Alaska
- Whitehorse, Yukon
- Yellowknife, Nordwest-Territorien
- Thompson, Manitoba
- Moosonee, Ontario
- Goose Bay, Neufundland und Labrador
- Rovaniemi, Finnland
- Kiruna, Schweden
- Archangelsk, Russland
- Irkutsk, Russland
- Tschita, Russland
Einige Orte in der Klimagruppe Dfd (sehr kaltes subarktisches Klima mit extrem tiefen Winterwerten) sind zum Beispiel:
- Oimjakon (Russland)
- Werchojansk (Russland)
- Jakutsk (Russland)

