Das Eigelb (der gelbe Teil des Eies) trocknet und klebt sehr fest. Es wird zum Mischen und Abbinden der Farben in einem Temperagemälde verwendet. Die Farben werden zu trockenen Pulvern vermahlen, die vom Künstler gemischt werden müssen. In früheren Zeiten waren einige der Farben sehr giftig, und der Künstler musste aufpassen, dass er die pulverisierte Farbe nicht einatmet. Die Farben werden im Allgemeinen zu gleichen Teilen mit Eigelb und Wasser gemischt. Wenn zu viel Ei vorhanden ist, ist die Farbe klebrig. Ist zuviel Wasser vorhanden, ist sie flüssig. Keines dieser beiden Dinge ist gut. Einige Künstlerinnen und Künstler mischen auch gerne etwas von dem Eiweiß, um einen anderen Effekt zu erzielen. Manchmal wird auch etwas Öl hinzugefügt. In der Antike wurden auch andere Dinge hinzugefügt, z.B. Honig, Milch und Pflanzengummis.
Der Anstrich muss auf einem bereits vorbereiteten "Untergrund" erfolgen. Der "Grund" ist glatte, flache Farbe auf einem starken Brett, das sich nicht verbiegt. Die Farbe muss in dünnen Schichten mit winzigen Pinselstrichen aufgetragen werden, die sehr schnell trocknen. Da die Farbe transparent ist, verwenden die Künstler eine spezielle Technik. Häufig malen sie die Schatten auf die Figur, bevor sie die Hautfarbe und die Farbe der Kleidung übermalen.
Wenn das Gemälde fertiggestellt ist, ist es nicht sehr farbenfroh, bis es lackiert wurde. Dadurch werden die Farben leuchtend und glänzend. Das Gute an der Temperamalerei ist, dass sich die Farben im Laufe der Jahre nicht verändern, während Ölbilder sich verändern, dunkler werden und gelber werden. Temperamalereien können mindestens zweitausend Jahre lang gut halten. Da Temperamalereien eine lange Zeit benötigen, sind viele von ihnen klein. Manchmal malten Künstler große Altarbilder in Tempera. Eines der größten Temperagemälde ist Duccios Bild der Madonna mit Kind in der Uffizien-Galerie. Es ist etwa 15 Fuß hoch. Ein weiteres sehr berühmtes großes Tempera-Gemälde ist Botticellis Geburt der Venus, das sich ebenfalls in den Uffizien befindet. (siehe Bild oben)