Sex ist ein evolutionäres Rätsel. Bei den meisten sexuellen Arten machen die Männchen die Hälfte der Population aus, dennoch gebären sie keinen direkten Nachwuchs und tragen im Allgemeinen wenig zum Überleben der Nachkommen bei. Bei Vögeln und Säugetieren scheint diese Vorstellung weniger zutreffend zu sein. Sie helfen oft, die Weibchen zu schützen, und helfen in irgendeiner Weise, nachdem die Jungen geboren sind. Daher helfen diese Männchen auf jeden Fall beim Überleben ihrer Nachkommen. Aber die sexuelle Fortpflanzung ist bei einfacheren Lebensformen, bei denen die Männchen nichts mit ihren Nachkommen zu tun haben, sehr häufig.
In den paläolithischen Populationen des Menschen waren die Männchen zweifellos lebenswichtig für Jagd und Schutz. Viele Vogelarten ziehen die Jungen gemeinsam auf. Die meisten wirbellosen Tierarten werden jedoch überhaupt nicht von den Eltern aufgezogen, und die Larven entwickeln sich unter dem Plankton. Darüber hinaus geben bei vielen Wirbeltierarten Männchen und Weibchen Ressourcen auf, um Partner anzulocken und um sich zu konkurrieren. Die sexuelle Selektion scheint Merkmale zu bevorzugen, die die Fitness eines Organismus herabsetzen können, wie z.B. das leuchtend bunte Gefieder von Paradiesvögeln, das sie für Raubtiere sichtbarer macht. Daher scheint die sexuelle Fortpflanzung höchst ineffizient zu sein.
Das Buch beginnt mit einer evolutionären Darstellung des Geschlechts selbst und verteidigt die Theorie, dass Sex trotz seiner Kosten floriert, weil ein gemischtes Erbe jeder Generation einen defensiven "Vorsprung" gegen Parasiten und Krankheiten verschafft. Der Hauptgrund dafür ist die Art und Weise, wie die sexuelle Fortpflanzung die genetische Vielfalt in einer Bevölkerung erhöht. Dadurch erhöht sich die Chance, dass zumindest einige Individuen den Ansturm von Raubtieren, Parasiten und Krankheiten überleben. So viel ist den Evolutionstheoretikern gemeinsam.
Ridley argumentiert dann, dass die menschliche Intelligenz weitgehend ein Ergebnis der sexuellen Selektion ist. Er argumentiert, dass die menschliche Intelligenz jedes Bedürfnis nach Überleben bei weitem übertrifft (dies ist nicht allgemein anerkannt). Er sagt, unsere Intelligenz sei wie der Schwanz des Pfaus, ein Produkt der sexuellen Selektion. Menschliche Intelligenz, so meint er, wird in erster Linie dazu benutzt, Partner anzuziehen, und zwar durch die ungeheure Zurschaustellung von Witz, Charme, Erfindungsreichtum und Individualität. Diese Auffassung von Intelligenz wird auch von Geoffrey Miller unterstützt. Die Ideengeschichte der sexuellen Selektion und der Evolution des Geschlechts wird von Helena Cronin diskutiert.