Thomas Rogers (1572 – Winter 1620/21). Rogers und sein ältester Sohn reisten 1620 auf der Mayflower und unterzeichneten den MayflowerCompact.
Frühes Leben
Thomas Rogers wurde um 1572 in der Nähe von Watford, England, geboren. Er war der Sohn von William und Elanor Rogers. Über seine Jugend und Ausbildung ist wenig dokumentiert; wie viele Angehörige der religiösen Minderheit seiner Zeit blieb auch sein Leben größtenteils im Schatten amtlicher Aufzeichnungen.
Umzug nach Leiden und Leben als Kaufmann
Die Familie zog nach 1613 von England in die Niederlande, nach Leiden, weil sie einer separatistischen Glaubensgemeinschaft angehörten, die in England als illegal galt. Leiden war damals ein Zufluchtsort für viele englische Nonkonformisten, die hier religiöse Freiheit und wirtschaftliche Möglichkeiten suchten.
In Leiden kaufte Rogers ein Haus und wurde als Bürger von Leiden eingetragen. Er war als Händler tätig und handelte mit Camlet, einem Luxusstoff aus Seide und Kamelhaar. Camlet war ein teurer, modischer Stoff, der vornehmlich für Bekleidung der besseren Gesellschaft verwendet wurde. Trotz seines Handels mit hochwertigen Waren galt die Familie Rogers als sehr arm; wirtschaftliche Schwierigkeiten und langandauernde Unsicherheit waren für viele Flüchtlingsfamilien in Leiden typisch.
Mayflower, Plymouth und Tod
Im Herbst 1620 reisten Thomas Rogers und sein ältester Sohn an Bord der Mayflower nach Nordamerika. In der neuen Siedlung gehörte Rogers zu den Unterzeichnern des MayflowerCompact, des gemeinsamen Vertrags zur Selbstverwaltung der Kolonie, der als wegweisend für die amerikanische Kolonialgeschichte gilt. Wie viele der Passagiere der ersten Monate starb Thomas Rogers während des harten ersten Winters 1620/21 in Plymouth. Sein Grab ist nicht genau dokumentiert; viele der Verstorbenen aus dieser Zeit wurden in ungekennzeichneten Gräbern beigesetzt.
Vermächtnis
Thomas Rogers ist vor allem als einer der Unterzeichner des MayflowerCompact und als früher Siedler von Plymouth in Erinnerung geblieben. Sein Beispiel steht für die religiöse und wirtschaftliche Notwendigkeit, die viele englische Separatisten nach Amerika trieb, sowie für die schweren Entbehrungen, denen die ersten Siedler ausgesetzt waren. Sein ältester Sohn, der mit ihm gereist war, überlebte den Übertritt und trug so das Familienerbe in der neuen Kolonie weiter.


