Gezeitenblockierung (oder gefangene Rotation) liegt vor, wenn eine Seite eines astronomischen Körpers immer einer anderen Seite zugewandt ist. Sie wird auch synchrone Rotation genannt. Das klassische Beispiel ist der Mond: Immer ist die gleiche Seite des Mondes der Erde zugewandt.

Ein ordentlich verschlossener Körper braucht genauso lange, um sich um die eigene Achse zu drehen, wie er sich um seinen Partner dreht. Dadurch ist eine Hemisphäre ständig dem Partnerkörper zugewandt. Normalerweise ist zu einem bestimmten Zeitpunkt immer nur der Satellit um den größeren Körper geordnet. Wenn die beiden Körper eine ähnliche Masse haben und der Abstand zwischen ihnen gering ist, verriegelt sich die Gezeitenkraft um den jeweils anderen Körper. Dies ist der Fall zwischen Pluto und Charon.

Wenn sich der Mond überhaupt nicht drehen würde, würde er abwechselnd seine erdnahe und seine erdferne Seite zeigen, während er sich auf seiner Umlaufbahn um die Erde bewegt.

Es ist möglich, herauszufinden, wie lange es dauert, bis ein bestimmter Fall von Gezeitensperrung eintritt. Es handelt sich nur um eine grobe Schätzung, da einige Faktoren nur unzureichend bekannt sind. Ein Beispiel ist die Steifigkeit eines Planetenkörpers und seine Formveränderung unter Gezeitenkräften. Gezeitensperren sind ein Aspekt der orbitalen Resonanz.