Anna Pawlowa – russische Ballerina (1881–1931), bekannt für den Schwanentanz
Anna Pawlowa – legendäre russische Ballerina, berühmt für den Schwanentanz; prägende Interpretin beim Imperial Russian Ballet & Ballets Russes, weltweit gefeierte Tourneen.
Anna Pawlowa (St. Petersburg, 12. Februar 1881 – Den Haag, Niederlande, 23. Januar 1931) war eine russische und später englische Ballerina des frühen 20. Jahrhunderts. Sie gilt weithin als eine der bedeutendsten klassischen Balletttänzerinnen der Geschichte und war eine führende Künstlerin des Imperial Russian Balletts sowie eine der herausragenden Persönlichkeiten, die mit den Ballets Russes von Serge Diaghilev in Verbindung standen.
Frühes Leben und Ausbildung
Pawlowa wurde in eine einfache Familie in St. Petersburg geboren. Ihr Talent wurde früh erkannt, und sie erhielt ihre Ausbildung an der renommierten kaiserlichen Ballettschule in St. Petersburg. Trotz gesundheitlicher Schwächen und anfänglicher Kritik an ihrer physischen Konstitution arbeitete sie hart an ihrer Technik und entwickelte bald eine sehr persönliche, expressive Art zu tanzen, die sie von vielen Zeitgenossinnen unterschied.
Karriere und künstlerische Entwicklung
Nach ihrem Eintritt in das Ensemble des Mariinsky-Theaters etablierte sich Pawlowa rasch als Solistin und Primaballerina. Sie zeichnete sich durch filigrane Fußarbeit, eine weiche, scheinbar schwerelose Linienführung und eine starke mimische Ausdruckskraft aus. Diese Mischung aus technischer Präzision und poetischer Darstellung prägte ihr Bühnenbild und machte sie international berühmt.
Der „sterbende Schwan“
Am bekanntesten ist Pavlova durch die Rolle des sterbenden Schwans, die sie mit großer Intensität interpretierte. Sie tanzte dieses kurze Solostück (nur etwa vier Minuten) rund 4000 Mal; die Choreographie stammt von Mikhail Fokine und beruht auf dem Musikstück „Le Cygne“ aus Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“. Ihre Deutung des sterbenden Schwans beeinflusste nachhaltig, wie spätere Tänzerinnen die Rolle der Odette in Tschaikowskys Schwanensee verkörperten.
Eigene Kompanie und weltweite Tourneen
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gründete Pawlowa eine eigene Kompanie und war eine der ersten Primaballerinen, die das klassische Ballett in großem Umfang rund um den Globus verbreiteten. Mit ihrem Ensemble reiste sie in Länder, in denen Ballett zuvor kaum bekannt war, darunter Regionen in Südamerika, Australien, Asien, Afrika und Indien. Durch diese Tourneen trug sie entscheidend zur Internationalisierung und Popularisierung des Balletts bei.
Stil, Image und Einfluss
Pawlowa war für ihre zarte, oft melancholische Bühnenpräsenz bekannt. Ihr Tanzideal betonte lyrische, beseelte Figuren statt reiner Virtuosität. Sie prägte auch das Bild der klassischen Ballerina im frühen 20. Jahrhundert: schlanke Silhouette, der charakteristische Dutt (der später als „Pavlova“-Frisur bekannt wurde) und eine starke Betonung auf Ausdruck und Charakterzeichnung. Viele Tänzerinnen und Choreographen ließen sich von ihrem Stil inspirieren; ihre Interpretationen wurden zu Vorbildern in der Ballettpraxis.
Persönliches und Tod
Pawlowa führte ein zurückgezogenes Leben abseits der Bühne; sie war eng mit ihrem Manager Victor Dandré verbunden, der auch ihr Partner war. Am 23. Januar 1931 starb sie in Den Haag an den Folgen einer Lungenentzündung. Ihr Tod löste weltweit Trauer aus, viele Zeitgenossen würdigten ihr künstlerisches Vermächtnis.
Vermächtnis
Anna Pawlowa hinterließ ein nachhaltiges Erbe: Sie brachte das klassische Ballett an neue Publikumsgruppen, beeinflusste Aufführungsstil und Choreographie und machte die Rolle der Soloballarina international zum Symbol artistischer Anmut. Ihr Name lebt in Schulen, Stiftungen, Gedenkstätten und populären Reminiszenzen weiter; sogar das bekannte Dessert „Pavlova“ wurde nach ihr benannt und erinnert an ihre weltweite Popularität.
Ihre Aufnahmen, Berichte zeitgenössischer Kritiker und die Überlieferung ihrer bekanntesten Rollen sichern Pawlowas Platz als eine der prägenden Persönlichkeiten der Ballettgeschichte.

Anna Pawlowa in Der sterbende Schwan. Sankt Petersburg 1905

Anna Pawlowa als Lise in La Fille Mal Gardée. Sankt Petersburg 1912
Ausbildung und Stil
Die Ausbildungsjahre der jungen Pawlowa waren schwierig, da ihr das klassische Ballett nicht leicht fiel. Ihre stark gewölbten Füße, dünnen Knöchel und langen Gliedmaßen prallten auf den kleinen, kompakten Körper, der damals für Ballerinas beliebt war. Ihre Mitstudenten verspotteten sie mit Spitznamen wie Der Besen und La petite sauvage (Die kleine Wilde). Unerschrocken trainierte Pavlova, um ihre Technik zu verbessern. Sie nahm zusätzlichen Unterricht bei den namhaften Lehrern der damaligen Zeit. Sie war nie eine perfekte Technikerin, aber sie besaß Zartheit, Leichtigkeit und Anmut.
Karriere
Sie wurde 1906 Primaballerina des Imperialen Balletts. Sie arbeitete kurzzeitig für Diaghilev, tanzte aber nicht in den neuen Avantgarde-Balletten, die gerade entstanden, wie etwa Der Feuervogel. Die Rolle wurde der ebenso guten Tamara Karsavina übertragen, die ihre reguläre Primaballerina wurde.
England
Pavlova lebte viele Jahre lang in London, von 1912 bis zu ihrem Tod 1931. Nachdem sie Russland verlassen hatte, ließ sich Pawlowa im Ivy House an der North End Road in der Nähe von Hampstead nieder, wo sie den Rest ihres Lebens lebte. Während ihres Aufenthalts in London unterrichtete Pawlowa in ihrem Haus Ballett. Sie war einflussreich in der Entwicklung des britischen Balletts und inspirierte die Karriere von Alicia Markova.
Das Haus hatte einen Ziersee, in dem sie ihre Schwäne fütterte und wo sich eine Statue der Ballerina des schottischen Bildhauers George Henry Paulin befindet. Heute ist es das Londoner Jüdische Kulturzentrum, aber eine blaue Plakette kennzeichnet es als Pawlowas früheres Zuhause und als einen Ort von bedeutendem historischen Interesse.
Im Jahr 1956 enthielt ein Film Der unsterbliche Schwan Aufnahmen von ihrem Tanz in den 1920er Jahren.
In den 1920er Jahren tourte sie durch Australien und Neuseeland. So wurde der klebrige australische Kuchen wahrscheinlich als "Pavlova" bekannt.
Fragen und Antworten
F: Wer war Anna Pawlowa?
A: Anna Pawlowa war eine russische Ballerina, die als eine der größten klassischen Balletttänzerinnen des frühen 20. Jahrhunderts galt.
F: Was machte Anna Pawlowa berühmt?
A: Anna Pawlowa wurde vor allem durch ihren Auftritt im Ballett "Der sterbende Schwan" berühmt, den sie etwa 4000 Mal tanzte.
F: Welche Rolle spielte Anna Pawlowa im kaiserlich-russischen Ballett und in den Ballets Russes?
A: Anna Pawlowa war Hauptdarstellerin sowohl im Kaiserlich Russischen Ballett als auch bei den Ballets Russes, zwei der renommiertesten Ballettkompanien der damaligen Zeit.
F: Wie hat Anna Pawlowa andere Balletttänzer beeinflusst?
A: Durch ihre Interpretation der Rolle der Odette in Tschaikowskys "Schwanensee" beeinflusste Anna Pawlowa die Art und Weise, wie andere Tänzer diese Rolle tanzten.
F: Was war Anna Pawlowas Beitrag zum Ballett?
A: Anna Pavlova war die erste Ballerina, die mit ihrer eigenen Kompanie durch die ganze Welt tourte, was dazu beitrug, das Ballett international bekannt zu machen.
F: Wann und wo wurde Anna Pawlowa geboren und wo ist sie gestorben?
A: Anna Pawlowa wurde am 12. Februar 1881 in St. Petersburg, Russland, geboren und starb am 23. Januar 1931 in Den Haag, Niederlande.
F: Wer hat "Der sterbende Schwan" choreographiert und wie lang war das Ballett?
A: "Der sterbende Schwan" wurde von Mikhail Fokine choreografiert und war nur vier Minuten lang.
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