Asteroiden vom Typ C sind Asteroiden, die überwiegend aus kohlenstoffhaltigen, wasser- und organischen Stoffen bestehen. Im ursprünglichen Text ist dazu der Link Karbonaten bestehen angefügt — wichtig ist zu wissen, dass „C“ für carbonaceous (kohlenstoffreich) steht und sich nicht auf reine Carbonate beschränkt, sondern auf ein komplexes Gemisch aus organischem Material, hydratisierten Silikaten, Tonmineralen, teils Eis und feinen Metallpartikeln. C‑Typen sind die am häufigsten vorkommende Gruppe: sie machen etwa 75 % der bekannten Asteroiden einnimmt und dominieren besonders den äußeren Teil des Hauptgürtels jenseits von 2,7 AE, der von diesem Asteroidentyp dominiert wird.
Zusammensetzung und innere Struktur
- Mineralogie: hydratisierte Silikate (Tonminerale), Carbonate und organische Verbindungen; Spuren von Metall und Sulfiden kommen vor.
- Wassergehalt: viele C‑Typen zeigen Anzeichen von gebundenem Wasser oder Eis, nachgewiesen z. B. durch Absorptionsbanden bei ~3 µm in Spektren.
- Dichte und Porosität: relativ niedrige mittlere Dichten (typisch ~1,2–2,2 g/cm³) und oft hohe Porosität; viele sind lockere „Rubble‑Pile“-Objekte.
Spektroskopische Eigenschaften
- Albedo: sehr dunkel — normalerweise niedrige Rückstrahlungswerte (~0,03–0,10), dadurch schwerer zu entdecken als helle Typen.
- Spektren: meist eher neutral bis leicht rötliche sichtbare Spektren mit schwachen oder fehlenden silikatischen Banden; charakteristische Absorptionsmerkmale bei kurzer Wellenlänge (UV/Blau) und bei ~0,7 µm bzw. ~3 µm, die auf hydratisierte Mineralien hinweisen.
- Untergruppen: Die Klassifikationen (z. B. Tholen, SMASS) unterscheiden mehrere Untertypen wie B, Cg, Ch, Cb oder G, die sich in feinen spektralen Merkmalen unterscheiden.
Verbreitung und Häufigkeit
- C‑Typen sind besonders häufig im äußeren Hauptgürtel (häufig jenseits ~2,7 AE) und machen einen großen Anteil der kleinen und mittelgroßen Gesteinsbrocken aus.
- Die beobachtete Häufigkeit kann unterschätzt sein, weil C‑Typen aufgrund ihrer Dunkelheit schwieriger zu entdecken sind als hellere Asteroiden.
Beispiele und Raumfahrtmissionen
- Bekannte Objekte und Familien: 10 Hygiea (großer C‑Typ im Hauptgürtel), 24 Themis (bei dem Wassereis und organische Verbindungen nachgewiesen wurden) oder 253 Mathilde (ein dunkler C‑Typ, von der Raumsonde NEAR überflogen).
- Moderne Missionen: Hayabusa2 besuchte 162173 Ryugu (ein kohlenstoffreicher Körper) und brachte Proben zurück; OSIRIS‑REx (jetzt Teil der NASA-Missionen) sammelte Proben von 101955 Bennu — beide liefern direkte Einsichten in organische Substanzen und wasserhaltige Minerale auf C‑Typ‑Objekten.
Bedeutung für Forschung, Rohstoffe und Planetenschutz
- Wissenschaft: C‑Typen gelten als primitive Überreste der frühen Sonnenscheibe und liefern Hinweise auf die Zusammensetzung des frühen Sonnensystems, auf die Herkunft von Wasser und organischem Material auf der Erde sowie auf chemische Prozesse vor der Entstehung von Leben.
- Ressourcen: Die enthaltenen Wasser‑ und organischen Verbindungen machen C‑Typen für in‑situ resource utilization (ISRU) interessant — z. B. als Quelle von Wasser für Treibstoff oder Lebenserhaltung.
- Planetare Verteidigung: Einige erdnahe Asteroiden (NEAs) gehören ebenfalls zu den kohlenstoffreichen Typen; ihr Stoffaufbau und ihre Porosität beeinflussen Abwehrstrategien bei potenziellen Einschlagsgefahren.
Wie man C‑Typen erkennt
Die Klassifikation erfolgt vor allem über Spektroskopie (sichtbar bis infrarot) und die Messung der Albedo (z. B. durch Infrarot‑Satelliten wie WISE). Kombinationen aus Helligkeit, Orbit und spektralen Merkmalen erlauben die Einordnung in die C‑Gruppe und deren Untertypen.
Zusammenfassend sind C‑Typ‑Asteroiden dunkle, kohlenstoffreiche und oft wasserhaltige Körper, die eine Schlüsselrolle beim Verständnis der frühen Solarsystemchemie spielen und gleichzeitig für angewandte Forschung und künftige Raumfahrtmissionen von großem Interesse sind.