324 Bamberga – Großer Hauptgürtel-Asteroid (C/P-Typ), hell bei Opposition

324 Bamberga – heller C/P-Typ Hauptgürtel-Asteroid, ~228 km, 1892 von Johann Palisa entdeckt; bei seltenen Perihel-Oppositionen bis Helligkeit +8,0 sichtbar.

Autor: Leandro Alegsa

324 Bamberga ist der 16. größte Asteroid im Asteroidengürtel Main. Er wurde von Johann Palisa am 25. Februar 1892 in Wien gefunden und ist damit einer der letzten großen (Durchmesser über 200 km) gefundenen Asteroiden. Abgesehen vom erdnahen Asteroiden Eros war er der letzte mit dem Fernglas gut sichtbare Asteroid, der je gefunden wurde. Der Name „Bamberga“ bezieht sich auf die fränkische Stadt Bamberg.

Bahn und Oppositionen

Obwohl seine sehr hohe orbitale Exzentrizität bedeutet, dass die Stärke seiner Opposition stark variiert, kann Bamberga bei einer seltenen Opposition in der Nähe des Perihels eine Stärke von +8,0 erreichen, was so hell ist wie der Saturnmond Titan. Solche Oppositionen in der Nähe des Perihels treten in einem regelmäßigen Zyklus alle zweiundzwanzig Jahre auf, wobei die letzte 1991 und die nächste 2013 stattfindet. Seine Helligkeit bei diesen seltenen nahen Perihel-Oppositionen macht Bamberga zum hellsten Asteroiden des C-Typs, etwa eine Größenordnung heller als die maximale Helligkeit von 10Hygiea von etwa +9,1. Bei einer solchen Opposition kann Bamberga tatsächlich näher an der Erde sein als jeder Asteroid im Hauptgürtel mit einer Helligkeit über +9,5 und kommt der Erde bis auf 0,78 AE nahe. Zum Vergleich: 7 Iris kommt nie näher als 0,85 AE und 4 Vesta nie näher als 1,13 AE, wenn er mit bloßem Auge an einem schadstofffreien Himmel sichtbar wird.

Die Ursache für den etwa 22‑jährigen Wiederkehrzyklus der besonders günstigen Oppositionen ist die Kombination aus seiner großen Exzentrizität und dem Verhältnis seiner Umlaufzeit zur Erdumlaufzeit: nach mehreren Erdjahren fallen die Konstellationen so zusammen, dass die Opposition wieder in die Nähe des Perihels liegt. Die Helligkeit bei Opposition hängt außerdem vom Phasenwinkel und vom beobachteten Teil der Oberfläche ab, weshalb selbst bei ähnlichen geometrischen Stellungen kleinere Helligkeitsunterschiede auftreten können.

Relative Helligkeit und Stellung im Hauptgürtel

Insgesamt ist Bamberga der zehnthellste Hauptgürtel-Asteroid nach Vesta, Pallas, Ceres, Iris, Hebe, Juno, Melpomene, Eunomia und Flora. Seine hohe Exzentrizität (zum Vergleich: 36% höher als die von Pluto) bedeutet jedoch, dass andere Asteroiden in den meisten Oppositionen höhere Helligkeiten erreichen. Deshalb ist Bamberga nur bei den besonders günstigen Oppositionen so auffällig hell.

Physikalische Eigenschaften

Er hat eine ungewöhnlich lange Rotationsperiode unter den großen Asteroiden; die Rotation dauert deutlich länger als ein Erdtag, was die Photometrie und Lichtkurvenanalyse beeinflusst. Seine Spektralklasse liegt zwischen den Asteroiden des C-Typs und des P-Typs, was auf eine dunkle, kohlenstoff- und organikreiche Oberfläche hindeutet. Solche Typen haben allgemein eine geringe Albedo und absorbieren viel Sonnenlicht.

Messungen in Infrarot und durch Sternbedeckungen liefern Größen- und Albedoabschätzungen: Eine Bedeckung von Bamberga wurde am 8. Dezember 1987 gesehen und ergab einen Durchmesser von etwa 228 km, in Übereinstimmung mit den Ergebnissen der IRAS. Weitere Beobachtungen (z. B. weitere Bedeckungen, thermische Messungen) verfeinern seither die Schätzungen zu Durchmesser und Form; Dichte- und Massemessungen sind jedoch schwieriger und bleiben mit größeren Unsicherheiten behaftet.

Beobachtung und wissenschaftliche Bedeutung

Bamberga ist aufgrund seiner periodisch starken Helligkeitsanstiege bei günstigen Oppositionen ein beliebtes Ziel für Amateure und professionelle Beobachter. Bei einer Perihel-Opposition mit etwa +8 mag ist er bereits in guten Ferngläsern auffindbar; in normalem kleinen Teleskop lassen sich Details der Lichtkurve und Helligkeitsänderungen bestimmen. Solche Beobachtungen helfen, Rotationsperiode, Form und mögliche Albedoheterogenitäten zu bestimmen.

Wissenschaftlich ist Bamberga wegen seiner Größe, dunklen Oberfläche und ungewöhnlichen Bahn interessant: seine Eigenschaften liefern Hinweise auf die Entstehungs- und Evolutionsgeschichte des äußeren Hauptgürtels, Bodenmaterial und die Verteilung von organischen und flüchtigen Stoffen in frühen Sonnensystem. Regelmäßige Photometrie, Spektroskopie und weitere Bedeckungen bleiben wichtig, um seine Form, Rotationsdynamik und Zusammensetzung weiter zu klären.

Fragen und Antworten

F: Wie lautet der Name des Asteroiden?


A: Der Asteroid hat den Namen 324 Bamberga.

F: Wann wurde er entdeckt?


A: Er wurde am 25. Februar 1892 in Wien von Johann Palisa entdeckt.

F: Wie groß ist er im Vergleich zu anderen Asteroiden?


A: 324 Bamberga ist der 16. größte Asteroid im Hauptasteroidengürtel mit einem Durchmesser von über 200 km.

F: Ist er mit einem Fernglas sichtbar?


A: Abgesehen von dem erdnahen Asteroiden Eros war er der letzte Asteroid, der mit einem Fernglas gut sichtbar ist.

F: Wie hell kann er bei seinen seltenen Oppositionen nahe dem Perihel werden?


A: Bei einer seltenen Opposition nahe dem Perihel kann Bamberga eine Helligkeit von +8,0 erreichen, was so hell ist wie der Saturnmond Titan.

F: Wie oft treten diese perihelnahen Oppositionen auf?


A: Diese Near-Perihelion-Oppositionen finden in einem regelmäßigen Zyklus alle zweiundzwanzig Jahre statt.

F: Wo rangiert er unter den anderen Asteroiden des Hauptgürtels in Bezug auf seine Helligkeit?


A: Insgesamt ist Bamberga der zehnthellste Hauptgürtel-Asteroid nach Vesta, Pallas, Ceres, Iris, Hebe, Juno, Melpomene, Eunomia und Flora.


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