4 Vesta (IPA: [ˈvɛstə]) ist der zweitmassivste Asteroid des Sonnensystems mit einem durchschnittlichen Durchmesser von etwa 530 km (etwa 330 Meilen) und einer geschätzten Masse von rund 2,59×1020 kg — das entspricht ungefähr 9 % der Masse des gesamten Asteroidengürtels. Seine Größe und ungewöhnlich helle Oberfläche machen Vesta zum hellsten Asteroiden und zum einzigen, der mit bloßem Auge von der Erde aus sichtbar ist (bei günstigen Oppositionen kann seine Helligkeit bis auf rund Magnitude 5 schwanken). Das astronomische Symbol von Vesta ist
.
Physikalische Eigenschaften
Vesta hat einen annähernd ellipsoiden Körper mit einem mittleren Durchmesser von etwa 525–530 km. Die mittlere Dichte liegt bei etwa 3,4 g/cm³, was auf eine teilweise metallische Differenzierung hindeutet (ein dichterer Kern, ein silikatischer Mantel und eine basaltische Kruste). Die Rotationsperiode beträgt ungefähr 5,342 Stunden. Aufgrund seiner Dichte und Zusammensetzung erzeugt Vesta eine Oberflächengravitation von nur einigen Zehntel m/s² (typisch ≈0,2–0,3 m/s²) und eine Fluchtgeschwindigkeit von wenigen hundert Metern pro Sekunde (≈0,35 km/s).
Geologie und Zusammensetzung
Spektrale Untersuchungen und Probenvergleich mit irdischen Meteoriten zeigen, dass Vesta eine basaltische Kruste besitzt. Viele der als HED (Howardite–Eucrite–Diogenite) klassifizierten Meteoriten auf der Erde stammen sehr wahrscheinlich von Vesta oder von Bruchstücken seines Materials. Auffällig ist ein sehr großer Einschlagskrater am Südpol, der als Rheasilvia bezeichnet wird: Er hat einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometern (nahe an Vestas eigenem Durchmesser) und besitzt einen zentralen Berg, der zu den höchsten bekannten Erhebungen im Sonnensystem zählt. Solche Einschläge führten zur Bildung der Vestoiden — einer Familie kleinerer Körper mit ähnlichen Bahnelementen — und erzeugten die Fragmente, die später als Meteoriten zur Erde gelangten. Die Oberfläche zeigt außerdem dunkle, ehemals aufgebrachte Materialien und Einschlüsse fremder, kohlenstoffhaltiger Materie, die bei späteren Einschlägen aufgetragen wurden.
Entdeckung und Erforschung
Vesta wurde am 29. März 1807 von Heinrich Olbers entdeckt und nach der römischen Göttin des Herdfeuers benannt. Instrumentelle Untersuchungen, Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop und vor allem die Raumsonde Dawn der NASA (Orbiter-Besuch 2011–2012) haben unser Wissen deutlich erweitert: Dawn kartierte die Topographie, die Zusammensetzung und das Gravitationsfeld, bestätigte die differenzierte Struktur und lieferte hochauflösende Bilder von Rheasilvia sowie von zahlreichen kleineren Einschlagsstrukturen.
Bedeutung und Beobachtung
Vesta ist wegen seiner Größe, seiner gut untersuchten Geologie und der Verbindung zu HED-Meteoriten von besonderem wissenschaftlichem Interesse: Er gibt Einblicke in Prozesse der Frühzeit des Sonnensystems, wie Planetesimal-Differenzierung und großskalige Einschlagsereignisse. Beobachter mit bloßem Auge oder kleinen Ferngläsern können Vesta unter guten Bedingungen als schwach leuchtenden Punkt sehen; mit Amateurteleskopen lassen sich Oberflächenhelligkeiten und Rotationseffekte nachvollziehen.
Wichtige Kennwerte (gerundet):
- Mittlerer Durchmesser: ≈ 525–530 km
- Masse: ≈ 2,59×1020 kg
- Dichte: ≈ 3,4 g/cm³
- Rotationsperiode: ≈ 5,342 Stunden
- Albedo: hoch (typ. ≈ 0,3–0,5)
- Großer Einschlagskrater: Rheasilvia (Durchmesser ≈ 400–500 km)




