Alexander Graham Bell (3. März 1847 – 2. August 1922) war Lehrer, Forscher und Erfinder. Er wird vor allem als einer der Erfinder des Telefons bezeichnet und war Mitbegründer der Bell Telephone Company, die später zur Grundlage großer amerikanischer Telefongesellschaften wurde.
Alexander Graham Bell wurde in Edinburgh, Schottland, geboren. Seine Familie war bekannt für ihre Arbeit im Bereich der Sprachbildung (elocution). Sowohl sein Großvater als auch sein Vater, Alexander Melville Bell, unterrichteten Rhetorik. Sein Vater veröffentlichte Schriften über die sogenannte „sichtbare Sprache“ und entwickelte Methoden, wie man Menschen, die taub und nicht in der Lage waren zu sprechen, unterrichten kann. Dazu gehörte u. a. das Lesen von Lippen und das systematische Training, Laute und Wörter sichtbar zu machen, damit Gehörlose das Sprechen erlernen konnten.
Bell besuchte die Royal High School von Edinburgh. Seinen Abschluss machte er im Alter von fünfzehn Jahren. Mit sechzehn erhielt er eine Stelle als Schüler und Lehrer für Rhetorik und Musik an der Weston House Academy in Elgin in Morayshire. Im folgenden Jahr studierte er an der Universität von Edinburgh. Schon damals interessierte er sich zunehmend für die Wissenschaft des Klangs (Akustik), nicht zuletzt, um seiner tauben Mutter zu helfen. Von 1866 bis 1867 arbeitete er als Lehrer in Bath, Somerset.
1870 zog Bell mit seiner Familie nach Kanada und ließ sich in Brantford, Ontario, nieder. Dort vertiefte er seine Studien zu Kommunikationsmaschinen und baute etwa ein Klavier, das mithilfe von Elektrizität über größere Entfernungen hörbar war. 1871 zog er mit seinem Vater nach Montreal, Quebec in Kanada, wo er eine Stelle zum Unterrichten der „sichtbaren Sprache“ annahm. Sein Vater war eingeladen worden, an einer großen Schule für Taubstumme in Boston, Massachusetts, zu unterrichten, gab die Stelle aber seinem Sohn; der jüngere Bell begann dort 1872 zu lehren. In den Vereinigten Staaten erlangte er bald Bekanntheit für dieses wichtige pädagogische Werk und veröffentlichte mehrere Schriften in Washington, D.C. Dank dieser Arbeit sind viele Taubstumme in den Vereinigten Staaten von Amerika in der Lage, das Sprechen zu erlernen, auch wenn sie nicht hören können.
Bell befasste sich parallel intensiv mit elektrischer Übertragung von Sprache. Im Jahr 1876 war Bell der erste Erfinder, der das Telefon patentieren ließ. Sein berühmter erster erfolgreicher Test der Fernübertragung von Sprache – oft zusammengefasst in der Wendung „Mr. Watson, come here — I want to see you“ – markiert einen Meilenstein in der Kommunikationstechnik. Im Juli 1877 half er mit anderen bei der Gründung der Bell Telephone Company. 1879 fusionierte diese Firma mit der New England Telephone Company zur National Bell Telephone Company; 1880 entstand die American Bell Telephone Company, und 1885 schließlich die American Telephone and TelegraphCompany (AT&T), die bis ins 20. Jahrhundert hinein zu einem der größten Telekommunikationsunternehmen der Welt wuchs. Zusammen mit Thomas Edison gründete Bell am 25. Januar 1881 die Oriental Telephone Company.
Über das Telefon hinaus erfand Bell weitere technische Neuerungen: Er entwickelte das Photophon, ein Gerät zur Übertragung von Sprache mittels Licht (ein früher Vorläufer der optischen Datenübertragung), und gründete mit dem Preisgeld des Volta-Preises Forschungsstätten, die als Volta Laboratory und später Volta Bureau bekannt wurden. Er arbeitete auch an metallischen Detektoren (u. a. zur Untersuchung von Verletzungen), experimentierte mit Flugkonstruktionen und mit Wasserfahrzeugen (Hydrofoil-Bauten). Außerdem war Bell einer der Gründer der National Geographic Society und unterstützte wissenschaftliche Forschung und Popularisierung naturwissenschaftlicher Themen.
Wichtige Leistungen und Beiträge (Kurzüberblick):
- Entwicklung und Patentierung des Telefons; Aufbau einer Telefonindustrie
- Pädagogische Arbeit zur Ausbildung Gehörloser und Veröffentlichungen zur „sichtbaren Sprache“
- Erfindung des Photophons und Forschung im Bereich Schall- und Sprachübertragung
- Gründung von Forschungsinstituten (Volta Laboratory/Volta Bureau) und Engagement für Wissenschaft und Bildung
Bell heiratete Mabel Hubbard am 11. Juli 1877; sie unterstützte seine Arbeit zeitlebens eng. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre auf seinem Anwesen in Nova Scotia und setzte seine technischen Experimente fort. Alexander Graham Bell starb 1922 in seinem Haus in der Nähe von Baddeck, Nova Scotia, an Diabetes.
Sein Erbe ist bis heute präsent: Die Erfindungen Bells veränderten die Art, wie Menschen weltweit miteinander kommunizieren, seine pädagogische Arbeit hat Generationen von Gehörlosen beim Erlernen der Sprache geholfen, und seine Forschungs‑ und Fördertätigkeit förderte viele nachfolgende Entwicklungen in Wissenschaft und Technik.

