Das Lied der Deutschen, allgemein als Deutschlandlied bekannt, verbindet die Melodie von Joseph Haydn mit dem Text von Hoffmann von Fallersleben. Ein Teil dieses Gedichts ist die offizielle Nationalhymne Deutschlands (Deutsche Nationalhymne).
Geschichte
Die Melodie stammt von Joseph Haydn und wurde Ende des 18. Jahrhunderts (1797) als Kaiserhymne für den österreichischen Kaiser komponiert („Gott erhalte Franz den Kaiser“). Den heute bekannten Text schrieb August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1841 auf der Insel Helgoland. Er verfasste drei Strophen, die unter dem Titel „Das Lied der Deutschen“ veröffentlicht wurden und damals patriotische und einigungsbezogene Ziele des 19. Jahrhunderts ausdrückten.
Im Laufe der deutschen Geschichte hatte das Lied wechselnde Funktionen: In der Weimarer Republik wurde die Melodie 1922 als Hymne verwendet, während im NS-Staat vor allem die erste Strophe („Deutschland, Deutschland über alles“) propagiert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Westdeutschland Unsicherheit über die Verwendung der Hymne. Ab 1952 wurde in der Bundesrepublik de facto nur noch die dritte Strophe gesungen; diese Praxis wurde 1991 vom Deutschen Bundestag formell bestätigt.
Text
Ursprünglich besteht das Deutschlandlied aus drei Strophen. Wegen der problematischen Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus wird heute nur die dritte Strophe als Nationalhymne verwendet. Die dritte Strophe lautet (im Original):
Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand;
Blüh' im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland.
Motto und Bedeutung
Die Zeile „Einigkeit und Recht und Freiheit“ aus der dritten Strophe wird häufig als Motto Deutschlands zitiert. Sie steht für staatliche Einheit, rechtsstaatliche Prinzipien und individuelle Freiheiten — zentrale Werte der demokratischen Bundesrepublik. Das Motto findet sich in politischen Reden, Publikationen und wird oft als kurzfasse Zusammenfassung der politischen Leitprinzipien Deutschlands verwendet.
Rechtlicher Status und Gebrauch heute
- Heute ist offiziell nur die dritte Strophe des Deutschlandliedes Nationalhymne. Diese Praxis wurde 1991 durch eine Erklärung des Bundestages bestätigt.
- Die Nationalhymne wird bei staatlichen Anlässen, internationalen Sportveranstaltungen und Zeremonien gespielt. Beim Erklingen der Hymne ist in Deutschland höflich, meist vorgeschrieben, aufzustehen und gegebenenfalls den Hut abzunehmen.
Kontroversen
Das Deutschlandlied ist historisch belastet, weil Teile des Textes von den Nationalsozialisten instrumentalisiert wurden. Deshalb gibt es bis heute Diskussionen darüber, wie mit dem Lied und seinem historischen Erbe umzugehen ist. Während viele die dritte Strophe als Ausdruck demokratischer Werte akzeptieren, mahnen andere an, stets auf den historischen Kontext hinzuweisen und die Erinnerungskultur aktiv zu pflegen.
Insgesamt bleibt das Deutschlandlied ein zentraler Bestandteil deutscher Symbolik: Es verbindet musikalische Tradition (Haydn) mit einem Text, der in seiner heutigen Gestalt die demokratischen Grundwerte des Landes betont.