Hamster – Arten, Lebensraum, Verhalten und Pflege als Haustier

Hamster: Arten, Lebensraum, Verhalten & Pflege – praxisnahe Tipps zur artgerechten Haltung, Futter, Beschäftigung und Gesundherhaltung für Ihr Haustier.

Autor: Leandro Alegsa

Hamster sind Nagetiere, die zur Unterfamilie Cricetinae gehören. Die Unterfamilie umfasst etwa 25 Arten in sechs oder sieben Gattungen. Sie haben sich als beliebte kleine Haustiere etabliert. Sie sind ein bisschen wie eine Maus. Wilde Hamster leben in der Wüste, aber Menschen auf der ganzen Welt halten domestizierte Hamster als Haustiere.

In freier Wildbahn sind Hamster dämmerungsaktiv und bleiben tagsüber unter der Erde. Sie ernähren sich von Samen, Früchten und Vegetation und fressen gelegentlich wühlende Insekten. Hamster zeichnen sich durch ihre großen Backentaschen und ihren relativ kurzen Schwanz aus. Sie benutzen ihre langen Wangenbeutel (die bis zu den Schultern reichen), um Nahrung zu ihren Bauen zurück zu tragen.

Arten (Auswahl)

  • Syrischer oder Goldhamster (Mesocricetus auratus) – der größte und am häufigsten als Haustier gehaltene Hamster. Einzelgänger, wird 12–18 cm lang und lebt 2–3 Jahre (bei guter Pflege auch bis 4 Jahre).
  • Campbell-Zwerghamster (Phodopus campbelli) – klein (8–11 cm), gesellig, kann in Gruppen gehalten werden, aber sorgfältige Beobachtung nötig.
  • Winterweiß-Russenhamster (Phodopus sungorus) – ähnlich dem Campbell, verfärbt teilweise im Winter das Fell heller; ebenfalls potentiell sozial.
  • Roborowski-Zwerghamster (Phodopus roborovskii) – sehr klein (ca. 4–5 cm), sehr flink, oft in Gruppen gehalten, aber schwerer zu handhaben wegen Geschwindigkeit.
  • Chinesischer Hamster (Cricetulus griseus) – schlanker Körper, längerer Schwanz als andere Hamster, manchmal zutraulicher, aber territorial.

Lebensraum und Verhalten in der Natur

Wilde Hamster leben meist in trockenen, halbtrockenen Landschaften wie Steppen oder Wüstenrändern. Sie graben umfangreiche Baue mit Vorratskammern, Schlafnestern und Fluchtgängen. Hamster sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, markieren ihr Revier mit Duftdrüsen und zeigen ausgeprägtes Vorratsverhalten (Horten von Samen und Pflanzenteilen in den Backentaschen).

Fortpflanzung: Hamster haben in der Natur kurze Tragzeiten und bringen oft mehrere Würfe pro Jahr mit mehreren Jungen zur Welt. Die Jungen werden nackt und blind geboren und werden von der Mutter gesäugt und versorgt.

Haltung und Pflege als Haustier

Hamster sind beliebte Haustiere, benötigen aber artgerechte Haltung und Aufmerksamkeit. Wichtige Punkte:

  • Unterbringung: Für einen Syrischen Hamster sollte der Käfig mindestens 80 x 50 cm Bodenfläche bieten (größer ist besser). Für Zwerghamster reichen oft etwas kleinere Anlagen, aber ebenfalls mit viel Bewegungsfläche. Voliere, Terrarien mit guter Belüftung oder spezielle Hamsterkäfige sind geeignet. Gitterkäfige eignen sich weniger, wenn die Stäbe zu weit auseinander sind (Fluchtgefahr).
  • Einrichtung: Einstreu zum Graben (z. B. staubfreie Holzspäne, Hanfstreu oder spezielles Nagetierstreu), mehrere Verstecke, Schlafhäuschen, Laufrad (für Syrer mind. 28–30 cm Durchmesser, für Roborowski größer als 18 cm), Kletter- und Nagematerial, Sandbad für Fellpflege (z. B. Chinchillasand).
  • Temperatur und Standort: 18–22 °C, Zugluft meiden, direkte Sonne vermeiden. Hamster mögen ruhige Plätze, aber nicht vollständig abgedunkelte Räume.
  • Futter: Hochwertiges Fertigfutter (Hamsterfutter-Mischung oder Pellets), ergänzt durch frisches Gemüse in kleinen Mengen (Karotte, Gurke, Brokkoli), gelegentlich Obst als Leckerli. Proteinquellen wie gekochtes Ei oder Insekten können gelegentlich gegeben werden. Kein Zucker-überreiches Futter, keine Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch oder giftige Pflanzen.
  • Wasser: Ständig frisches Wasser anbieten, am besten mit einer Nippeltränke.
  • Sozialverhalten: Syrische Hamster sind strikt Einzelgänger und dürfen nicht mit Artgenossen zusammengehalten werden (außer zur Zucht). Zwerghamster können unter Umständen in Gruppen leben, am zuverlässigsten klappt dies mit Tieren aus demselben Wurf und bei ausreichender Fläche und Versteckmöglichkeiten. Gruppenhaltung birgt aber immer das Risiko von Kämpfen.
  • Beschäftigung: Tägliche Kontrolle und regelmäßige Auslaufzeiten in einem gesicherten Freilaufgehege fördern Bewegung und Beschäftigung. Spielzeug, Tunnel und wechselnde Einrichtungsgegenstände verhindern Langeweile.

Umgang und Eingewöhnung

Hamster brauchen Zeit, um Vertrauen zu fassen. Nach der Anschaffung erst einmal an den Käfigstandort gewöhnen lassen, dann langsam mit der Hand füttern und vorsichtig herausnehmen. Hamster sind nachtaktiv; das bedeutet, sie schlafen tagsüber und sind abends und nachts aktiv — wer viel Zeit tagsüber mit dem Tier verbringen will, sollte das berücksichtigen.

Gesundheitliche Hinweise

  • Typische Gesundheitsprobleme: Zahnfehlstellungen, Verdauungsstörungen, Atemwegsinfektionen, Übergewicht und Hautparasitierungen. Achte auf Appetitverlust, verändertes Kotverhalten, Niesen, kahle Stellen und Lethargie.
  • Vorbeugung: Sauberer Käfig, artgerechte Ernährung, regelmäßige Kontrolle. Bei Krankheit immer eine/n Tierarzt/Tierärztin mit Erfahrung für Kleinsäuger aufsuchen.
  • Gefahren: Haustiere wie Hunde oder Katzen können Hamster verletzen; beim Freilauf immer aufsicht halten. Giftige Pflanzen, ungeeignete Einstreu (staubig, aromatisiert) und ungeeignetes Futter vermeiden.

Kurze Checkliste für die Anschaffung

  • Informieren, welche Hamsterart zum eigenen Alltag passt (Syrer = Einzelhaltung, Zwerghamster = evtl. Gruppenhaltung).
  • Geeigneten Käfig mit ausreichend Fläche und passender Ausstattung besorgen.
  • Artgerechte Einstreu und ein großes Laufrad bereithalten.
  • Ausgewogenes Grundfutter und frisches Wasser immer verfügbar halten.
  • Regelmäßige Beschäftigung, Kontrolle und tierärztliche Versorgung planen.

Hamster können sehr liebenswerte, interessante Haustiere sein, benötigen aber spezifische Haltung und Aufmerksamkeit. Wer die Bedürfnisse der jeweiligen Art kennt und berücksichtigt, kann einem Hamster ein artgerechtes und glückliches Leben bieten.

Hamster als Haustiere

Es gibt sechs Haupttypen von Hamstern: den Syrischen Hamster (die Art, die die meisten Menschen als Haustiere haben), den Winterweißhammer, Campbells, den russischen Zwerghamster (eine Kreuzung aus Winterweißhammer und Campbell-Hamster), Winterweißhammer und Campbells sind zwei Arten von russischen Hamstern (ungeachtet dessen, was viele Tierhandlungen sagen), den chinesischen Hamster und den Roborovski-Hamster. Der chinesische Hamster hat einen langen Schwanz. Alle syrischen Hamster sind die Nachkommen von 12 Babyhamstern, die 1930 in Syrien gefunden wurden.

Haustierhamster leben gerne in Käfigen mit Holzspänen oder recyceltem Zeitungspapier (nur wenn es ungiftig ist). Flauschige Einstreu ist für Hamster gefährlich. Einfaches Toilettenpapier ist ebenfalls eine billige, sichere Alternative, aber kein Stroh, da es sehr trocken ist und sie daran ersticken könnten. Hamster essen hauptsächlich Hamsterfutter, das in einer Tierhandlung verkauft wird, aber sie fressen auch fast jedes Gemüse und Obst in sehr kleinen Portionen. Hamster lagern das Futter in natürlichen Beuteln seitlich im Maul.

Da es sich um Nagetiere handelt, wachsen die Hamsterschneidezähne ständig. Sie brauchen Holzklötze und harte Nahrung, um zu verhindern, dass die Zähne zu stark wachsen. Die meisten Hamster haben auch ein Laufrad, auf dem sie sich bewegen können. Für die meisten Zwerghamster wird ein 15 cm (6 Zoll) großes Rad empfohlen, für Syrer mindestens ein 20 cm (8 Zoll) großes Rad. Einige Menschen erhalten andere Arten von Übungsgeräten für ihre Hamster, wie z.B. einen "Hamsterball", in dem sich der Hamster auf dem Boden rollen kann, oder ein langes Netz von Röhren mit Luftlöchern, durch die der Hamster hindurchkriechen kann. Sie sollten in einem Aquarium (ohne Wasser) oder Käfig leben. Hamster sind für kleine Kinder nicht zu empfehlen.

Fragen und Antworten

F: Zu welcher Unterfamilie gehören die Hamster?


A: Hamster gehören zu der Unterfamilie Cricetinae.

F: Wie viele Hamsterarten gibt es in dieser Unterfamilie?


A: Es gibt etwa 25 Hamsterarten in der Unterfamilie Cricetinae.

F: Als welche Art von Tieren werden Hamster üblicherweise gehalten?


A: Hamster werden in der Regel als kleine Haustiere gehalten.

F: Wo leben wilde Hamster?


A: Wilde Hamster leben in der Wüste.

F: Was ist das Aktivitätsmuster von Hamstern?


A: Hamster sind dämmerungsaktiv, d.h. sie sind während der Morgen- und Abenddämmerung aktiv.

F: Wovon ernähren sich Hamster in freier Wildbahn?


A: In freier Wildbahn ernähren sich Hamster von Samen, Früchten und Pflanzen und fressen gelegentlich auch grabende Insekten.

F: Welche körperlichen Merkmale zeichnen Hamster aus?


A: Hamster zeichnen sich durch ihre großen Wangentaschen und ihren relativ kurzen Schwanz aus. Sie benutzen ihre langen Backentaschen (die bis zu den Schultern reichen), um ihre Nahrung zurück in ihre Höhlen zu tragen.


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