Jedes Jahr werden die Nobelpreise (schwedisch: Nobelpriset) an Personen und Institutionen auf der ganzen Welt verliehen. Die Preise würdigen herausragende Beiträge in Wissenschaft, Literatur und für den Weltfrieden. Zu den klassischen Kategorien gehören Wissenschaft (konkret: Physik und Chemie), Medizin, Literatur sowie der Friedenspreis; später wurde zudem ein Preis für Wirtschaftswissenschaften gestiftet (siehe unten). Der Nobelpreis geht zurück auf Alfred Nobel. In seinem Testament von 1895 bestimmte er die Finanzierung der Preise. Die Nobel-Stiftung verwaltet seither das Vermögen und organisiert die Auslobung und Verwaltung der Preise. Die Entscheidung, wer ausgezeichnet wird, liegt bei verschiedenen Komitees und Akademien. Für viele Menschen ist ein Nobelpreis eine sehr große Ehre — die Ausgezeichneten werden als "Nobelpreisträger" bezeichnet.
Kategorien und Besonderheiten
Die offiziellen Felder, in denen Nobelpreise verliehen werden, sind:
- Physik
- Chemie
- Physiologie oder Medizin (Medizin)
- Literatur (Literatur)
- Friedenspreis
- Sveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel (häufig als Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften bezeichnet).
Der Wirtschaftswissenschaften-Preis wurde 1968 von der Sveriges Riksbank gestiftet und gehört formal nicht zu den ursprünglich in Nobels Testament genannten Preisen, wird aber seitdem zusammen mit den anderen Nobelpreisen verliehen.
Wer entscheidet die Preisträger?
Verschiedene Institutionen sind für die Auswahl zuständig: die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften (für Physik, Chemie und das Wirtschaftspreis-Komitee), die Nobelversammlung am Karolinska-Institut (für Physiologie/Medizin), die Schwedische Akademie (für Literatur) und das Norwegische Nobelkomitee (für den Friedenspreis). Die Nobel-Stiftung koordiniert Verwaltung und Finanzen, trifft aber keine inhaltlichen Auswahlentscheidungen.
Die Nominierungs- und Auswahlverfahren sind formalisiert: nur bestimmte qualifizierte Personen dürfen nominieren (z. B. frühere Preisträger, Professoren bestimmter Fachgebiete, Mitglieder der Auswahlorgane). Nominierungen und Entscheidungsdokumente werden meist 50 Jahre lang nicht öffentlich zugänglich gemacht.
Preisbestandteile und Geldbetrag
Jeder Preisträger erhält eine Medaille, ein handgefertigtes Diplom und eine Geldsumme. Bereits im Jahr 1901 erhielten die Gewinner der ersten Nobelpreise 150.782 SEK (dies entspricht laut damaligen Berechnungen etwa 7.731.004 SEK im Dezember 2007). Die Höhe des Geldbetrags hat sich seitdem mehrfach verändert; 2008 erhielten die Gewinner einen Preis von 10.000.000 SEK. Der genaue Betrag wird von der Nobel-Stiftung festgelegt und kann sich über die Jahre ändern.
Die Medaillen tragen auf der Vorderseite das Porträt von Alfred Nobel; die Rückseite ist je nach Kategorie unterschiedlich gestaltet. Die Diplome sind künstlerisch gestaltet und beschreiben die Begründung der Auszeichnung.
Verleihung und Formalitäten
Die feierlichen Verleihungen finden traditionell am 10. Dezember statt — dem Todestag von Alfred Nobel. Die Zeremonien finden in Stockholm, Schweden, statt; der Friedenspreis wird jedoch in Oslo, Norwegen, überreicht (Stockholm wird als Verleihungsort der anderen Preise genannt). Neben der offiziellen Preisverleihung gibt es Bankette und zahlreiche Begleitveranstaltungen.
Regeln und Gepflogenheiten:
- Ein Preis kann höchstens an drei Personen gleichzeitig vergeben werden.
- Organisationen können insbesondere den Friedenspreis erhalten; in der Geschichte wurden mehrere Organisationen ausgezeichnet.
- Posthume Verleihungen sind in der Regel ausgeschlossen; eine Ausnahme besteht, wenn ein Preisträger nach der Bekanntgabe, aber vor der Preisverleihung verstirbt.
- In manchen Jahren wird ein Preis nicht vergeben, z. B. in Kriegszeiten oder wenn das Auswahlgremium keinen würdigen Kandidaten erachtet.
Wirkung, Kritik und Kontroversen
Der Nobelpreis hat enormen Einfluss: er erhöht die Sichtbarkeit von Forschung und Initiativen, stärkt die Reputation der Preisträger und kann politische Debatten anstoßen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Kritik, zum Beispiel:
- Ablehnung, dass manche bedeutenden Beiträge übersehen oder erst spät gewürdigt wurden;
- Diskussionen über die Begrenzung auf maximal drei Personen pro Preis, obwohl moderne Forschung oft große Teams umfasst;
- politische Kontroversen im Zusammenhang mit Friedenspreisträgern oder Entscheidungen, die als politisch motiviert angesehen werden;
- Debatten über die Beziehung des Wirtschaftspreis-Titels zu Nobels ursprünglichem Testament.
Zusammenfassung
Die Nobelpreise sind weltweit die bekanntesten Auszeichnungen für herausragende Leistungen in Wissenschaft, Literatur und Frieden. Gestiftet durch das Testament von Alfred Nobel und verwaltet von der Nobel-Stiftung, werden sie jährlich verliehen und bestehen aus Medaille, Diplom und einer Geldsumme. Die Wahl der Preisträger erfolgt durch spezialisierte Akademien und Komitees; die feierliche Übergabe findet traditionell am 10. Dezember statt. Trotz ihres hohen Prestiges bleiben die Preise Gegenstand fachlicher und politischer Diskussionen.
