Südafrika debütierte bei Olympischen Spielen 1904 in St. Louis und schickte bis 1960 Athletinnen und Athleten zu allen Olympischen Spielen der Moderne. Nach der Verabschiedung der Resolution 1761 der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 1962 als Reaktion auf die südafrikanische Apartheidpolitik geriet die Teilnahme Südafrikas an internationalen Sportveranstaltungen zunehmend unter Druck. Das Internationale Olympische Komitee verlangte die Zulassung nicht-rassistischer Mannschaften; als Südafrika dies nicht erfüllte, wurde dem Land ab 1964 praktisch die Teilnahme an den Spielen verwehrt und es folgte 1970 eine formelle Suspendierung/Exklusion aus dem IOC. Der Ausschluss bedeutete für viele südafrikanische Sportlerinnen und Sportler eine lange Phase internationaler Isolation, in der manche ins Exil gingen oder für andere Länder starteten.

Mit den beginnenden Verhandlungen zur Beendigung der Apartheid und den politischen Umbrüchen um 1990 öffnete sich der Weg zur Wiedereingliederung in die internationale Sportgemeinschaft. Der südafrikanische Sportverband und das Olympische Komitee wurden 1991 neu gegründet bzw. neu anerkannt, woraufhin Südafrika 1992 in die olympische Bewegung zurückkehrte. Bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona trat das Land wieder an (ebenso bei den Paralympischen Sommerspielen 1992), zunächst noch unter einer vom Nationalen Olympischen Komitee verwendeten, speziellen Teamkennzeichnung, bis nach dem Ende des Regimes 1994 eine neue Nationalflagge eingeführt wurde. Seit 1960 und dann erneut ab 1994 nahm Südafrika auch an den Olympischen Winterspielen teil, wenn auch in deutlich kleinerer Besetzung als bei den Sommerspielen.

Die Rückkehr zu den Spielen hatte sowohl sportliche als auch politische Bedeutung: Sie markierte die Wiedereingliederung Südafrikas in die internationale Gemeinschaft und ermöglichte Athletinnen und Athleten wieder die Teilnahme auf höchstem Niveau. Seit der Wiederzulassung gewann Südafrika mehrere Olympiamedaillen in unterschiedlichen Disziplinen; zu den bekanntesten Erfolgen zählen beispielsweise Elana Meyers Silberlauf im 10.000‑Meter‑Lauf 1992 sowie später bedeutende Medaillen in Leichtathletik und Schwimmsport. Gleichzeitig blieben und bleiben Herausforderungen wie die Förderung des Breitensports, die Bekämpfung sozialer Ungleichheit im Zugang zu Sportinfrastruktur und die Transformation des Spitzen­sports wichtige Themen für das südafrikanische Olympische Komitee und die Sportverbände.