Asseln (Land-/Rollasseln): Merkmale, Lebensraum und Verhalten
Asseln (Land-/Rollasseln): Entdecke Merkmale, Lebensraum & Verhalten – von Panzerrolle bis Ernährung. Nützliche "Müllsammler" der Natur verstehen.
Asseln (auch Landasseln oder Rollasseln) sind kleine Landarthropoden (gelenkig-beinige Tiere), die oft mit Tausendfüßlern oder Insekten verwechselt werden. Tatsächlich gehören sie aber zu den Krustentieren und damit zur gleichen größeren Tiergruppe wie Garnelen und Krebse, auch wenn ihr Aussehen an Land stark verändert ist. Asseln besitzen sieben Beinpaare (insgesamt also vierzehn Beine) und atmen über veränderte Kiemen, weshalb für sie eine feuchte Umgebung wichtig ist. Die meisten Asseln sind Detritusfresser: sie zersetzen abgestorbene Pflanzen und tragen so zur Bodenbildung und Nährstofffreisetzung bei. Manche Arten können sich bei Gefahr zu einer Kugel zusammenrollen; so schützt die harte Schale die weicheren Körperteile.
Merkmale
- Körperbau: abgeflacht oder kugelig, in mehrere Segmente gegliedert; das äußere Skelett besteht aus Chitin und Kalk.
- Beine und Antennen: sieben Paar Beine (isopod-typisch) und zwei Antennenpaare, äußerlich meist nur ein Paar deutlich erkennbar.
- Atmungsorgane: ursprünglich Kiemen, an Land zu feuchtigkeitsabhängigen Strukturen (Pleopoden) umgebildet.
- Größe und Farbe: je nach Art von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern; Farben reichen von grau und braun bis rötlich oder schwarz.
Lebensraum und Verhalten
Asseln leben überwiegend in feuchten Mikrohabitaten: unter Steinen, in Rindenritzen, unter Totholz, in Laubstreu, in Gärten oder Kellern. Sie sind meist nachtaktiv und vermeiden direkte Sonneneinstrahlung und Austrocknung. Viele Arten bilden Aggregationen, um die Luftfeuchtigkeit lokal zu erhöhen. Es gibt sowohl streng terrestrische Arten als auch aquatische oder semiaquatische Formen in Tümpeln und Küstenzonen.
Atmung und Fortpflanzung
Die Atmung erfolgt über die modifizierten Kiemen (Pleopoden); diese müssen feucht bleiben, damit der Gasaustausch funktioniert. Weibchen tragen die Eier in einer Brutkammer (Marsupium) und versorgen die Jungen, bis sie als miniaturisierte Asseln schlüpfen (direkte Entwicklung, keine frei schwimmenden Larvenstadien wie bei vielen anderen Krebstieren). Asseln häuten sich in mehreren Stadien; manche Arten trennen die Häutung in zwei Phasen (hinterer und vorderer Körperbereich).
Ökologische Bedeutung
Asseln sind wichtige Zersetzer im Ökosystem: Sie zerkleinern Laub und totes Pflanzenmaterial, beschleunigen die Mineralisation und verbessern die Bodenstruktur. Dadurch sind sie nützliche „Müllsammler“ im Garten und Wald. Zugleich dienen sie als Nahrung für Vögel, Igel, Amphibien, Reptilien und viele räuberische Insekten. In Kulturpflanzenbeständen oder Gewächshäusern können manche Arten bei hoher Dichte auch junge Pflanzen schädigen.
Unterschiede zu Insekten und anderen Gliederfüßern
Im Gegensatz zu Insekten, die drei Beinpaare besitzen und aus Kopf, Thorax und Abdomen deutlich gegliedert sind, tragen Asseln sieben Beinpaare und haben als Krebstiere zwei Antennenpaare. Ihre Abhängigkeit von feuchten Atmungsorganen unterscheidet sie ebenfalls von den meisten echten Landinsekten.
Praktische Hinweise
- Im Garten sind Asseln meist nützlich; kurzes Entfernen von zu viel Bodendecke oder feuchtem Mulch kann Probleme bei Schädlingsbefall vermindern.
- Wer Asseln im Terrarium halten möchte, sorgt für feuchte Verstecke, Holz und ein saures Substrat mit Laubstreu.
- Verringern von stehender Nässe und das Abdichten von Kellerbereichen hilft, unerwünschte Massenvermehrung in Wohnräumen zu vermeiden.

Asseln in Baumrinde
Suche in der Enzyklopädie