Squamata

Squamata ("geschuppte Reptilien") ist die Ordnung der Reptilien, zu der Echsen und Schlangen gehören.

Ihre Häute haben überlappende Hornschuppen. Sie haben auch bewegliche quadratische Knochen, die es ermöglichen, den Oberkiefer relativ zum Hirnschädel zu bewegen. Dies zeigt sich besonders bei Schlangen, die in der Lage sind, ihr Maul sehr weit zu öffnen, um vergleichsweise große Beutetiere aufzunehmen.

Sie sind die Reptilienordnung mit der größten Größenvariabilität, die von der 16 mm (0,63 in.) großen Zwerggecko (Sphaerodactylus ariasae) bis zur 8 m (26 ft.) großen Grünen Anakonda (Eunectes murinus) reicht.

Dies ist die einzige lebende Reptiliengruppe, die sowohl viviparous und ovoviviparous Arten, als auch die üblichen oviparous (eierlegenden) Reptilien hat.

Die Squamata umfasst nicht die Tuataras aus Neuseeland. Sie sind eine Schwestergruppe der Squamates. Die Crocodilia sind viel weiter entfernter verwandt als die Squamata.

Entwicklung

Squamaten sind eine monophyletische Gruppe, die eine Schwestergruppe der Brückenechsen ist. Die Squamates und Brückenechsen bilden zusammen eine Schwestergruppe der Krokodile und Vögel, der lebenden Archosaurier.

Squamat-Fossilien tauchen zum ersten Mal im frühen Jura auf, aber eine mitochondriale Phylogenie legt nahe, dass sie im späten Perm entstanden sind. Die evolutionären Beziehungen innerhalb der Squamaten sind noch nicht vollständig geklärt, wobei die Beziehung der Schlangen zu anderen Gruppen am problematischsten ist.

Aus morphologischen Daten geht man davon aus, dass Iguaniden-Echsen schon sehr früh von anderen Squamaten abgewichen sind, aber neuere molekulare Phylogenien, sowohl von mitochondrialer als auch nuklearer DNA, unterstützen diese frühe Divergenz nicht. Da Schlangen eine schnellere molekulare Uhr als andere Squamate haben und es nur wenige frühe Schlangen- und Schlangenvorfahrenfossilien gibt, ist es schwierig, die Verwandtschaft zwischen Schlangen und anderen Squamatengruppen zu klären.

Entwicklung des Giftes

Neuere Forschungen legen nahe, dass der evolutionäre Ursprung von Gift tief in der Phylogenie der Squamate liegt. 60% der Squamate sind giftige Toxicofera.

Gift in den Familien Caenophidia, Anguimorpha und Iguania entwickelte sich einmal, dann gingen die drei Familien auseinander. Alle drei Linien teilen neun gemeinsame Gifte. Die fossilen Aufzeichnungen zeigen, dass die Divergenz zwischen Anguimorphen, Leguanen und fortgeschrittenen Schlangen etwa 200 MYA bis in die Obertrias/Niederjura zurückreicht.

Schlangengift entstand durch die Duplikation eines Gens, das für ein normales regulatorisches oder bioaktives Protein kodiert. Dann wurde die Kopie in der Giftdrüse exprimiert.

Verschiedene Toxine wurden aus verschiedenen Proteinen rekrutiert und sind so unterschiedlich wie die Funktionen selbst.

Die natürliche Auslese hat die Diversifizierung der Toxine vorangetrieben, um den Abwehrkräften der Beutetiere entgegenzuwirken. Giftgene bilden große Multigen-Familien und entwickeln sich durch Proteinevolution. Dies führt zu einer Diversifizierung der Toxine, die es den sitzenden Raubtieren ermöglichen, ein breites Spektrum von Beutetieren anzugreifen.

Die rasche Entwicklung und Diversifizierung ist das Ergebnis eines evolutionären Wettrüstens zwischen Beute und Prädator, bei dem sich jeder dem anderen anpasst.

Taxonomie

Klassisch wird die Ordnung in drei Unterordnungen unterteilt:

Von diesen bilden die Eidechsen eine paraphyletische Gruppe. In neueren Klassifikationen wird der Name Sauria für Reptilien und Vögel im Allgemeinen verwendet, und die Squamata werden anders eingeteilt:

  • Unterordnung Leguane (die Leguane und Chamäleons)
  • Unterordnung Scleroglossa
    • Infraorder Gekkota (die Geckos)
    • Infraorder Anguimorpha (die Warane, das Gila-Monster und die Blindschleichen)
    • Infraorder Scincomorpha (Skinke, Peitschenschwanzeidechsen und gemeine europäische Eidechsen)
  • Unterordnung Serpentes (die Schlangen)
    • Infraorder Alethinophidia (Vipern, Boas, Kobras usw.)
    • Infraorder Scolecophidia (blinde Schlangen)
  • Unterordnung Amphisbaenia
AlegsaOnline.com - 2020 - License CC3