Die Märchen- und Folkloreforscher Iona und Peter Opie haben geschrieben, dass "Däumelinchen" eine Abenteuergeschichte aus weiblicher Sicht ist. Sie glauben, die Geschichte lehre den Leser, dass die Menschen am glücklichsten mit ihrer eigenen Art sind. Däumeline sei ein passiver Charakter und das Opfer der Umstände, betonen sie. Ihr männliches Gegenstück Tom Thumb (eine der Inspirationen der Erzählung) ist ein aktiver Charakter. Er macht sich bemerkbar und gibt sich Mühe.
Die Volkskundlerin Maria Tatar sieht "Däumelinchen" als eine Geschichte einer entlaufenen Braut. Sie stellt fest, dass sie als Allegorie über arrangierte Ehen angesehen wurde. Sie weist darauf hin, dass "Däumeline" eine Fabel darüber ist, seinem Herzen treu zu sein. "Däumelinchen" hält an der Vorstellung fest, dass die Liebe eines Prinzen über alles andere zu schätzen sei.
Tatar weist darauf hin, dass im hinduistischen Glauben ein daumengroßes Wesen, das als das innerste Selbst oder die innerste Seele bekannt ist, im Herzen aller Wesen, ob Mensch oder Tier, wohnt. Dieses Konzept mag in der europäischen Folklore aufgegriffen und dann als Tom Daumen und Däumelinchen Gestalt angenommen haben. Beide Figuren suchen Verklärung und Erlösung. Sie sieht Parallelen zwischen Andersens Erzählung und dem griechischen Mythos von Demeter und ihrer Tochter Persephone. Trotz der heidnischen Bezüge in der Erzählung stellt sie fest, dass "Däumeline" sich auf das Leiden und die Auferstehung Christi und das christliche Konzept der Erlösung bezieht.
Die Andersen-Biografin Jackie Wullschlager schreibt, dass "Däumeline" die erste von Andersens Erzählungen war, die die Leiden und Nöte eines Andersen dramatisierte. Als Folge des Andersseins wird Däumeline zum Objekt des Spottes. Es war auch die erste von Andersens Erzählungen, in der die Schwalbe als Symbol der poetischen Seele verwendet wurde. Andersen identifizierte die Schwalbe mit der Schwalbe als einen Zugvogel, dessen Lebensmuster seinen eigenen Reisetagen zu ähneln begann.
Roger Sale glaubt, dass Andersens Gefühle der sozialen und sexuellen Unterlegenheit in der Erzählung zum Ausdruck kamen, indem Figuren geschaffen wurden, die ihren Lieben unterlegen sind. Die Kleine Meerjungfrau zum Beispiel hat keine Seele, während ihr menschlicher Geliebter eine Seele als sein Geburtsrecht hat. In "Däumeline" deutet Andersen an, dass die Kröte, der Käfer und der Maulwurf die Unterlegenen von Däumeline sind. Sie sollten an ihren Plätzen bleiben, anstatt ihren Vorgesetzten zu wollen. Der Verkauf deutet darauf hin, dass sie Däumeline nicht unterlegen sind, sondern einfach anders. Er deutet an, dass Andersen der Tierwelt möglicherweise einigen Schaden zugefügt hat, als er seine Tiercharaktere mit seinen eigenen Minderwertigkeitsgefühlen färbte.
Jacqueline Banerjee betrachtet die Geschichte als eine Geschichte über das Scheitern. "Nicht überraschend", schreibt sie, "wird Däumeline" heute oft als eine Geschichte über spezifisch weibliche Ermächtigung gelesen". Susie Stephens hält Däumeline selbst für eine Groteske. Sie bemerkt, dass "das Groteske in der Kinderliteratur [...] eine notwendige und nützliche Komponente ist, die das psychologische Wohlbefinden der jungen Leserinnen und Leser steigert". Kinder fühlen sich von den kathartischen Qualitäten des Grotesken angezogen, meint sie.
Sidney Rosenblatt glaubt in seinem Essay "Däumeline und die Entwicklung der weiblichen Sexualität", dass die Geschichte aus der Perspektive der Freudschen psychosexuellen Entwicklung analysiert werden kann. Er glaubt, dass es sich um eine Geschichte der weiblichen Masturbation handelt. Däumeline selbst, so postuliert er, könnte die Klitoris symbolisieren, ihre Rosenblattdecke die Schamlippen, der weiße Schmetterling "die knospenden Genitalien" und der Maulwurf und der Prinz die anale bzw. vaginale Öffnung.