Cambroraster falcatus ist eine Stammgruppe (Vorfahren) der Gliederfüßer.
Hunderte von Exemplaren wurden im Burgess-Schiefer gefunden. Es war ein großes Tier (für seine Zeit): es war bis zu 30 cm lang. Es hatte einen hufeisenförmigen Panzer und ernährte sich wahrscheinlich durch Durchsieben des Sediments, wobei sein rundes Maul mit hakenförmigen Stacheln ausgekleidet war.
Dieses Raubtier lebte vor mehr als 500 Millionen Jahren. Sein Fossil wurde im Kootenay-Nationalpark in den kanadischen Rocky Mountains entdeckt.
Cambroraster falcatus ist vielleicht ein Vorfahre von Insekten, Krebsen und Spinnen. Die Fossilien wurden von Paläontologen des Royal Ontario Museum und der Universität von Toronto entdeckt.
Wesentliche Merkmale
- Größe: Bis zu etwa 30 cm Länge, damit eines der größeren Tiere im Burgess-Schiefer.
- Panzer: Ein breiter, hufeisenförmiger Kopfpanzer, der vorne weit ausladend war und vermutlich das vordere Körperende schützte.
- Mund und Gebiss: Ein rundes, radiales Maul, ausgekleidet mit hakenförmigen Zähnen, ähnlich den oralen Strukturen anderer Radiodonten.
- Vorderextremitäten: Spezialisierte, nach vorne gerichtete Fang- bzw. Siftelemente mit langen, kammartigen Stacheln – geeignet zum Durchsieben von Sediment und zum Aufnehmen kleiner Beutetiere.
- Lebensweise: Vorwiegend benthisch (am Meeresboden): es scheint Sediment zu durchsieben und darin lebende kleine Organismen zu filtern oder aufzusammeln.
Bedeutung für die Evolution
Als Mitglied der Radiodonten (eine Gruppe früher, räuberischer Verwandter der heutigen Gliederfüßer) liefert Cambroraster wichtige Hinweise darauf, wie sich komplexe Kopf- und Fangstrukturen in den frühen Phasen der Evolution der Gliederfüßer entwickelten. Seine ungewöhnliche Kombinaton aus großem, schützenden Panzer und spezialisierten, kammartigen Fanggliedmaßen zeigt, wie vielfältig die Körperpläne im Kambrium ausprobiert wurden.
Fundgeschichte
Die außergewöhnlich gute Erhaltung im Burgess-Schiefer machte die Entdeckung vieler Exemplare möglich, sodass Forscherinnen und Forscher Details zur Anatomie und Lebensweise rekonstruieren konnten. Cambroraster falcatus wurde wissenschaftlich beschrieben (u. a. von Forschenden am Royal Ontario Museum und an der Universität von Toronto) und trägt wesentlich zum Verständnis der Faunen des Mittel-Kambriums (vor etwa 505 Millionen Jahren) bei.

